Der Chief Risk Officer von Strive (ASST), Jeff Walton, hat die bullische Argumentation für das, was er „Digital Credit” nennt, dargelegt. Er meint, dass schon eine einzige Änderung in der Bewertung von Bitcoin (BTC) durch Ratingagenturen dazu führen könnte, dass Strategy (MSTR) vom Ramschniveau in den Investment-Grade-Bereich aufsteigt.
In seinen Ausführungen sprach Walton über die Lücke zwischen der Bewertung von Bitcoin-Treasury-Unternehmen durch Ratingagenturen und dem Kapital, das dadurch erschlossen werden könnte.
Bitcoin mit Nullwert in der Bilanz
Das führende US-amerikanische Kreditrating-System, das von S&P Global dominiert wird, bewertet BTC auf Unternehmens-Bilanzen derzeit mit exakt null. Jede Dividende oder Fähigkeit zum Schuldendienst muss so begründet werden, als ob die BTC-Bestände nicht existieren.
S&P verlieh Strategy im Oktober 2025 eine B- Emittentenbewertung, welche im Dezember mit einem stabilen Ausblick bestätigt wurde.
Die Agentur nannte hohe Bitcoin-Konzentration, eine enge Geschäftsausrichtung und geringe USD-Liquidität als Gründe. Strategy hält aktuell über 761.000 BTC, die rund 53 Milliarden USD wert sind.
Walton ist der Ansicht, dass eine Bewertung von BTC durch die Agenturen mit einem Wert größer null dazu führen müsste, dass Strategy in den Investment-Grade-Bereich aufsteigt.
Er sieht darin die wichtigste Schwelle, die Bitcoin-Treasury-Unternehmen vom großvolumigen institutionellen Kapital trennt.
Das Fünf-zu-eins-Kapitalgefälle
Der US-Anleihenmarkt für den Investment-Grade-Bereich ist etwa fünfmal so groß wie der Markt für Hochzinsanleihen. Mit einem Wechsel in den Investment-Grade hätte Strategy Zugang zu:
- Pensionsfonds
- Versicherungen
- Investment-Grade-Anleihefonds
- Indexfonds
- Bankenkollateral-Programme
Walton verwies zum Vergleich auf aktuelle Anleiheemissionen im Jahr 2026. Google sammelte 32 Milliarden USD ein, Amazon 37 Milliarden USD, Oracle 25 Milliarden USD und Honeywell 16 Milliarden USD — alle zu niedrigen Investment-Grade-Konditionen.
Ein Investment-Grade-Status für Strategy könnte ähnliche Märkte eröffnen, um BTC-Käufe zu beschleunigen — dabei zu deutlich geringeren Finanzierungskosten.
Walton ergänzte, dass ein großer Teil traditioneller Unternehmensanleihen mit BBB-Rating auf Cashflows basiert, die noch nicht auf KI-Störungen, Margendruck oder zunehmende fiskalische Belastungen getestet wurden.
Er argumentiert, dass sich mit Digital Capital und Digital Credit das Risiko im gesamten Kreditmarkt neu bewerten werden wird.
Strive setzt auf eigenes Engagement
Walton trifft diese Aussage nicht als Außenstehender. Strive investierte am 11. März 50 Millionen USD in Strategy STRC-Vorzugsaktien. Das ist mehr als ein Drittel der eigenen Corporate Treasury. STRC bringt etwa 11,5% Rendite.
Strive selbst hält etwa 13.628 BTC und verwaltet mehr als 2,5 Milliarden USD an Vermögen über die Tochter Strive Asset Management. Durch diese gegenseitigen Beteiligungen sind beide Unternehmen direkt finanziell an der These beteiligt, die Walton öffentlich vertritt.
Ob die Ratingagenturen künftig BTC auf Unternehmens-Bilanzen anrechnen, ist noch offen.
Dennoch zeigt die Differenz zwischen Strategys aktueller B- Bewertung und dem Kapital, das durch einen Investment-Grade-Status verfügbar wäre, sehr deutlich, was für Investoren auf dem Spiel steht.