MicroStrategy besitzt 762.099 Bitcoin (BTC), die etwa 51,5 Milliarden USD wert sind. Es gibt jedoch eine hitzige Diskussion darüber, ob das Unternehmen im Falle einer Liquidation überhaupt die Hälfte dieses Betrags zurückerhalten könnte.
Das Unternehmen hat seinen Kauf von BTC vor Kurzem erstmals seit 13 Wochen pausiert. Zugleich richtet sich der Fokus nun stärker auf STRC-Vorzugsaktien. Das zeigt, dass Ertragsorientierung bei der Finanzierung für MicroStrategy im Vordergrund steht, statt weiterhin massiv zu akkumulieren.
MicroStrategy: Buchwert im Vergleich zum Ausstiegswert
Laut dem Mitgründer von Taproot Wizards, Udi Wertheimer, ist der BTC-Bestand von Strategy eigentlich nicht 51,5 Milliarden USD wert.
„…wenn Saylor jemals versucht zu verkaufen, wird er dafür nicht mehr als 20 Milliarden USD bekommen. Wahrscheinlich weniger. Jeder weitere Dollar, den er in BTC steckt, ist für immer verloren. Er besitzt bereits mehr BTC, als er jemals verkaufen kann”, schrieb Wertheimer.
Strategy hält etwa 3,63% des gesamten Umlaufangebots von BTC. Bereits eine einzelne Marktverkaufsorder über 500 BTC kann an Börsen mit mittlerer Liquidität einen Kursrückgang von zwei bis vier % auslösen.
Das Abstoßen von 762.099 BTC durch Bitget würde einen Umfang erreichen, der jede bisherige Liquidation im Kryptomarkt deutlich übertrifft.
Die Liquidität in Krypto-Märkten hat sich seit dem Zusammenbruch von FTX verbessert. Neue Produkte wie BTC- und ETH-ETFs haben diese Entwicklung zudem beschleunigt.
Trotzdem bleibt der Verkauf von großen Positionen eine komplexe Herausforderung.
Premium Value: Warum der bullische Fall überzeugt
Bitcoin Asset Research äußerte die gegenteilige Meinung zur Liquiditätsfrage. Wenn der Kauf von 760.000 BTC am offenen Markt weit mehr als 50 Milliarden USD kosten würde, weil der Kurs dabei massiv steigen würde, hätten die Bestände einen eingebauten Erwerbsaufschlag.
Der Unternehmenswert von Strategy liegt derzeit bei 57 Milliarden USD. Das Verhältnis von Unternehmenswert zum Nettovermögenswert beträgt damit 1,11.
Das bedeutet, dass der Markt die BTC-Position bereits über dem aktuellen Spotwert bewertet, wenn alle ausstehenden Wertpapiere berücksichtigt werden.
Allerdings zeichnet der Basis-mNAV ein anderes Bild. Der Basis-mNAV von Strategy beträgt 0,79. Das heißt, die Marktkapitalisierung der Stammaktien von 40 Milliarden USD liegt unter dem Wert der BTC-Bestände des Unternehmens.
Neue Berechnungen sprechen für bullisches Sentiment
Adam Livingston ergänzte einen Chart von strategy.com, der zeigt, dass die Anzahl der verwässerten Aktien je gehaltener BTC von 1.767 im Dezember 2020 auf 496 im März 2026 gesunken ist. Das entspricht einem Rückgang um 72% innerhalb von fünf Jahren.
Dieser Mechanismus funktioniert deshalb, weil Strategy Aktien mit einem Aufschlag zum BTC-Nettovermögenswert ausgibt. Übersteigt der mNAV den Wert von 1,0, kann mit jeder neuen Aktie mehr BTC pro bestehender Aktie gekauft werden, als durch die Verwässerung verloren geht.
Die gesamten Bestände von Strategy liegen aktuell bei 762.099 BTC. Dafür wurden insgesamt rund 57,69 Milliarden USD ausgegeben, was einem Durchschnittspreis von 75.694 USD pro BTC entspricht.
Da BTC aktuell bei etwa 67.489 USD gehandelt wird, bedeutet das einen noch nicht realisierten Verlust von rund zehn %.
Beide Argumente sind berechtigt
Wertheimer stellte später im Thread klar, dass er tatsächlich long bei MSTR investiert ist. Er ist überzeugt, dass Saylors neue Vorzugsaktien wie STRC kurzfristig funktionieren werden.
Seine Sorge bezieht sich jedoch auf das langfristige strukturelle Exit-Problem, das mit jedem weiteren Kauf wächst.
Die Zahl großer Bitcoin-Transaktionen, sogenannter Whale Transfers, ist zuletzt auf 6.417 Übertragungen mit einem Volumen über 100.000 USD gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit September 2023 und zeigt, dass große Investoren ihre Aktivität deutlich reduziert haben.
Wenig Aktivität von Whales deutet darauf hin, dass selbst die aktuelle Markttiefe Schwierigkeiten haben könnte, einen aggressiven Verkauf durch einen großen Halter aufzufangen.
Gleichzeitig spiegelt die Diskussion eine bekannte Spannung in der traditionellen Finanzwelt wider. Warren Buffett kann seine Apple-Position nicht einfach über Nacht verkaufen, ohne dass die Aktie massiv fällt.
Allerdings ist die Position von Strategy im Verhältnis zum gesamten Bitcoin-Markt deutlich stärker konzentriert als bei vergleichbaren Beteiligungen an Aktien.
Ob der Aufschlag oder Abschlag bestehen bleibt, hängt ab von:
- Der Kursentwicklung von Bitcoin,
- anhaltender Nachfrage nach Emissionen und
- der Bereitschaft des Marktes, Strategy als gehebeltes Bitcoin-Investment und nicht als Software-Unternehmen mit einem illiquiden Bestand an Coins zu sehen.