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Senat und Krypto-Schwergewichte: CLARITY Act lebt trotz Coinbase-Aufstand weiter

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Geschrieben von
Lockridge Okoth

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Redigiert von
Leonard Schellberg

15 Januar 2026 12:30 CET
  • Coinbase hat überraschend die Unterstützung für den CLARITY Act zurückgezogen.
  • Der Gesetzesentwurf ist nicht gescheitert, befindet sich aber in einer angespannten Phase.
  • Politiker und Branchenführer betonen weiterhin die Dringlichkeit klarer Krypto-Regeln in den USA.
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Coinbase hat überraschend die Unterstützung für den CLARITY Act zurückgezogen. Das hat in Washington und auch auf den Krypto-Märkten für viel Aufregung gesorgt. Ein bereits geplanter Termin im Senatsausschuss für Banken wurde abgesagt und viele haben nun wieder Angst, dass die Reform der US-Kryptomarktstruktur erneut ins Stocken gerät.

Doch auch wenn es zuerst wie politisches Chaos aussah, zeigt die weitere Entwicklung ein etwas anderes Bild.

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„CLARITY Act“ nach Coinbase-Rückzug: Jetzt wird es ernst

Das Gesetzesvorhaben ist nicht gescheitert, sondern befindet sich in einer angespannten, aber bewussten Pause. Politiker, Branchenführer und sogar das Weiße Haus betonen, dass dies nur die letzte schwierige Phase ist – nicht das Aus.

Tim Scott, der Vorsitzende des Bankenausschusses, hat die Verzögerung schnell als Chance umgedeutet.

„Ich habe mit Führungskräften aus der Krypto-Branche, dem Finanzsektor sowie mit meinen demokratischen und republikanischen Kollegen gesprochen. Alle sitzen weiter am Tisch und arbeiten ehrlich zusammen“, sagte Scott.

Tim Scott meint weiter, das Ziel bleibt:

„Klare Regeln zu schaffen, die Verbraucher schützen, die nationale Sicherheit stärken und dafür sorgen, dass die Zukunft der Finanzen in den USA entsteht.“

Senatorin Cynthia Lummis, eine der Hauptautoren des Gesetzes, betonte das ebenfalls. Sie zeigt Verständnis für den Frust, stellt aber klar, dass die Entscheidung von Coinbase nicht das Ende der Bemühungen ist.

Senator Cynthia Lummis statement on CLARITY Act negotiations
Senatorin Cynthia Lummis zum CLARITY Act. Quelle: Lummis auf X
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In der Branche selbst hat die Position von Coinbase eine klare Spaltung gezeigt, aber nicht den Schwung genommen. Ripple CEO Brad Garlinghouse betonte, dass der Senat eine wichtige Basis für klare Strukturen in der Krypto-Branche legt.

Garlinghouse ist zudem überzeugt: „Klarheit schlägt Chaos.“ Er glaubt, dass die offenen Punkte im weiteren Prozess gelöst werden können.

Auch Chris Dixon von a16z sieht das ähnlich. Er meint, das Gesetz sei nicht perfekt, aber jetzt sei die Zeit, den CLARITY Act voranzubringen. Die USA wollen schließlich ihre Rolle am globalen Kryptomarkt stärken.

Der Kraken-Manager Arjun Sethi drückt es noch deutlicher aus. Für ihn geht es jetzt darum, politischen Willen zu zeigen – nicht einfach aufzugeben.

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„Es ist leicht, aufzugeben. Es ist leicht, wegzugehen, wenn es schwierig wird“, sagte Sethi und warnt, dass ein Scheitern des Gesetzes „Unsicherheit festschreibt und amerikanische Firmen im Unklaren arbeiten lässt, während der Rest der Welt weitermacht.“

Mike Novogratz, CEO von Galaxy Digital, bestätigt diesen Blick. Auch das Weiße Haus mischt sich ein und betont die Bedeutung der Entscheidung.

Weiße-Haus-Dringlichkeit trifft auf Unmut im Senat: CLARITY-Act-Debatte spitzt sich zu

David Sacks, ein Experte für Krypto und KI, sagt, ein solches Gesetz sei „so nah dran wie noch nie“. Er ruft die Branche dazu auf, die Pause zu nutzen, um sich zu einigen, klare Regeln zu schaffen und so die Zukunft der Branche zu sichern.

Hinter den Kulissen gibt es jedoch spürbaren Ärger. Ein Mitglied des Senatsausschusses sagte laut Decrypts Sander Lutz, viele seien „ziemlich wütend“ über die kurzfristige Ankündigung von Coinbase.

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„Es musste nicht so laufen“, sagte Lutz mit Verweis auf die Quelle.

Dieser Ärger war wohl auch ein Grund, warum die Abstimmung verschoben wurde – das bestätigte Journalistin Eleanor Terrett. BeInCrypto berichtet, sobald es einen neuen Termin gibt.

Doch die große Debatte verändert sich bereits. Experten wie Echo X sagen, der Konflikt laufe heute nicht mehr zwischen Krypto und Banken. Es gehe eher um den Streit verschiedener Geschäftsmodelle: Plattformen, die hauptsächlich auf Börsen setzen, gegen Infrastrukturanbieter, die schnell wachsen könnten.

Europa, das Vereinigte Königreich und Asien setzen unterdessen einheitliche Kryptoregeln um. Der Druck auf die US-Gesetzgeber wächst, ihre Reformen abzuschließen.

Im Moment ist der CLARITY Act nur gestoppt, aber nicht abgeschafft. In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob die bestehenden Einigungen ein Gesetz werden – oder ob verschiedene Interessen alles wieder scheitern lassen. Klar ist: Wer jetzt aufgibt, riskiert lange Unsicherheit zu Hause. Gleichzeitig gibt es immer mehr Regulierung und Sicherheit anderswo.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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