Stellar hat sich in den letzten Wochen schwächer gezeigt. Die bärische Stimmung sorgt dafür, dass die Kurse weiter sinken. Eine Seitwärtsbewegung brachte kaum Entlastung, denn der Verkaufsdruck ist weiterhin höher als das Kaufinteresse.
Die Beteiligung der Investoren ist weiterhin gering, wodurch XLM anfällig bleibt. Ein äußerer Impuls könnte genau das sein, was fehlt, um die aktuelle Entwicklung umzukehren.
Stellar erweitert seinen Anwendungsbereich
Stellar war der am stärksten nachgefragte Token und erreichte unter Investoren eine positive Stimmung von 73 Prozent. Das gestiegene Interesse kam nach der Ankündigung von Société Générale-FORGE, ihren MiCA-konformen Euro-Stablecoin EUR CoinVertible erfolgreich auf der Stellar-Chain bereitzustellen. Diese institutionelle Unterstützung hat für neue Begeisterung in dem ansonsten ruhigen XLM-Markt gesorgt.
Die Wahl von Stellar durch SG-FORGE ist ein deutliches Signal. Die Einführung eines regulierten Euro-Stablecoins auf der Chain zeigt Vertrauen in die Infrastruktur von Stellar sowie deren Möglichkeiten bei der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Dieses Ereignis macht XLM für institutionelle Blockchain-Anwendungen interessant und könnte neue Investoren anziehen, die den Coin bisher nicht beachtet haben.
XLM: Anleger und Trader zeigen sich wenig bullisch
Trotz positiver Nachrichten zeigt der Chaikin-Money-Flow-Indikator ein anderes Bild. Der CMF liegt klar im negativen Bereich, was zeigt, dass Kapital momentan aus XLM abfließt. Geld verlässt den Coin schneller, als es neue Zuflüsse gibt. Das relativiert den bullischen Impuls, den die SG-FORGE-News kurzfristig gebracht haben.
Der negative CMF-Wert zeigt zudem, dass das Vertrauen der XLM-Investoren schwach bleibt. Auch bei guten Nachrichten reduzieren viele Anleger lieber ihre Positionen statt sie auszubauen. Solange die Kapitalzuflüsse diesen Trend nicht deutlich drehen, reicht allein die Stablecoin-Ankündigung möglicherweise nicht für eine anhaltende Kurserholung aus.
Daten vom Futures-Markt zeigen zudem eine große Unsicherheit bei XLM-Händlern. Long- und Short-Positionen sind fast ausgeglichen, mit einem leichten Überhang bei Short-Positionen. Diese Balance deutet darauf hin, dass weder bullische noch bärische Marktteilnehmer momentan die Oberhand haben. Die nächste Richtung des XLM-Kurses hängt also stark von der weiteren Kursentwicklung ab.
Auf der Unterseite gibt es ein klares Risiko. Wenn der Verkaufsdruck XLM unter 0,145 USD drückt, werden etwa 3,18 Millionen USD an Long-Positionen liquidiert. Dann könnte eine Kette von Zwangsauflösungen einen verstärkten Verkaufsdruck auslösen. So würde sich die negative Stimmung weiter zuspitzen und ein schnelleres Absinken des Kurses begünstigen.
XLM-Kurs: Ausbruch aktuell unwahrscheinlich
Der Kurs von Stellar liegt bei 0,156 USD und hält sich knapp über der Unterstützung bei 0,155 USD, die mit der 38,2-Prozent-Fibonacci-Linie übereinstimmt. Seit einem Monat bildet sich ein fallendes Keilmuster aus. Keile können sich grundsätzlich bullisch auflösen. Allerdings sollten Anleger bei der aktuellen Marktlage vorsichtig sein und nicht zu früh auf ein Ausbrechen nach oben setzen.
Hält der bärische Trend an, droht XLM ein Fall auf 0,147 USD, was dem 23,6-Prozent-Fibonacci-Level entspricht und als wichtige Unterstützung im Bärenmarkt gilt. Sollte dieses Niveau unterschritten werden, käme es zum technischen Bruch und ein Rückgang auf 0,136 USD wird möglich. Das würde die fortdauernde Schwäche bestätigen und zeigen, dass der SG-FORGE-Impuls die grundlegende Marktlage bislang nicht wenden konnte.
Eine Stimmungsänderung bei den Investoren könnte das Bild drehen. XLM könnte stabil von der 0,155-USD-Marke abprallen und das Keilmuster nach oben verlassen, dabei 0,166 USD überwinden und weiter bis auf 0,175 USD steigen. Hält dieser Aufschwung an, wäre das bärische Szenario hinfällig und es zeigt sich, dass institutionelle Entwicklungen endlich im XLM-Kurs berücksichtigt werden.