Ripple-CEO Brad Garlinghouse war erneut zu Gast auf Fox Business und seine Botschaft war eindeutig: Die Unternehmens-Adoption von Krypto beschleunigt sich rapide. Nicht mehr IT-Abteilungen oder Innovation Labs treiben das Thema, sondern die Chefetagen selbst.
Stablecoins als Einstieg für Unternehmen
Laut Garlinghouse findet in den Vorstandsetagen ein Umdenken statt. CEOs und Boards drängen ihre Finanzchefs und Treasurer aktiv dazu, Stablecoin-Strategien zu entwickeln. Die Frage lautet nicht mehr ob, sondern wie schnell Unternehmen diese Technologie integrieren können.
„Für Unternehmen sind Stablecoins das Tor zu Krypto”, so Garlinghouse. Stablecoins ermöglichen den Zugang zur Blockchain-Infrastruktur, ohne die Bilanz der Volatilität von Bitcoin oder anderen Kryptowährungen auszusetzen. Das macht sie zum idealen Einstiegspunkt für konservative Finanzabteilungen.
Fun Fact: Ripple hat seit 2023 fast 3 Milliarden Dollar für Übernahmen ausgegeben, darunter Metaco für 250 Millionen Dollar (Custody) und Hidden Road für 1,25 Milliarden Dollar (Prime Brokerage). Das Unternehmen pausiert nun große Deals, um sich auf die Integration zu konzentrieren.
Real-World Utility statt Spekulation
Die Gespräche mit Unternehmensführern haben sich grundlegend verändert. Statt theoretischer Diskussionen über digitale Assets geht es jetzt um konkrete Implementierung. CFOs evaluieren, wie Blockchain-basierte Finanzinstrumente die operative Effizienz steigern und globale Prozesse verbessern können.
Corporate Treasurer untersuchen, wie Stablecoins grenzüberschreitende Zahlungen beschleunigen, das Cash-Flow-Management verbessern und die Abhängigkeit von langsamen Korrespondenzbanken reduzieren können. Für multinationale Unternehmen sind Settlement-Verzögerungen und Währungsumrechnungskosten seit langem operative Schmerzpunkte.
Clarity Act könnte im April kommen
Im Interview sprach Garlinghouse auch über die regulatorische Landschaft. Er sieht eine 80-prozentige Chance, dass der lang diskutierte Clarity Act bis Ende April verabschiedet wird. Das Gesetz würde klären, welche digitalen Assets unter Wertpapierrecht fallen und welche von der CFTC beaufsichtigt werden.
„Derzeit finden Gespräche im Weißen Haus statt, das Senate Banking Committee wird bald abstimmen, und Präsident Trump drängt darauf, die Gesetzgebung vor den Midterm-Wahlen voranzubringen”, so Garlinghouse.
Die Verzögerung hängt laut dem Ripple-CEO an der Frage der Stablecoin-Renditen. Banken wollen verhindern, dass Stablecoins Zinsen anbieten können, denn sie sehen das als Bedrohung für ihre Einlagen.
Rekordjahr von Ripple als Sprungbrett
Garlinghouse blickte auf ein „Banner Year” für Ripple zurück. Das Unternehmen hat seine Infrastruktur massiv ausgebaut: RLUSD läuft auf XRPL und Ethereum, die Custody-Lösung Metaco wird von Institutionen wie Citi, SocGen und Deutsche Börse genutzt, und mit Hidden Road hat Ripple einen Prime Broker übernommen.
Der Fokus liegt dabei nicht auf dem XRP-Preis, sondern auf dem Aufbau einer Infrastruktur im Billionen-Dollar-Bereich.
„XRP war dieses Jahr einer der best-performenden großen Kryptowährungen”, fügte Garlinghouse hinzu.
Die Botschaft ist klar: Während der breitere Krypto-Markt mit Volatilität kämpft, setzt Ripple auf institutionelle Adoption und reale Anwendungsfälle. Stablecoins sind dabei der Türöffner.