Traditionelle Banken werden den Kryptomarkt nicht dominieren. Stijn Vander Straeten, Geschäftsführer der Deutschen Börse-Tochter Crypto Finance, zeigt, warum DeFi-Plattformen bei Innovationen schneller sind.
Diese Einschätzung ist bemerkenswert, da Vander Straeten ein Unternehmen leitet, das einem der größten traditionellen Börsenbetreiber der Welt gehört. Sein Unternehmen ist in der Schweiz von der FINMA reguliert und gehörte zu den ersten, die in Europa eine MiCA-Lizenz erhielten.
Banken hinken hinterher, DeFi liegt vorn
In einem Interview mit BeInCrypto bei der MERGE São Paulo erklärte Vander Straeten, dass große Finanzinstitute erst auf Regulierungsbehörden warten müssen, bevor sie in neue Bereiche einsteigen. Diese verzögernde Struktur bedeutet, dass Banken die Einführung von DeFi erst in fünf bis zehn Jahren umsetzen könnten.
Währenddessen machen Krypto-Plattformen der traditionellen Finanzwelt bereits Druck von der anderen Seite. Sie ermöglichen Wertpapierhandel am Wochenende und eine sofortige Abwicklung. Jüngere Anleger, so argumentiert er, akzeptieren es nicht mehr, zwei Tage auf die Abwicklung eines Wertpapiergeschäfts zu warten.
„Ich denke, die neue Generation versteht nicht, warum sie beim Verkauf einer Aktie zwei Tage auf die Abwicklung warten muss. Sie möchten sofort mit wenigen Klicks wieder investieren”, sagte Vander Straeten.
Dieser Druck zwingt Banken dazu, sich zu modernisieren, doch der Abstand bleibt bestehen. Große Institute werden niemals das Risiko eingehen, ohne klare regulatorische Vorgaben zu handeln.
Allerdings verändert sich die regulatorische Lage derzeit schnell. Die SEC und die CFTC haben am 17. März 16 Krypto-Vermögenswerte als digitale Rohstoffe eingestuft.
Vander Straeten betonte, dass Banken gerade deshalb Vertrauen genießen, weil sie sich an klare Regeln halten. Professionelle Investoren verlangen eine Governance, die es bei DeFi-Plattformen oft nicht gibt.
„Herausforderer-Plattformen sind bei Innovationen immer schneller”, sagte er gegenüber BeInCrypto. „Aber große Institute werden niemals aktiv, wenn die Regeln nicht klar sind.”