Laut Daten von DeFiLlama verzeichneten mindestens vier DeFi-Protokolle im März 2026 negative Einnahmen. Dies zeigt, dass die Transaktionsgebühren auf mehreren Netzwerken nicht mehr ausreichen, um die laufenden Kosten zu decken.
Zu den Protokollen mit schlechten Ergebnissen zählen Zora, Blast (BLAST), HumidiFi und Kairos Timeboost. Diese meldeten für den Monat negative Einnahmen.
Negative Umsätze zeigen eine strukturelle Lücke
Negative Einnahmen bedeuten in der Regel, dass die Kosten für Betrieb eines Netzwerks höher waren als die Einnahmen durch Transaktionsgebühren und andere Quellen.
Bei neuen oder kleinen Protokollen kann diese Lücke auf eine geringe Nutzung durch Anwender hinweisen.
Der Zeitpunkt ist auffällig. Sowohl Blast als auch Zora haben zuvor große Investitionen von Risikokapitalgebern erhalten. Blast sammelte 20 Millionen USD ein, während Zora 60 Millionen USD bei einer Bewertung von 600 Millionen USD erhielt.
Trotz dieses Kapitals konnten beide bislang das Vertrauen der Investoren nicht in ein nachhaltiges Einnahmenmodell umsetzen.
Venture-Capital-Firmen sind bereits einen Schritt weiter
Der Rückgang der Einnahmen zeigt einen grundsätzlichen Wandel, wie Kapitalgeber DeFi betrachten.
Venture-Capital-Firmen haben seit Anfang 2026 über 2 Milliarden USD in Krypto-Projekte investiert. Der durchschnittliche wöchentliche Zufluss liegt bei mehr als 400 Millionen USD. Allerdings zeigt die Zusammensetzung dieser Investments ein anderes Bild für DeFi.
Laut einer Analyse von BeInCrypto über die Finanzierungen zu Beginn 2026 fließt das Kapital nicht mehr verstärkt in Layer-1-Blockchains, dezentrale Exchanges (DEXes) oder durch die Community geführte Protokolle.
Strukturen wie Stablecoin-Infrastruktur, Verwahrungslösungen und die Tokenisierung von realen Vermögenswerten (RWA) stehen jetzt im Mittelpunkt der Investitionen.
Ryan Kim, Gründungspartner von Hashed, meint, dass sich die Erwartungen der Risikokapitalgeber grundlegend verändert haben. Sie achten inzwischen mehr auf echte Einnahmen, regulatorische Vorteile und institutionelle Kunden als auf reine Tokenomics oder Erzählungen.
Nach den Einnahmenrankings von DeFiLlama sind Tether, Circle und Hyperliquid derzeit die Protokolle mit den höchsten Einnahmen.
Diese Unternehmen vereinen institutionelle Größe, effiziente Gebührenstrukturen oder echte Handelsnachfrage. Zum Beispiel heißt es, dass Circle 31 Milliarden USD in USDC über Crosschain-Interoperabilität bewegt hat, was einen Zuwachs von 740 Prozent im Jahresvergleich bedeutet.
Der Unterschied zwischen diesen führenden Protokollen und den verlustbringenden Protokollen wie Zora oder Blast zeigt, dass der Markt gezielt nach nachhaltigen Geschäftsmodellen sucht.
Die Daten deuten auf eine Phase der Konzentration und nicht der Ausweitung hin. Protokolle ohne klaren Einnahmenmodell geraten zunehmend unter Druck, da die Anlegerstimmung gegenüber reiner Spekulation weiter abnimmt.
Ob Blast und Zora es schaffen, die Lücke zwischen ihren erfolgreichen Finanzierungsrunden und ihrer wirtschaftlichen Situation auf der Chain zu schließen, hängt wahrscheinlich vom Nutzerwachstum und der Fähigkeit, Gebühren zu erfassen, ab.
Zudem könnten geopolitische Unsicherheiten und ein wirtschaftlich zurückhaltender Markt es kurzfristig erschweren, diese Ziele zu erreichen.