Die Stellar Development Foundation (SDF) gab auf der Consensus in Hongkong bekannt, dass TopNod, eine nicht-verwahrende Wallet, sich mit dem Stellar-Netzwerk verbinden wird. Dieser Schritt ist Teil einer größeren Expansion von SDF nach Asien – eine Region, in der starke Konkurrenz von Solana, TON und XRP im Bereich Zahlungen und Tokenisierung besteht.
Die Wallet von TopNod nutzt Schlüssel-Sharding und die Trusted Execution Environment (TEE)-Technologie, damit Nutzer keine Seed Phrases mehr benutzen müssen. Die Plattform konzentriert sich auf tokenisierte reale Vermögenswerte (RWAs) und Stablecoins, statt auf spekulative Token. Allerdings ist das Projekt noch jung und außerhalb der Web3-Community wenig bekannt.
SponsoredSDF setzt auf Wachstumsmärkte
Im exklusiven Gespräch mit BeInCrypto nannte Stellar-CBO Raja Chakravorti die Asien-Pazifik-Region „einen entscheidenden Wachstumstreiber“. SDF plant, in den nächsten zwölf Monaten Anker-Netzwerke in Indonesien, den Philippinen und Vietnam zu schaffen.
„Wir haben zuerst Mitarbeitende eingestellt, die sich auf Singapur konzentrieren, aber wir arbeiten wirklich daran, schnell zu wachsen”, sagte Chakravorti. Er ergänzte, dass weitere Partnerschaften mit Finanzinstituten in der APAC-Region in den kommenden zwei Quartalen angekündigt werden – genaue Details nannte er jedoch nicht.
SDF hat zudem eine Partnerschaft mit MarketNode, einer tokenisierungsbasierten Plattform aus Singapur, geschlossen. Außerdem ist SDF im Gespräch mit Finanzinstituten, um Geldmarktfonds in der Region zu tokenisieren.
Die Ambitionen sind klar, doch die Umsetzung bleibt eine Herausforderung. Der On-Chain-RWA-Wert von Stellar überstieg im vergangenen Jahr 1 Mrd. USD und das DeFi-TVL verdreifachte sich. Dennoch ist XLM etwa 71 Prozent unter dem Hoch von 0,52 USD aus 2025 geblieben und entwickelte sich schlechter als Bitcoin und Ethereum. Das tägliche Transaktionsvolumen blieb stabil, allerdings ist der Durchschnittswert der Transaktionen gesunken. Das deutet darauf hin, dass Zahlungsanwendungen weiter genutzt werden, spekulative und große Geldbewegungen jedoch abgenommen haben.
2026: Das Verteilungsproblem
Chakravorti räumte ein, dass Tokenisierung allein kein Alleinstellungsmerkmal mehr ist.
Sponsored„Letztes Jahr ging es darum, zu zeigen, dass tokenisierte Produkte im großen Stil gebaut werden können. Im nächsten Jahr werden wir uns darauf konzentrieren, den richtigen Weg zur Verbreitung dieser Vermögenswerte zu finden”, sagte er zu BeInCrypto.
Genau das ist wahrscheinlich die größte Herausforderung für Stellar. Franklin Templetons tokenisierter Geldmarktfonds ist weiterhin das Vorzeigeprodukt für RWAs. Die US Bank verkündete zudem vor Kurzem eine Stablecoin-Partnerschaft. Dennoch ziehen Konkurrenz-Projekte schnell nach: Solana und Polygon sind wie Stellar Gründungsmitglieder des Blockchain Payments Consortium (BPC) und Netzwerke wie Ethereum und Avalanche gewinnen weiterhin institutionelle Tokenisierungsprojekte.
Datenschutz oder Regelkonformität: Was zählt jetzt mehr?
Mit dem X-Ray Upgrade (Protokoll 25) führte Stellar kürzlich native Zero-Knowledge-Kryptografie ein. Chakravorti bezeichnet dies als institutionelle Notwendigkeit, nicht als Feature für Datenschutz-Fans.
„Zu den Datenschutzfunktionen zählen das Senden, Empfangen, wer Inhaber ist – doch das alles muss prüfbar sein”, sagte er. „Der Datenschutz sieht unterschiedlich aus, je nachdem, mit wem man spricht.”
Ob diese anpassbare Herangehensweise sowohl den Anforderungen der Behörden als auch den Nutzern, die Privatsphäre schätzen, in Asien genügt, bleibt offen.
So geht es jetzt weiter
SDF bestätigte, dass die jährliche Meridian-Konferenz im Oktober 2026 nach Abu Dhabi zieht. Die Integration von TopNod soll in den Philippinen, Singapur, Japan und weiteren asiatischen Märkten starten, dennoch wurde kein genauer Zeitplan genannt.
Für Stellar gilt also weiterhin: gute Infrastruktur, wachsende institutionelle Nachfrage und eine klare Strategie. Das fehlende Element – wie auch Chakravorti zugab – ist die breite Verteilung.