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Silberpreis rutscht in Richtung 66 Dollar: Kann die bullische Positionierung ein neues Tief für 2026 verhindern?

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Geschrieben von
Ananda Banerjee

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Redigiert von
Phil Haunhorst

19 März 2026 22:00 CET
  • Silber-Kurs fällt, Contango deutet auf schwache Nachfrage hin
  • Starker Goldkurs, geringe Industrienachfrage: Silber bleibt trotz Zuversicht unter Druck
  • SLV Put-Call-Ratio bei 0,69 signalisiert bullische Tendenz, Risiko steigt bei Scheitern an 75 USD
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Der Silber-Kurs zeigt deutliche Schwäche, obwohl die Marktstimmung weiterhin bullisch ist. Auch wenn Daten aus dem Optionsmarkt nahelegen, dass Trader weiterhin mit steigenden Kursen rechnen, zeichnet die Preisstruktur und die Nachfrage jedoch ein anderes Bild.

Das sorgt für einen wichtigen Konflikt. Kann die bullische Positionierung gehalten werden oder bewegt sich Silber auf ein neues Tief zu?

Kursrückgang deutet auf Verlustrisiko hin, Struktur verliert an Stärke

Der Silber-Kurs, gemessen am OANDA: XAGUSD-Spotkurs, hat ein Kopf-Schulter-Muster mit einer ansteigenden Nackenlinie nach unten durchbrochen. Dieser Durchbruch erfolgte um den 13. März und hat seitdem für anhaltenden Druck auf der Unterseite gesorgt.

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Eine ansteigende Nackenlinie zeigt meist eine stetige Kauf-Unterstützung. Wenn diese Unterstützung nicht mehr hält, folgen oft stärkere Rückgänge. Genau das ist aktuell bei Silber zu sehen. Die erwartete Kursbewegung aus dieser Struktur deutet auf einen Rückgang von fast 20 %, mit einem Ziel nahe 66 USD. Dieser Wert liegt in der Nähe der letzten Tiefs und sorgt dafür, dass weiter fallende Kurse nicht ausgeschlossen sind.

XAG Kursstruktur
XAG Kursstruktur: TradingView

In diesem Stadium zeigt die Kursentwicklung allein, dass sich Silber nicht mehr in einer Erholungsphase befindet. Vielmehr entsteht jetzt ein schwächerer Trend. Doch die reine Preisstruktur reicht nicht aus. Die nächste Frage ist, ob der übergeordnete Markt diese Entwicklung unterstützt oder dagegensteht.

Futures-Contango signalisiert keine Eile, Schwäche hält an

Die Struktur der COMEX-Futures hilft bei der Antwort. Die Differenz zwischen den kurzfristigen und den Folgemonats-Kontrakten (SI1 − SI2 liegt bei etwa -0,54) zeigt, dass Silber weiterhin im Contango ist. Das bedeutet, zukünftige Silber-Preise liegen über dem aktuellen Preis.

Einfach gesagt: Der Markt hat aktuell keine Eile, Silber zu kaufen. Falls die Nachfrage hoch wäre, notierten kurzfristige Kontrakte mit einem Aufschlag. Das würde eine hohe Dringlichkeit andeuten und könnte einen Rebound unterstützen. Stattdessen warten Trader jedoch ab.

Contango birgt Risiko
Contango birgt Risiko: TradingView

Diese fehlende Dringlichkeit ist wichtig. Sie zeigt, dass der Durchbruch nicht von starker Nachfrage aufgefangen wird. Da die Futures keine Bereitschaft zeigen, Verkäufe schnell aufzunehmen, wird die aktuelle Schwäche im Silber-Kurs eher anhalten als sich umzukehren. Das zeigt sich noch deutlicher, wenn man betrachtet, wohin die Nachfrage wandert.

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Starker Goldkurs, schwache Nachfrage: Silber verliert Halt

Die Schwäche beim Silber entsteht nicht isoliert. Beide wichtige Nachfragefaktoren verlieren an Stärke.

Erstens hat das Gold-Silber-Verhältnis ein umgekehrtes Kopf-Schulter-Muster nach oben durchbrochen und hält sich über 65. Das bedeutet, Gold entwickelt sich besser als Silber. Kapital fließt demnach derzeit mehr in Gold als sicheren Vermögenswert, während Silber zurückbleibt.

Gold-Silber-Verhältnis
Gold-Silber-Verhältnis: TradingView

Gleichzeitig schwächt sich die industrielle Nachfrage ab.

Das von BeInCrypto entwickelte Silber-Solar-Lag-Modell, das die Silber-Performance im Vergleich zur solarbasierten Nachfrage misst, ist deutlich gesunken. Der Z-Score ist von etwa +2,0 Ende Januar (damals lag der Silber-Kurs bei 121 USD) auf etwa -1,18 gefallen.

Silber-Solar
Silber-Solar: TradingView

Diese Entwicklung zeigt, dass Silber aktuell keinen Vorteil aus seiner industriellen Nutzung zieht. Silber ist somit zwischen zwei schwachen Faktoren gefangen:

  • Monetäre Nachfrage bevorzugt Gold
  • Industrielle Nachfrage verliert an Dynamik

Da beide Faktoren schwächer werden, gewinnt das bärische Szenario an Unterstützung. Dennoch zeigt die Marktpositionierung weiterhin ein anderes Bild.

Bullische Ausrichtung bleibt, entscheidende Silber-Kurse im Fokus

Optionsdaten machen deutlich: Trader sind weiterhin nicht vollständig bärisch eingestellt.

Das Verhältnis von Put zu Call bei SLV liegt weiterhin bei etwa 0,69 beim Volumen und etwa 0,65 beim Open Interest. Das zeigt, dass Call-Optionen weiterhin dominieren und eine leicht bullische Tendenz widerspiegeln. Das SLV Put-Call-Verhältnis bezieht sich auf Optionsdaten des iShares Silver Trust (SLV), eines börsengehandelten Fonds, der den Silber-Kurs abbildet und die Stimmung von Investoren widerspiegelt.

Put-Call-Verhältnis
Put-Call-Verhältnis: Bar Chart

Doch das ist keine starke Überzeugung. Trader bleiben optimistisch, erwarten steigende Kurse und kaufen daher nicht entschlossen nach.

Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht. Der Kurs wird schwächer, und die Nachfrage lässt nach. Dennoch bleibt die Positionierung etwas bullisch. In dieser Lücke steigt das Risiko.

Nun entscheiden wichtige Kursmarken über den weiteren Verlauf.

Auf der Oberseite gilt:

  • Silber muss 75 USD zurückerobern, um kurzfristig Stärke zu zeigen
  • 78 bis 80 USD ist der nächste Widerstandsbereich
  • Ein Anstieg über 90 USD deutet auf eine umfassendere Änderung hin
  • Ein Ausbruch über 96 USD würde die bärische Struktur vollständig aufheben
Silber-Chartanalyse
Silber-Chartanalyse: TradingView

Auf der Unterseite gilt:

  • Kann Silber die 75-USD-Marke nicht zurückerobern, ist der Weg zu 71 USD offen
  • Fällt der Kurs unter 71 USD, rückt 66 USD in den Fokus
  • Noch mehr Schwäche könnte Silber Richtung 63 USD (aktuelles 2026-Tief) und sogar 59 USD drücken

Momentan sind die Signale eindeutig. Die Struktur von Silber ist schwach, Terminkontrakte zeigen keine Eile und die Nachfrage lässt nach. Die bullische Positionierung besteht allerdings weiterhin. Sollte der Silberpreis weiter fallen, könnte diese Positionierung aufgelöst werden, was zusätzlichen Druck nach unten erzeugen und das aktuelle 2026-Tief in Gefahr bringen würde.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust-Projekts dient dieser Preisanalyse-Artikel nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Finanz- oder Anlageberatung angesehen werden. BeInCrypto verpflichtet sich zu einer genauen, unvoreingenommenen Berichterstattung, aber die Marktbedingungen können sich ohne vorherige Ankündigung ändern. Führen Sie immer Ihre eigenen Nachforschungen durch und konsultieren Sie einen Fachmann, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen. Außerdem bietet die vergangene Performance keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

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