PsiQuantum, ein Unternehmen für Quantencomputer, hat bekannt gegeben, dass es beim Aufbau des Standorts für den ersten Quantencomputer in den USA im produktiven Maßstab Fortschritte gemacht hat. Diese Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussionen über das Quantenrisiko für Bitcoin (BTC) an Bedeutung gewinnen. Das Thema spaltet momentan die Branche.
PsiQuantum-Chicago-Quantum-Anlage: Ist der BTC-Kurs jetzt bedroht?
In einem aktuellen Beitrag auf X hat der Mitgründer des Unternehmens, Pete Shadbolt, berichtet, dass PsiQuantum innerhalb von sechs Tagen 500 Tonnen Stahl im Illinois Quantum and Microelectronics Park (IQMP) im Süden Chicagos verbaut hat. Dort will das Unternehmen einen Quantencomputer bauen und betreiben, der eine Million Qubits umfasst und fehlertolerant funktionert.
„Es ist Zeit, wirklich große Quantencomputer zu bauen”, sagte Shadbolt.
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Im September 2025 hat PsiQuantum eine Serie E Finanzierungsrunde in Höhe von 1 Milliarde USD abgeschlossen. Das Unternehmen erklärte, dass die Mittel für den Bau der Quantencomputer-Standorte in Chicago und Brisbane verwendet werden sollen.
Die Finanzierung soll zudem helfen, große Prototypen zu entwickeln sowie die Quanten-Photonik-Chips und die fehlertolerante Architektur zu verbessern.
Außerdem hat PsiQuantum eine Zusammenarbeit mit NVIDIA angekündigt, um die Entwicklung von Quantencomputern weiter voranzutreiben. Dieser Schritt bedeutet einen weiteren Meilenstein für das Ziel des Unternehmens.
Neben dem Fortschritt von PsiQuantum machen auch andere Firmen im Bereich Quantencomputer Fortschritte. Im vergangenen Jahr stellte IBM zum Beispiel seine Roadmap für Starling vor, einen groß angelegten, fehlertoleranten Quantencomputer, der 2029 ausgeliefert werden soll.
IBM geht davon aus, dass Starling 20.000-mal mehr Operationen ausführen kann als heutige Quantencomputer.
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Wie groß ist die echte Gefahr durch Quantencomputer für die zukünftige Sicherheit von Bitcoin?
Mit dem technischen Fortschritt bei Quantencomputern zeigt sich in der Krypto-Community eine deutliche Kontroverse. Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy, hat das Quantenrisiko für Bitcoin kürzlich als gering bewertet. Er meinte, dass ein großer Durchbruch in der Quantenforschung die Branche nicht überraschen würde.
Auch Charles Hoskinson, Gründer von Cardano, ist überzeugt, dass die Quantenrisiken derzeit überschätzt werden. Cory Klippsten, CEO von Swan, einem Bitcoin-Finanzdienstleister, bezeichnete die Sorgen um das Quantenrisiko für Bitcoin ebenfalls als „FUD” und nannte sie „träge und falsch”.
„Ein Quanten-Angreifer braucht Ihren öffentlichen Schlüssel, um überhaupt beginnen zu können. Wenn Sie Adressen nie wiederholen, bleiben Ihre öffentlichen Schlüssel genauso geheim wie Ihre privaten Schlüssel. Ihr Bitcoin ist im Ruhezustand sicher”, sagte er. „Und die Hardware, die nötig wäre, um einen Bitcoin-Schlüssel an einem Tag zu knacken? 13 Millionen physische Qubits. Die besten Maschinen heute haben etwa 1.000. Wir sind vier Größenordnungen entfernt von der Gefahr, vor der diese Leute Angst machen.”
Viele glauben, dass das tatsächliche Risiko noch mindestens ein Jahrzehnt entfernt ist. Andere wiederum rechnen mit einem deutlich kürzeren Zeitraum. David Carvalho, CEO von Naoris Protocol, warnt, dass Quantencomputer vielleicht schon in zwei bis drei Jahren sichere Algorithmen knacken könnten.
Die Quantum Doomsday Clock weist auf einen noch näheren Zeitpunkt hin: den 8. März 2028. Derweil argumentieren einige Experten, dass Anleger das Quantenrisiko bereits einpreisen; dies beeinflusst den Bitcoin-Kurs im Jahr 2026 bereits jetzt.
Die jüngsten Entwicklungen rund um die Quantenanlage von PsiQuantum haben die Sorgen um Bitcoin weiter verstärkt.
Trotzdem hat Terry Rudolph, Mitgründer von PsiQuantum, im Juli versichert, dass das Unternehmen nicht plant, mithilfe von Quantencomputern private Schlüssel aus öffentlichen Schlüsseln abzuleiten.
Insgesamt liefert der Baufortschritt von PsiQuantum ein konkretes Beispiel in einer Debatte, die bisher meist theoretisch geführt wurde. Die vorgeschlagenen Zeitrahmen liegen je nach Standpunkt zwischen zwei Jahren und über einem Jahrzehnt. Die Reaktion der Branche könnte daher weniger vom tatsächlichen Risiko als vielmehr davon abhängen, wie lange es dauert, einen Konsens über die Realität dieser Bedrohung zu erzielen.