Der Begriff „SaaSpocalypse“ ist aktuell beliebt in den Finanzmärkten, den Medien aus dem Technikbereich und bei Investorengruppen. Er beschreibt einen plötzlichen Vertrauensverlust in Firmen aus dem Bereich Software-as-a-Service (SaaS), nachdem neue KI-Agenten vorgestellt wurden, die Aufgaben übernehmen können, die bisher von Unternehmenssoftware erledigt wurden.
Der Ausdruck wurde bekannt, nachdem Anthropic im Januar die KI-Plattform Claude Cowork vorgestellt hat. Nach deren Start wurden fast 300 Mrd. USD an Marktwert in der weltweiten Softwarebranche vernichtet. Die Aktien großer SaaS-Firmen – darunter Salesforce, Workday, Atlassian und ServiceNow – sanken stark, da Investoren überlegten, ob KI-Agenten große Teile dieser Unternehmen ersetzen könnten.
KI-Agenten lösen Marktpanik aus
Die Kernangst hinter der SaaSpocalypse ist einfach: KI-Agenten können jetzt ganze Arbeitsabläufe ganz allein erledigen.
Werkzeuge wie Claude Cowork können Verträge prüfen, Verkaufsdaten auswerten, Berichte erstellen und mehrstufige Aufgaben in unterschiedlichen Programmen ausführen.
Statt dass Angestellte fünf verschiedene SaaS-Werkzeuge nutzen, kann inzwischen ein KI-Agent die gleiche Arbeit erledigen.
Das bedroht direkt das typische SaaS-Bezahlmodell, das meist pro Nutzer oder „Platz“ abrechnet. Wenn dank KI weniger menschliche Nutzer nötig sind, brauchen Firmen wohl auch weniger Lizenzen. Die Investoren haben darauf schnell reagiert.
Der S&P 500 Software and Services Index fiel im Februar fast 19 Prozent. Damit erlebte er die längste Verlustserie seit Jahren.
Sponsored SponsoredZudem wechselte das Kapital hin zu Anbietern von KI-Infrastruktur wie Nvidia, Microsoft und Amazon, die die Rechenleistung hinter den KI-Agenten bereitstellen.
Darum betrifft die SaaSpocalypse mehr als nur Software
Die SaaSpocalypse spiegelt einen grundlegenden Wandel darin wider, wie Software Werte schafft. Statt Werkzeuge zu verkaufen, die Menschen bedienen, verkaufen Unternehmen nun Ergebnisse, die von KI geliefert werden.
Analysten sprechen jetzt von einem Wechsel von Software-as-a-Service hin zu „KI-as-a-Service“. Dies stellt alte Geschäftsmodelle in Frage und zwingt Softwareanbieter dazu, Preisgestaltung, Lizenzen und ihre Produktstrategie neu zu denken.
SponsoredDas ist aber wohl nicht das Ende von SaaS. Viele Unternehmen werden weiterhin bekannte Plattformen für Sicherheit, Datenverwaltung und Regeln nutzen.
Die Veränderungen werden die Branche jedoch stark prägen. Firmen müssen KI in Zukunft viel stärker in ihre Produkte einbinden.
So beeinflusst die SaaSpocalypse die Krypto-Märkte
Die SaaSpocalypse hat bereits indirekt Einfluss auf die Krypto-Märkte. Beide Bereiche, Krypto und SaaS, gelten als Sektoren mit schnellem Wachstum und hohem Risiko.
Wenn Anleger Softwareaktien verkaufen, verringern sie zudem oft auch ihre Beteiligungen an Krypto. Anfang Februar 2026 fiel der Bitcoin-Kurs stark, als auch die Softwareaktien deutliche Verluste zeigten.
Sponsored SponsoredNoch wichtiger ist jedoch, dass das Kapital mehr zu KI fließt. Im Jahr 2025 steckten Risikokapitalgeber über 200 Mrd. USD in KI-Startups – deutlich mehr als in Krypto. Folglich könnten hier weniger Mittel in neue Krypto-Projekte fließen, was die Innovation in manchen Bereichen bremsen kann.
Dies bedeutet, dass weniger Ressourcen für neue Krypto-Ideen zur Verfügung stehen, wodurch die Entwicklung in manchen Feldern langsamer wird.
Zugleich können Kryptowährungen in bestimmten Bereichen profitieren, etwa bei dezentralem Rechnen und KI-Infrastruktur.
Doch insgesamt zeigt die SaaSpocalypse, dass ein großer Kapitalwechsel stattfindet. KI wird das wichtigste Anlagethema, und die Krypto-Märkte müssen künftig stärker um das Interesse der Investoren konkurrieren.