SWIFT, das Kommunikationssystem, das mehr als 11.000 Finanzinstitute in über 200 Ländern verbindet, hat bestätigt, dass sein blockchain-basiertes gemeinsames Hauptbuch nun in die erste MVP-Phase geht.
Nach Abschluss einer Designphase mit einer globalen Gruppe von Banken bereitet das Netzwerk jetzt echte Transaktionen für später in diesem Jahr vor.
So funktioniert SWIFTs Blockchain-Ledger wirklich
Das gemeinsame Hauptbuch ist keine öffentliche Blockchain und nutzt keine native Kryptowährung. Es handelt sich um eine permissioned Infrastruktur, die auf Linea basiert. Linea ist eine Ethereum Layer-2-Blockchain, die von ConsenSys entwickelt wurde.
Im Hauptbuch werden Transaktionen zwischen Finanzinstituten erfasst, geordnet und geprüft, und zwar über Smart Contracts. Dadurch können tokenisierte Einlagen, regulierte Stablecoins sowie digitale Zentralbankwährungen rund um die Uhr in Echtzeit zwischen Instituten übertragen werden.
Welches Problem gelöst wird
Traditionelle grenzüberschreitende Zahlungen hängen vom Korrespondenzbanknetzwerk ab, das innerhalb der Geschäftszeiten arbeitet, viele Zwischenstellen einschließt und viel Aufwand für die Abstimmung verursacht.
Das SWIFT-Hauptbuch vereint Nachrichtenübermittlung und Abwicklung in einer Ebene. So erhalten Banken eine schnellere Zahlungsabwicklung, bessere Übersicht über Liquidität und einen deutlich geringeren Abstimmungsaufwand.
An der Designphase waren mehr als 30 globale Finanzinstitute beteiligt, darunter JPMorgan, HSBC, BNP Paribas, Deutsche Bank und Bank of America.
Deren Beiträge haben die Funktionen, das Governance-Modell und die Entwicklung der Roadmap des Hauptbuchs beeinflusst.
Wie geht es weiter
Das MVP soll noch in diesem Jahr mit echten Transaktionen aktiviert werden. SWIFT sieht das Hauptbuch nicht als Ersatz für seine bisherige Nachrichteninfrastruktur, sondern als parallelen Weg, der es Instituten ermöglicht, blockchain-basierte Abwicklungen zu nutzen, ohne interne Arbeitsabläufe oder Compliance-Prozesse anpassen zu müssen.
Für den 183 Billionen USD schweren Markt für grenzüberschreitende Zahlungen pro Jahr hat das erhebliche Folgen.