Der Solana-Kurs (SOL) liegt aktuell bei etwa 87 USD, nachdem er von den Höchstständen im Januar um 55 % gefallen ist. Trotzdem hat das dezentrale DEX-Ökosystem mit dem höchsten Wochenvolumen seit einem Jahr ein neues Hoch erreicht.
Das DEX-Volumen von Solana ist in der Woche bis zum 16. März auf 138,4 Milliarden USD gestiegen, mehr als doppelt so viel wie das Tief von 68,1 Milliarden USD Mitte Februar. Dieser Anstieg deutet darauf hin, dass die Aktivität auf der Blockchain wieder zunimmt, allerdings hat der Kurs bisher kaum darauf reagiert. Diese Diskrepanz zwischen Nutzung und Preis ist der zentrale Punkt dieser Analyse.
DEX-Erholung trifft auf hartnäckiges Chart-Muster
Die wöchentlichen DEX-Volumendaten vom exklusiven Dune-Dashboard von BeInCrypto zeigen eine deutliche Trendwende. Pumpswap allein machte 101,2 Milliarden USD von den insgesamt 138,4 Milliarden USD aus. Danach folgen Meteora mit 21,3 Milliarden USD und Raydium mit 4,7 Milliarden USD. Das Februartief bei 68,1 Milliarden USD fiel mit den stärksten Kursverlusten von Solana zusammen, als SOL von 149 USD auf etwa 67 USD zwischen Mitte Januar und Anfang Februar fiel.
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Die Erholung der DEX-Aktivität geht einher mit Solanas Entwicklung in einen aufsteigenden Kanal auf dem Tages-Chart. Seit Anfang Februar bewegt sich SOL zwischen steigenden Trendlinien. Dieser Kanal sieht auf den ersten Blick bullisch aus, allerdings ist ein aufsteigender Kanal nach einem Kursrückgang von 55 % kein automatisches Umkehrsignal. Oft deutet er auf eine Korrekturbewegung im Rahmen eines größeren Abwärtstrends hin, sofern nicht die obere Trendlinie klar durchbrochen wird.
Der Solana-Kurs hat das Swing-High bei 97 USD getestet und ist daran gescheitert. Diese Marke fungiert seit Februar als Widerstand. Solange SOL nicht auf Tagesbasis über 97 USD schließt, bleibt der Kanal eine Erholungsstruktur statt einer bestätigten Trendwende. Ob sich das Gleichgewicht verschiebt, hängt davon ab, wer verkauft und wie viel Zuversicht unter der Oberfläche bleibt.
Der Netto-unrealisierte Gewinn/Verlust für kurzfristige Halter (NUPL), eine Glassnode-Kennzahl, die zeigt, ob jüngste Käufer im Gewinn oder Verlust sind, zeigt eine interessante Veränderung. Als SOL Anfang Februar das Tief von 67 USD erreichte, lag der kurzfristige Halter-NUPL bei etwa -0,95 und damit tief in der Kapitulationszone. Bis zum 22. März stieg dieser Wert auf -0,37.
Der Wert ist weiterhin negativ, das heißt, kurzfristige Halter stehen noch im Minus. Allerdings hat sich die Lücke zwischen ihrem Einstiegspreis und dem aktuellen Kurs deutlich verringert. Damit entsteht ein spezielles Risiko: Wenn die Verluste kleiner werden, steigt die Versuchung, beim Erreichen des Breakeven oder bei Minimalverlusten zu verkaufen. Kurzfristige Halter steigen historisch betrachtet während einer Erholungsrallye eher aus, anstatt auf eine vollständige Erholung zu warten.
On-Chain-Daten zeigen wachsende Akkumulation trotz Verkaufsrisiko
Solana ist im Monatsvergleich nur um etwa 3 % gestiegen, obwohl der Kanal sich allmählich nach oben bewegt. Schon ein kleiner Anstieg auf 90 bis 95 USD könnte daher bei dieser Gruppe Verkäufe zum Breakeven auslösen.
Das Wechselspiel mit dem Netto-Bestandswechsel an Börsen zeichnet ein anderes Bild. Am 17. März wurden etwa 496.000 SOL netto von Börsen abgezogen. Bis zum 22. März stieg dieser Nettoabfluss auf mehr als 2,18 Millionen SOL, ein Anstieg um etwa 340 % in fünf Tagen. Die beschleunigten Abflüsse zeigen, dass Spot-Investoren Token von den Börsen abziehen, was typischerweise als Zeichen der Akkumulation und nicht als Vorbereitung für einen Verkauf gilt.
Der Konflikt ist deutlich: Investoren mit langfristiger Überzeugung ziehen SOL von Börsen ab. Kurzfristige Halter mit schwindenden Verlusten stehen allerdings bereit, bei einem Kursanstieg zu verkaufen. Der Kursverlauf von SOL entscheidet, welche Gruppe sich durchsetzt.
Solana-Chart zeigt entscheidende Kursmarken
SOL wird aktuell bei etwa 87 USD gehandelt, knapp über der unteren Trendlinie des aufsteigenden Kanals um 85 USD. Ein Tagesschluss unter 85 USD würde den Kanal durchbrechen und könnte den Weg zu 80 USD ebnen, gefolgt vom Jahrestief bei 67 USD.
Auf der Oberseite bleibt der nächste wichtige Widerstand die Marke von 97 USD, das Swing-High, das seit Februar jede Erholungsrallye gestoppt hat. Ein Ausbruch über 97 USD würde die 0,5-Fibonacci-Marke bei 100 USD ins Blickfeld rücken. Dies ist sowohl eine psychologisch wichtige Marke als auch der Bereich, in dem bullische Überzeugung zuzunehmen beginnt. Oberhalb von 100 USD wäre die obere Trendlinie des aufsteigenden Kanals bei etwa 108 USD das nächste Ziel, danach folgen 115 USD und schließlich 134 USD als 1,618-Fibonacci-Erweiterung.
Das gestiegene Handelsvolumen auf den DEXes spricht für ein bullisches Sentiment, jedoch muss die Struktur des SOL-Kurses dies noch bestätigen. Der SOL-Kurs ist in über einem Monat nur um etwa 3 % gestiegen, obwohl die Handelsaktivität auf der Blockchain um 103 % zugenommen hat. Diese Abweichung könnte sich in eine von zwei Richtungen auflösen. Momentan trennt ein Kurs über 85 USD eine mögliche Erholung innerhalb des Kanals von einem Rücksetzer, der den Weg zu 67 USD erneut öffnen würde.