Trump Media könnte bereits mehr als eine Million USD von Handelsunternehmen verdient haben, die für einen früheren Zugang zu den Truth Social-Beiträgen von US-Präsident Trump zahlen. Das hat das Unternehmen am Montag bestätigt.
Mehr als zehn Hochfrequenz-Handelsunternehmen haben den Dienst mit dem Namen Truth API abonniert. Sie zahlen zwischen 60.000 und 100.000 USD pro Monat, um schneller auf kursbewegende Beiträge zugreifen zu können.
So funktioniert Truth API
Truth API ist Anfang August gestartet. Abonnenten erhalten damit einen maschinenlesbaren Zugang zu Beiträgen der meistgefolgten Truth Social-Accounts, darunter auch der von Trump selbst.
Bei monatlichen Gebühren von 60.000 bis 100.000 USD erzielen mehr als zehn Abonnenten bereits potenziell über eine Million USD an monatlichen Einnahmen. Interimschef Kevin McGurn gab die Preisspanne während des ersten Quartalsberichts von Trump Media bekannt. Er bezeichnete diese frühe Phase als „die ersten Innings“.
McGurn sagte, das Unternehmen sei zudem in aktiven Gesprächen mit Unternehmen aus dem Bereich künstliche Intelligenz. Außerdem werde zeitnah eine Stufe für Retail-Trader eingeführt.
Politiker üben Kritik
Politiker kritisieren diese Regelung. Sie sagen, dass ein von der Familie von US-Präsident Trump mehrheitlich geführtes Unternehmen so von dessen eigenen marktbewegenden Aussagen profitieren kann.
Abgeordneter Jamie Raskin schickte Ende Juli einen Brief an McGurn. Er forderte eine vollständige Liste der Abonnenten, da die Truth Social-Abogebühren zunehmend überprüft werden.
Demokratische Abgeordnete forderten zudem eine offizielle Untersuchung der SEC zu diesem Dienst. Sie argumentieren, dass so gezielt Zugang zu marktbewegenden Informationen verkauft wird, die mit dem Präsidentenamt in Zusammenhang stehen.
Eine verlustreiche Firma für Trump
Unterdessen schreibt Trump Medias Geschäft trotz der neuen Einnahmen weiterhin Verluste. Der Nettoverlust im zweiten Quartal lag bei 238 Millionen USD, damit mehr als zehnmal so hoch wie im Vorjahr.
Die Einnahmen beliefen sich lediglich auf 1,7 Millionen USD, das sind 89% mehr als im Vorjahr. Allerdings waren vor allem nicht realisierte Abschreibungen auf Bitcoin und Aktienbestände für das Minus verantwortlich.
Analyst Markus Thielen von 10x Research äußerte sich dazu deutlich. Er sagte der BBC, dass Trump Media eher wie ein Krypto-Fonds als wie ein Medienunternehmen arbeitet.
Wie geht es weiter?
Trump Media hat sich kürzlich von einem geplanten Prognosemarkt mit Crypto.com zurückgezogen. Diese Entscheidung passt zu einem generellen Rückzug der Krypto-Ambitionen unter McGurn.
Das Unternehmen strebt zudem weiterhin die Fusion mit dem Fusionsunternehmen TAE Technologies an. McGurn hatte erwartet, dass dieser Deal bereits vor einigen Monaten abgeschlossen würde.
Die Aktien sind in den vergangenen 5 Tagen nach einer jüngsten Rallye um 9% gefallen. Investoren beobachten jetzt, ob Truth API sich wie von McGurn angekündigt zu einer stabilen Einnahmequelle entwickelt.









