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Ein Tweet aus dem Weißen Haus zeigt das wahre Risiko des CLARITY Acts

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Geschrieben von
Camila Grigera Naón

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Redigiert von
Phil Haunhorst

05 Februar 2026 11:00 CET
  • Stablecoin-Renditen im Fokus: Wird die CLARITY Act-Ausweitung der Überwachung übersehen?
  • Treffen im Weißen Haus: Neue Spannungen zwischen Banken und Krypto – Wall Street will Regeln bestimmen
  • Unklare CLARITY-Regeln: Börsen überwachen und meiden Privacy-Coins
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Die Debatte über den CLARITY Act dreht sich meist um den Streit zwischen Banken und Krypto-Firmen wegen der Erträge aus Stablecoins. Dieser Konflikt steht im Vordergrund, wenn das neue Gesetz als Marktstruktur-Regelwerk diskutiert wird. Dabei wird ein leiseres, aber vielleicht wichtigeres Thema übersehen.

Sobald der CLARITY Act beschlossen ist, werden regulierte Krypto-Rollen offiziell anerkannt und indirekt an das Bankgeheimnisgesetz (BSA) gebunden. Auch ohne klare Vorgaben droht ein Überwachungsmodell, das Vermittler dazu zwingt, Privatsphäre-Coins zu entfernen und den Datenschutz aufzugeben, noch bevor der Kongress die Vor- und Nachteile offen besprochen hat.

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Banken verhandeln über Stablecoin-Renditen – Was steckt dahinter?

Am Montag trafen sich Branchenkenner und Berater des US-Präsidenten Donald Trump, um mögliche Kompromisse im weiter umstrittenen Marktstruktur-Gesetz zu besprechen.

Geleitet wurden die Gespräche von Patrick Witt, dem geschäftsführenden Direktor des Präsidentenrats für digitale Vermögenswerte. Bei diesem Erfahrungsaustausch waren führende Köpfe aus Krypto und dem Bankensektor anwesend.

Das Treffen schürte erneut Spannungen zwischen der Krypto-Branche und der traditionellen Finanzwelt.

Kritiker fragten, warum Politiker die Wall Street einladen, ein Gesetz zu formen, das Produkte betrifft, die direkt mit dem Kerngeschäft der Banken konkurrieren. Besonders betroffen sind Stablecoins mit Rendite, die viele als Bedrohung für klassische Bankeinlagen sehen.

Allerdings geriet dadurch ein wichtiges Thema fast unbeachtet in den Hintergrund: Datenschutz.

KOLs fragen, warum Banken bei den CLARITY Act-Gesprächen dabei sind
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So bringt CLARITY Krypto unter das Bankgeheimnisgesetz

Der CLARITY Act stellt sich als Gesetz für die Marktstruktur vor. Es soll für die US-Krypto-Branche rechtliche Klarheit schaffen. Außerdem sollen die Aufgaben klar bei den Aufsichtsbehörden liegen.

Doch das Gesetz macht mehr als nur Grenzen abstecken.

Mit der klaren Definition von regulierten Krypto-Rollen, vor allem für zentrale Börsen und Stablecoin-Emittenten, werden diese direkt in das bestehende Finanzsystem eingebunden.

Sobald diese Rollen offiziell anerkannt werden, ist die Einhaltung des Bankgeheimnisgesetzes (BSA) fast nicht mehr zu vermeiden. Das Gesetz sagt allerdings nicht genau, wie das BSA für On-Chain-Aktivitäten angewendet werden soll.

Dadurch treffen Vermittler die wichtigen Entscheidungen – und nicht der Kongress.

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Deshalb greifen Börsen und Verwahrer auf umfangreiche Identitätsprüfungen, starke Überwachung von Transaktionen und mehr Datenspeicherung zurück. So setzen sie in der Praxis Standards, ohne dass es ein klares Gesetz dazu gibt.

Dadurch trifft es Projekte mit Fokus auf Privatsphäre besonders stark.

Privatsphäre-Coins im Visier: Droht jetzt das Aus?

Das BSA verlangt von Finanzunternehmen, die Identität der Kunden zu prüfen und verdächtige Aktivitäten zu melden. In der Praxis heißt das, man muss wissen, wer die Kunden sind, und bestimmte Warnsignale an die Behörden weitergeben.

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Das Gesetz verlangt allerdings keine komplette und ständige Nachverfolgung aller Transaktionen oder dass immer jede Transaktion einer Person zugeordnet werden kann.

Trotzdem handeln große Krypto-Firmen wie Binance, Coinbase und Circle so, als wäre das nötig. Sie setzen BSA-Konformität mit maximaler Transparenz On-Chain gleich, um das eigene Risiko zu minimieren, weil sie rechtlich unsicher sind.

Das führt dann zu strengen Nachverfolgungs-Regeln und zur Ablehnung von Protokollen, die weniger Transparenz erlauben. So listen zentrale Börsen oftmals keine Privatsphäre-Coins wie Monero oder Zcash – nicht, weil das der BSA fordert, sondern, um auf Nummer sicher zu gehen.

Bisher regelt das CLARITY Act nicht, wie das BSA für Blockchain-Systeme gelten soll, bei denen Privatsphäre und Pseudonymität anders funktionieren als beim klassischen Banking. Das ist wichtig.

Wenn man diese Regeln offen lässt, setzt sich automatisch die strengste Überwachungs-Variante als Standard durch.

Dadurch sind besonders Menschen betroffen, die an den Grundwerten der Krypto-Community festhalten, weil datenschutzorientierte Tools und Dienste die größten Einschränkungen erleben.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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