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Verschiedene Ansätze, unterschiedliche Ziele: Talos-Manager Samar Sen erklärt, wie Institutionen digitale Vermögenswerte handeln

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Geschrieben von
Alevtina Labyuk

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Redigiert von
Dmitriy Maiorov

26 Februar 2026 14:12 CET

Institutionelle Beteiligung an digitalen Vermögenswerten ist heute sehr unterschiedlich. In den letzten Jahren haben große Finanzunternehmen verschiedene Wege gefunden, mit Krypto-Märkten umzugehen. Manche setzen auf die Tokenisierung und machen klassische Finanzprodukte programmierbar. Banken schauen sich dagegen Modelle für tokenisierte Einlagen und interne Abwicklungen an oder geben sogar eigene digitale Token wie Stablecoins heraus.

Da immer mehr institutionelles Kapital in Krypto fließt, ist die entscheidende Frage nicht mehr, wer mitmacht, sondern wie die Teilnahme in der Institution geregelt wird. Vorschriften, betriebliche Standards und Überzeugung im Unternehmen entscheiden oft darüber, ob eine Strategie wirklich umgesetzt wird oder nicht.

Im exklusiven Gespräch mit BeInCrypto auf dem Liquidity Summit 2026 in Hongkong erklärte Samar Sen, Chef der Internationalen Märkte bei Talos, wie diese internen Abläufe ablaufen, wenn Unternehmen Krypto-Chancen prüfen.

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Adoption braucht mehr als nur Regeln

Laut Sen ist klare Regulierung das wichtigste Kriterium für die Beteiligung von Firmen. Er sagte, dass es in vielen Ländern große Fortschritte gab, Unsicherheit aber nur mit festen Regeln wirklich verschwindet. Nur dann können viele Unternehmen in großem Maßstab einsteigen.

„Wir haben weltweit bei den Vorschriften viele Fortschritte gesehen”, gab Sen zu.

Früher war die technische Infrastruktur das Hauptproblem. Heute gibt es Lösungen für Verwahrung, Handel und Portfoliomanagement in den wichtigsten Märkten. Dadurch wurden viele Hürden für Unternehmen schon abgebaut.

Trotzdem ist oft die eigene Organisation das größte Hindernis, selbst wenn Regeln klar sind und gute Technik bereitsteht.

„Manche Manager prüfen noch die Technik oder brauchen noch Zeit, um zu verstehen, wie groß ihr Einfluss auf die Finanzwelt werden kann”, sagte er.

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Dieses Zögern hat oft mit fehlender Erfahrung zu tun, nicht mit Ablehnung. In Unternehmen, die seit Jahrzehnten klassisch arbeiten, dauert Überzeugung einfach länger. So können Krypto-Projekte auch dann pausieren, wenn die äußeren Bedingungen passen.

Die Compliance-Checkliste für institutionelles Vertrauen

Auf die Frage, worauf es bei Vertrauen von Firmen in Krypto-Partner ankommt, widersprach Sen der Idee, dass nur Sichtbarkeit zählt. Er sagte, dass Veranstaltungen und bekannte Marken beim Bekanntwerden helfen, wahres Vertrauen aber anders entsteht.

„Vertrauen entsteht meistens zuerst durch Unternehmen mit Lizenz oder Regulierung in ihrem Land”, sagte Sen.

Er ergänzte, dass Unternehmen auf interne Kontrollen achten – zum Beispiel SOC 2 Typ II-Zertifikate, Prüfungsprotokolle und Schutzmechanismen im täglichen Ablauf. Auch ist ein guter Lebenslauf wichtig, vor allem Erfahrung im klassischen Finanzsektor und nachweisbare Arbeit bei Vorschriften.

Auch Nachahmung spielt eine Rolle. Unternehmen schauen, welche anderen schon die gleiche Technik nutzen und wie weit diese in der Branche verbreitet ist.

„Wenn du als große Bank einen Anbieter suchst und der deine Mitbewerber auch schon beliefert, schafft das ein weiteres Stück Vertrauen“, erklärte er.

Nicht alle Institutionen handeln gleich schnell

Auch mit klaren Regeln und Sicherungen steigen Firmen nicht einheitlich in Krypto ein. Sen sieht drei Arten von Unternehmen am Markt.

Manche sind früh dran. Sie verstehen den Wandel an den Finanzmärkten und investieren schon jetzt. Diese Firmen bauen Teams für digitale Werte auf und arbeiten aktiv mit neuen Anbietern zusammen.

Andere warten lieber ab. Diese sogenannten schnelle Nachzügler wollen erst klarere Regeln oder Beispiele sehen, bevor sie mehr investieren. Ihr Risiko ist kleiner und sie verlassen sich oft auf andere, bevor sie selbst Geld in Krypto stecken.

Dann gibt es Firmen, die noch ganz hinten stehen. Hier fehlt oft der Glaube an die Technik oder es gibt zwar Projekte, aber sie sind nicht gut im Unternehmen abgestimmt. Das führt zu chaotischen oder nicht passenden Strategien.

Sen betonte, dass einheitliche Bewegungen nicht zu erwarten sind. Verschiedene Risikobereitschaft und interne Vorgaben sorgen für unterschiedliche Geschwindigkeiten bei der Krypto-Einführung.

„Das ist okay, denn bei Krypto und der Technik dahinter gibt es viele Möglichkeiten, einzusteigen, sich mit neuen Partnern und der Community vertraut zu machen. Wir helfen dabei gern”, sagte er.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project gibt dieser Meinungsartikel die Perspektive des Autors wieder und spiegelt nicht unbedingt die Ansichten von BeInCrypto wider. BeInCrypto bleibt einer transparenten Berichterstattung und der Einhaltung höchster journalistischer Standards verpflichtet. Den Lesern wird empfohlen, die Informationen unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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