Tom Lee hat 17 große Krypto-Aktien danach geordnet, wie stark sie dem Bitcoin-Kurs und Ethereum-Kurs folgen. Das merkwürdigste Ergebnis steht ganz unten. Die Aktien der Bitcoin-Miner bewegen sich fast gar nicht mehr mit dem Bitcoin-Kurs.
Core Scientific folgte dem Bitcoin-Kurs nur zu 16%. MicroStrategy lag bei 78%. MicroStrategy betreibt jedoch kein Mining, sondern hält lediglich eine große Menge an Bitcoin.
Was zeigen Tom Lees Krypto-Aktien-Rankings?
Der Mitgründer von Fundstrat hat Korrelationen über einen Zeitraum von 90 Tagen mit den beiden Krypto-Fonds von BlackRock gemessen. Er betrachtete jede Aktie mit Krypto-Bezug, die mehr als 2 Milliarden USD wert ist. Die Zahlen kamen von Fundstrat und Factset.
Korrelation zeigt an, ob sich zwei Kurse ähnlich entwickeln. Ein Wert nahe 100% bedeutet, dass sie sich gleichzeitig bewegen. Liegt der Wert nahe null, gibt es keinen Zusammenhang.
BitMine Immersion Technologies (BMNR) lag beim Ethereum-Kurs bei 80%. Coinbase (COIN) erreichte 74%.
Strategy (MSTR) führte beim Bitcoin-Kurs mit 78%. Außerdem erwartet Lee, dass Ether in diesem Zyklus schneller steigt als Bitcoin. Er ist Vorsitzender von BitMine, der Aktie, die in seiner Ethereum-Tabelle vorne steht.
Warum die Bitcoin-Miner dem Bitcoin-Kurs nicht mehr folgen
Schauen wir uns die Miner an. Core Scientific (CORZ) lag bei 16%. Cipher Mining (CIFR) kam auf 17%, TeraWulf (WULF) auf 18% und Hut 8 (HUT) auf 19%.
Riot Platforms (RIOT) erreichte 31% und IREN 33%. Alle lagen hinter Trump Media (DJT), das 40% erreichte und kein Mining betreibt.
Die Erklärung findet sich in den Geschäftszahlen. Diese Unternehmen verkaufen nun Rechenleistung an Firmen für künstliche Intelligenz. Das Geschäft mit KI dominiert mittlerweile.
Der Grund dafür ist einfach. Die Gewinne durch Mining sind gesunken, weil die Kosten gestiegen sind. Gleichzeitig besitzen die Miner zwei wichtige Dinge, um die KI-Firmen besonders kämpfen.
Sie verfügen über günstige Stromverträge und Hallen mit entsprechender Infrastruktur. Das Vermieten an KI-Firmen bringt mehr Geld und zahlt monatlich, nicht pro Block.
Core Scientific erzielte im Quartal bis Juni Einnahmen von 164,2 Millionen USD. Das Colocation-Geschäft brachte davon 136,7 Millionen USD ein. Das eigene Mining brachte 21,5 Millionen USD.
Das KI-Geschäft lieferte also 83% der Einnahmen. Bitcoin trug nur 13% bei.
Auch bei TeraWulf sah es im Mai ähnlich aus. Das Unternehmen erzielte 21,0 Millionen USD durch die Vermietung von Hochleistungsrechnern, aber nur 13,0 Millionen USD durch Mining. Das entspricht 62% durch KI.
IREN ist weiter zurück. Im Quartal bis März kamen 33,6 Millionen USD aus KI-Cloud-Diensten. Das Mining brachte 111,2 Millionen USD. Damit lag der Anteil von KI bei 23%.
Stellt man diese drei Unternehmen Lees Tabelle gegenüber, zeigt sich ein Muster: Je mehr ein Miner durch KI verdient, desto weniger orientiert sich die Aktie am Bitcoin-Kurs.
Core Scientific ist am stärksten auf KI ausgerichtet und hat die geringste Verbindung zum Bitcoin-Kurs. IREN ist am wenigsten KI-orientiert und zeigt die höchste Korrelation. TeraWulf liegt in beiden Kategorien in der Mitte.
„Wir erwarten, dass das Geschäft künftig stärker durch regelmäßige, vertraglich gesicherte Einnahmen bestimmt wird, wodurch die Abhängigkeit von der Volatilität, wie sie beim Bitcoin-Mining üblich war, sinkt”, so Patrick Fleury, Finanzchef von TeraWulf, im Quartalsbericht des Unternehmens.
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Die Entwicklung ist noch auffälliger, wenn man zurückblickt. Core Scientific meldete im Dezember 2022 Insolvenz nach Chapter 11 wegen eines Preisverfalls beim Bitcoin und hoher Schulden an. Im Januar 2024 war das Unternehmen wieder zurück.
Der Miner, den der Bitcoin beinahe vernichtet hätte, ist nun am wenigsten von Bitcoin abhängig.
Was das für Krypto-Aktien und deren Bezug zu Bitcoin ändert
Das Ergebnis ist eindeutig: Wer heute einen Miner wegen der Bitcoin-Entwicklung gekauft hat, besitzt nun eher ein Energie- und Rechenzentrum, dessen Geschäft von der Nachfrage der KI-Firmen abhängt.
Das kann Vor- und Nachteile haben. Miner konnten steigen, während der Bitcoin-Kurs fiel, was eine schwache Korrelation erklärt. Die Entwicklung trifft den gesamten Sektor und ist teuer. MARA und CleanSpark verzeichneten gemeinsam 851 Millionen USD Verlust, weil sie diesem Trend folgten.
Unternehmen mit großer Treasury zeigen eine stärkere Korrelation zum Bitcoin-Kurs. Sie erzielten jedoch keine besseren Ergebnisse. Die Aktie von MicroStrategy lag am Freitag bei 118,86 USD. Das 52-Wochen-Hoch betrug 365,21 USD.
Korrelation beschreibt die Richtung, aber nicht den Gewinn. Eine Aktie kann den Bitcoin-Kurs auch dann nachbilden, wenn er fällt.
Ein Hinweis gilt für alle genannten Zahlen: Dabei handelt es sich um Werte für jeweils 90 Tage. Die Korrelationen ändern sich mit jeder Marktphase und bleiben nicht dauerhaft gleich.
Der Bitcoin-Kurs lag zum Zeitpunkt des Schreibens bei etwa 77.151 USD, was einem Anstieg von 6,3 % an diesem Tag entspricht. Ether wurde nach einem Plus von 3,5 % bei rund 2.412 USD gehandelt.
Die nächste Berichtssaison wird zeigen, wie weit sich die Aufteilung entwickelt. Miner, die mehr Umsatz mit Künstlicher Intelligenz erzielen, sollten sich eher weiter von Bitcoin entfernen als annähern.
Lee hat seine Tabelle erstellt, um Aktionären den Kauf von Krypto-Engagement zu erleichtern. Genau betrachtet zeigt sie, wie viel von diesem Engagement der Mining-Sektor bereits verkauft hat.









