Der Solana-Kurs steht Anfang Februar weiterhin stark unter Druck. Der Token ist in den letzten 30 Tagen fast 30 Prozent gefallen und bewegt sich in einem abwärts gerichteten, schwächer werdenden Trendkanal. Der Kurs nähert sich immer weiter der unteren Begrenzung, da das langfristige Vertrauen nachlässt.
Zudem ist die Netto-Staking-Aktivität eingebrochen, das Kaufen an den Börsen hat nachgelassen und kurzfristige Trader bauen wieder neue Positionen auf. Zusammen zeigen diese Signale, dass mehr SOL verkauft werden könnten, genau dann, wenn die technische Unterstützung schwächer wird.
SponsoredStaking-Kollaps trifft auf Risiko eines Abwärtskanal-Durchbruchs
Die jüngste Schwäche von Solana wird durch einen starken Rückgang der Staking-Aktivität verstärkt. Die Staking Difference-Metrik von Solana misst die wöchentliche Netto-Veränderung an SOL, die in den nativen Staking-Konten gebunden sind. Positive Werte bedeuten, dass neues Staking passiert. Negative Werte zeigen Netto-Unstaking an.
Ende November war das langfristige Vertrauen noch groß. In der Woche bis zum 24. November gab es bei den Staking-Konten einen Nettozufluss von über 6,34 Millionen SOL. Das war eine starke Phase, in der viel hinzugefügt wurde.
Dieser Trend hat sich jetzt komplett gedreht. Mitte Januar gab es wöchentlich mehr Unstaking. In der Woche bis zum 19. Januar wurden etwa –449.819 SOL abgezogen. Bis zum 2. Februar waren es schon –1.155.788 SOL, das ist ein Anstieg des Unstaking um etwa 150 Prozent in nur zwei Wochen.
Das bedeutet, dass immer mehr SOL durch Unstaking freigegeben werden und wieder frei handelbar sind. Nach dem Unstaking können diese Token an Börsen verschoben und direkt verkauft werden. Dadurch steigt das Risiko auf weitere Kursverluste.
Dieser Einbruch passiert, während der Kurs nah an der unteren Grenze seines Abwärtskanals ist. Es besteht die Möglichkeit, dass der Kurs um 30 Prozent weiter fällt.
Da SOL aktuell bei etwa 96 USD steht, ist die Mischung aus schwacher Technik und wachsendem Angebot sehr riskant. Falls noch mehr Verkauf kommt, könnte die Kanal-Unterstützung nicht halten.
Börsenkäufe gehen zurück, während Spekulanten ihren Einsatz erhöhen
Weniger Staking wirkt sich nun auch auf die Börsen aus. Der Exchange Net Position Change zeigt, wie viel SOL innerhalb von 30 Tagen auf die Börsen oder davon weg bewegt wird. Negative Werte bedeuten, dass mehr abgezogen und gesammelt wird. Steigende Werte zeigen, dass das Interesse am Kauf nachlässt.
Am 1. Februar lag diese Kennzahl bei etwa –2,25 Millionen SOL. Das war ein Zeichen für starken Kaufdruck. Bereits am 3. Februar war der Wert aber nur noch –1,66 Millionen SOL. Innerhalb von zwei Tagen sind die Abflüsse an den Börsen um fast 26 Prozent gesunken. Das zeigt, dass weniger neue Käufer kommen.
Dieser Rückgang der Käufe kommt genau dann, wenn das Unstaking zunimmt und mehr SOL für den Handel bereit ist. Steigt das Angebot und fällt die Nachfrage, kann der Kurs schnell weiter sinken.
SponsoredGleichzeitig nimmt das spekulative Handeln zu.
Die HODL Waves Daten trennen Wallets nach der Haltezeit. Von 2. Februar bis 3. Februar ist der Anteil der Gruppe, die SOL ein Tag bis eine Woche hält, von 3,51 Prozent auf 5,06 Prozent gestiegen. Diese Gruppe steht für kurzfristige Solana-Halter, die meist in Phasen mit stärkeren Kursschwankungen einsteigen und schnell wieder verkaufen.
Solches Verhalten gab es schon Ende Januar. Am 27. Januar hatte diese Gruppe 5,26 Prozent des Angebots, als SOL bei etwa 127 USD lag. Am 30. Januar sank ihr Anteil auf 4,31 Prozent, während der Kurs auf 117 USD fiel, ein Rückgang von fast 8 Prozent.
Dieses Muster zeigt, dass das Geld der Spekulanten meist nur auf schnelle Gewinne hofft und nicht lange investiert bleibt. Das erhöht die Chance, dass solche Kurserholungen schnell wieder verschwinden.
Sponsored SponsoredWichtige Solana-Kursmarken zeigen weiter 65-USD-Risiko
Die technische Struktur zeigt weiterhin Schwäche, was sich auch in den On-Chain-Daten widerspiegelt. SOL befindet sich immer noch in einem abwärts gerichteten Kanal, der den Kurs seit November nach unten lenkt. Nachdem die wichtige 98-USD-Unterstützung verloren ging, liegt der Kurs nun bei etwa 96 USD und damit nah an der unteren Begrenzung des Kanals.
Falls diese Unterstützung nicht hält, liegt das nächste große Ziel auf der Unterseite laut Fibonacci-Projektionen bei rund 67 USD. Eine stärkere Abwärtsbewegung könnte den Kurs bis auf etwa 65 USD führen. Das entspricht einem kompletten 30-Prozent-Ausbruch aus dem Kanal.
Nach oben ist eine Erholung weiterhin schwierig. Das erste Level, das Solana zurückerobern muss, liegt bei 98 USD. Danach folgt ein stärkerer Widerstand um 117 USD, der im Januar mehrere Aufwärtsbewegungen gestoppt hat. Erst ein nachhaltiger Anstieg über 117 USD würde die bärische Struktur aufheben.
Bis dahin bleiben die Abwärtsrisiken hoch.
Da das Staking deutlich zurückgeht, das Kaufinteresse auf den Börsen schwächer wird und Spekulationen zunehmen, kommen mehr SOL in Umlauf – genau zu dem Zeitpunkt, an dem auch die technischen Unterstützungen bröckeln. Wenn keine langfristigen Anleger zurückkehren, kann es für Solana weiter nach unten bis auf 65 USD gehen.