Polymarket verzeichnete an einem Tag ein Handelsvolumen von 478 Millionen USD. In der Kategorie Politik wurden allein 220 Millionen USD getradet. Das entsprach fast der Hälfte vom Gesamtvolumen an diesem Tag.
Andernorts bekam die konkurrierende Prognoseplattform Kalshi Kritik von Nutzern. Grund dafür war ein umstrittener Vertrag zum Khamenei-Markt.
Polymarket erreicht Rekord – Geopolitische Spannungen befeuern Krypto-Wetten
Prognosemärkte erreichten Rekordwerte, als die Vereinigten Staaten und Israel gemeinsame Angriffe gegen den Iran starteten.
Polymarket erzielte ein Allzeithoch auf der ganzen Plattform und bei politischen Märkten. Daten von Defioasis zeigen, dass der Anstieg direkt mit den Angriffen zusammenfiel.
Das zeigt, dass die Plattform geopolitische Ereignisse schneller einpreisen kann als traditionelle Finanzmärkte oder Umfragen.
Bestimmte Verträge zum Zeitpunkt der Angriffe stellten eigene Rekorde auf. Einzelne Trades erreichten bis 90 Millionen USD. Das zeigt, wie viel Liquidität in die Plattform floss.
Allerdings gab es auch Vorwürfe wegen Insiderhandels. Bubblemaps fand mindestens sechs Wallets, die rund 1,2 Millionen USD Gewinn durch Wetten auf den Iran-Konflikt erzielten.
Die starke Aktivität zeigt, dass Prognosemärkte die Grenze zwischen finanzieller Spekulation und geopolitischer Vorhersage verwischen. Das zieht Aufmerksamkeit von Tradern, Politikern und Aufsichtsbehörden auf sich.
Das schnelle Einpreisen realer Ereignisse zeigt die Effizienz von Blockchain-basierten Märkten. Dennoch gibt es Bedenken wegen Transparenz und Fairness, besonders wenn Wallets scheinbar perfekt auf Ergebnisse wetten.
Kalshi steht wegen Khamenei-Markt in der Kritik – CEO verteidigt Abwicklung und Ethik
Gleichzeitig gab es bei Kalshi, einem regulierten US-Prognosemarkt, ebenfalls eine Kontroverse. Es ging um den Vertrag: „Ali Khamenei nicht mehr Oberster Führer?“
Am Tag der Angriffe wurden auf diesem Markt etwa 20 Mio. USD gehandelt. Insgesamt lag das Volumen über 50 Mio. USD.
Nachdem Berichte über Khameneis Tod während der Angriffe aufkamen, sagten Kritiker, die Plattform habe einen indirekten „Todesmarkt“ geschaffen. Das gilt, obwohl Kalshi laut eigenen Regeln keine Gewinne durch Todesfälle erlaubt.
Kalshi-Chef Tarek Mansour reagierte auf X (Twitter) auf die Kritik. Er sagte, alle Positionen würden zum letzten gehandelten Preis vor dem Tod abgerechnet. Alle nach dem Tod getätigten Positionen werden vollständig erstattet, inklusive Handelsgebühren.
Mansour verteidigte das Marktdesign als regelkonform mit den US-Vorschriften. Er erklärte, Führungswechsel im Iran hätten geopolitische, wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Auswirkungen. Daher seien diese Märkte relevant, ohne direkt auf Todesfälle zu setzen.
„Ein Markt dazu, ob Ali Khamenei als Oberster Führer abtritt, war wichtig, weil Führungswechsel in Iran große Auswirkungen auf die Weltordnung haben”, schrieb Mansour. Er betonte, dass Trader auf legitime politische Ereignisse wetten konnten – nicht auf den Tod.
Er erklärte, der Abrechnungsprozess halte sich genau an die bei der CFTC registrierten Vertragsbedingungen. Gezahlt wird der letzte Kurs vor Khameneis Tod, auch wenn Berichte dazu unklar veröffentlicht wurden.
Auf der einen Seite setzt Polymarket neue Rekorde beim Handelsvolumen während geopolitischer Krisen. Kalshi muss sich gleichzeitig ethischen Fragen stellen.
Beide Entwicklungen zeigen das Potenzial und die Risiken von Prognosemärkten. Diese Plattformen ermöglichen eine nie dagewesene Schnelligkeit und Transparenz bei der Preisbildung realer Ereignisse.
Allerdings hat der 28. Februar auch gezeigt: Solche Märkte führen zu ethischen Problemen und rufen Regulierungsbehörden besonders bei Krypto-Spekulationen auf den Plan.