Der Solana-Kurs ist in den letzten drei Tagen um etwa 9% gefallen, nachdem auf dem Tages-Chart ein Signal für eine Kurskorrektur aufgetreten ist. Das gleiche Signal führte Anfang März zu einer stärkeren Korrektur von 14%. Dieses Mal ist jedoch etwas anders.
Solana-Halter waren auf diesen Rückgang offenbar nicht vorbereitet, obwohl sie beim letzten Mal deutlich reagierten. Noch wichtiger ist, dass sie dieses Mal anders reagierten.
Bärische Divergenz löst Rücksetzer unter wichtige Marken aus
Solana zeigte zwischen dem 2. Februar und 16. März eine versteckte bärische Divergenz.
In diesem Zeitraum bildete der Kurs ein tieferes Hoch, während der Relative-Stärke-Index (RSI), ein Momentum-Indikator für Kauf- und Verkaufsdruck, ein höheres Hoch ausbildete. Das nennt man eine versteckte bärische Divergenz. Solch eine Konstellation signalisiert oft einen Rücksetzer, da das Momentum steigt, der Kurs jedoch nicht nachzieht.
Ein ähnliches Signal erschien bereits zwischen dem 2. Februar und 4. März. Damals folgte ein starker Rückgang von fast 14,7%.
Auch diesmal wiederholte sich das Muster. Nach dem 16. März fiel Solana um etwa 9,15%.
Gleichzeitig verlor der Kurs die 50-Tage-Exponentielle-Gleitende-Durchschnittslinie (EMA), welche als Trendlinie mehr Gewicht auf jüngste Kurse legt und die kurzfristige Richtung zeigt. Diese lag bei rund 93 USD und diente als Unterstützung. Der Verlust dieses Levels zeigte Schwäche. Allerdings verlangsamte sich der Rückgang in der Nähe der 20-Tage-EMA bei etwa 88 USD, die nun als direkte Unterstützung dient, wobei der Kurs bei fast 89 USD liegt.
Das Signal erwies sich also erneut als richtig. Allerdings blieb die Reaktion der Halter auf diese Bewegung aus.
Solana-Halter überrascht vom plötzlichen Kursrutsch
Der entscheidende Unterschied liegt im Muster der Halter. Die Kennzahl „Netto-Positionsänderung der Hodler”, die Wallets mit Vermögenswerten über 155 Tage misst, zeigte dieses Mal ein anderes Bild. Diese Solana-Halter sind mittel- bis langfristig orientiert, und diese Kennzahl zeigt, ob sie ihre Positionen ausbauen oder verringern.
Am 4. März, als die gleiche Divergenz auftrat, wechselten diese Halter sofort zu Wallet-Abflüssen (Verkäufen) zwischen dem 4. und 5. März. Der folgende Rückgang bestätigte das bärische Szenario.
Doch am 16. März änderte sich die Reaktion.
Statt zu verkaufen, akkumulierten die Halter Solana. Die Netto-Positionsänderung stieg von etwa 1.501.793 SOL auf 1.651.613 SOL. Das entspricht einem Anstieg von rund 10%. Selbst nach einem leichten Solana-Kursrückgang bleibt die Kennzahl positiv. Das zeigt, dass die Halter auf diesen Rückgang nicht vorbereitet waren.
Nicht, weil sie das Signal übersehen haben, sondern weil sie sich auf etwas anderes eingestellt haben. Das macht dieses Setup besonders. Zwar deutet das Signal auf einen Rücksetzer hin, doch die Positionierung der Halter spricht für die Erwartung einer Fortsetzung.
Somit stellt sich die nächste Frage: Was sehen die Halter, das diese Ansicht stützt?
Solana-Kursmuster: Worauf Coin-Halter jetzt setzen
Die Antwort liegt vermutlich in der übergeordneten Struktur. Vom Hoch am 6. Februar bis zum Hoch am 16. März scheint Solana ein „Cup-and-Handle”-Muster auszubilden. Der aktuelle Rückgang passt in die sogenannte Griff-Phase, die meist eine kurze Konsolidierung vor einer Fortsetzung ist.
Das deutet darauf hin, dass der Rückgang von 9% kein Einbruch sein muss. Er könnte vielmehr Teil eines größeren bullischen Setups sein. Das ist der entscheidende Unterschied zum Anfang März, als die Struktur schwächer war. Nun ist sie klarer erkennbar.
Das erklärt auch, warum Halter nicht verkauft haben. Sie positionieren sich vermutlich für die Fortsetzung dieses Musters. Nun entscheiden wichtige SOL-Levels, ob diese Sichtweise Bestand hat.
Auf der Unterseite ist 88 USD die erste Unterstützung und stimmt mit der 20-Tage-EMA überein. Ein Fall unter dieses Level könnte den Rücksetzer ausweiten. Darunter ist 80 USD die nächste wichtige Unterstützung. Fällt auch 75 USD, wäre die gesamte bullische Struktur hinfällig.
Auf der Oberseite ist 93 USD die erste Marke, die zurückerobert werden muss, und stimmt dabei mit dem 50-Tage-EMA überein. Darüber ist 99 USD der entscheidende Ausbruchspunkt. Ein Anstieg über 99 USD könnte das Muster bestätigen und eine Rallye von etwa 24% auslösen, mit einem möglichen Ziel nahe 124 USD.