David Schwartz, ehemaliger CTO von Ripple, weist Behauptungen zurück, dass er die Existenz geheimer, vorab zugeteilter XRP-Verträge für ausgewählte Investoren bestätigt habe.
Diese Zurückweisung erfolgte, nachdem ein Beitrag auf X die Bestätigung Schwartz zuschrieb, was in der Community für Aufregung sorgte und die Debatte über Falschinformationen innerhalb XRP-bezogener Social-Media-Kreise neu entfachte.
Ursachen der aktuellen Kontroverse
Berichte behaupteten, Schwartz habe „offiziell bestätigt, dass vorab zugeteilte XRP-Verträge real sind”, wobei der Großteil von Ripples XRP in der Escrow bereits für unbekannte Empfänger reserviert sei.
Diese Behauptung verbreitete sich rasch und zog Aufmerksamkeit sowohl von Unterstützern als auch Kritikern auf sich.
Allerdings hat David Schwartz, ehemaliger Ripple-CTO, dieser Aussage widersprochen und verdeutlicht, dass er dies nie gesagt habe.
Seine Antwort lässt keinen Raum für Zweifel, da die ihm zugeschriebene Aussage keinerlei Grundlage in seinen bisherigen Aussagen oder Schriften hat.
Weitverbreitetes Muster von Desinformation
Dieser Vorfall steht nicht allein, da es viele weitere Fälle gibt, in denen große, XRP-fokussierte Accounts wiederholt Falschinformationen verbreiten.
„So etwas passiert täglich, jedes Mal ein anderer Lügner”, wie ein Nutzer hervorhob.
Dieses Muster erinnert an frühere Vorfälle in der XRP-Community. Im Januar 2026 etwa war einem Routine-Escrow-Unlock von Ripple ein gefälschtes Memo angehängt, das behauptete, das Unternehmen hätte 8 Milliarden USD in XRP im Jahr 2025 verkauft.
Das Memo, das jeder an eine Escrow-Transaktion anhängen konnte, wurde zunächst für eine offizielle Mitteilung von Ripple gehalten.
Schwartz selbst hat sich bereits in der Vergangenheit zu ähnlichen Falschzuschreibungen geäußert. In den letzten Wochen wies er beispielsweise zurück, dass Ripple XRP mit Rabatt an institutionelle Käufer abgebe.
Zudem widersprach er Vorwürfen, Ripple-Verkäufe von XRP würden Aktionären gegenüber Token-Haltern unangemessen Vorteile verschaffen.
Warum falsche Zuschreibungen gravierend sind
Die Behauptung über „vorab zugeteilte Verträge” erhielt vor allem deshalb Gewicht, weil sie Schwartz zugeschrieben wurde. Als CTO Emeritus und Mitentwickler des XRP Ledgers (XRPL) haben seine Aussagen besonders in der Community großes Gewicht.
Wenn eine Bestätigung von ihm erfunden wird, verschafft dies einem Narrativ über die Angebotsstruktur von XRP eine scheinbar höhere Glaubwürdigkeit, was wiederum die Wahrnehmung von Retail-Investoren beeinflussen könnte.
Ripples Escrow-System gibt jeden Monat bis zu 1 Milliarde XRP frei, und zwar über kryptografisch gesicherte, zeitlich begrenzte Verträge. Dieses Verfahren existiert seit 2017.
Schwartz hat zuvor erläutert, dass Rechte an zukünftig in der Escrow befindlichem XRP theoretisch verkauft werden könnten, ohne dass sich der Zeitplan zum Freischalten verändert. Gleichzeitig hat er jedoch nie gesagt, dass es aktuell solche Verträge gibt.
Der Zustrom neuer Halter hat zudem die Zahl derjenigen erhöht, die für unbestätigte Behauptungen auf Social Media empfänglich sind.
Nachdem Schwartz die Behauptung nun öffentlich zurückgewiesen hat, richtet sich die Aufmerksamkeit darauf, ob Plattformen oder die Community selbst das Verbreiten erfundener Zuschreibungen künftig eindämmen können, bevor diese das Markt-Sentiment beeinflussen.