Zurück

Trust Wallet entwickelt Agenten-Layer für Selbstverwahrung

Bevorzugen Sie uns auf Google
author avatar

Geschrieben von
Bradley Peak

editor avatar

Redigiert von
Shilpa Lama

27 März 2026 10:00 CET

KI-Agenten beginnen, eigenständig zu handeln, zu staken und Gelder zu bewegen. Haben Sie sich schon gefragt, welche Wallet diese Agenten wohl nutzen würden, um Transaktionen zu unterschreiben?

Trust Wallet könnte diese Wallet werden. Eine der am meisten genutzten Self-Custody-Plattformen für Kryptowährungen geht nun einen Schritt weiter im Bereich KI und bringt das Trust Wallet Agent Kit heraus. Dieses Entwickler-Toolkit erlaubt KI-Agenten, Wallet-verbundene Krypto-Aktionen innerhalb der vom Nutzer definierten Erlaubnisse auszuführen.

Die Veröffentlichung folgt auf das Entwickler-Portal von Trust Wallet, das vergangene Woche vorgestellt wurde. Dieses Portal gab KI-Agenten erstmals Lesezugriff auf Krypto-Daten von mehr als 100 Blockchains und schuf damit die Grundlage für interaktivere Agenten-Workflows.

Mit diesem Schritt werden gleichzeitig zwei Gruppen angesprochen: Entwickler, die KI-gesteuerte Krypto-Anwendungen bauen, und die Millionen von Nutzern, die künftig auf KI-Agenten zur Verwaltung ihrer On-Chain-Aktivitäten vertrauen könnten.

KI-Tools für Entwickler: Innovation beschleunigen

Die ersten Teile dieser Strategie wurden Ende Februar vorgestellt, als Trust Wallet erste KI-orientierte Entwickler-Tools auf den Markt brachte.

Eines davon ist Claude Code Skills, ein Open-Source-Fähigkeiten-Marktplatz auf GitHub. Dieses Tool erweitert den Claude Coding Assistant von Anthropic mit nativem Wissen über die Architektur und Schnittstellen von Trust Wallet. Entwickler müssen also nicht ständig Dokumentationen in die KI-Assistenten einpflegen, da das System bereits weiß, wie Trust Wallet funktioniert.

Zum Start stehen fünf spezialisierte Skill-Module bereit. Diese decken die Wallet-Erstellung sowie das Signieren von Transaktionen auf mehr als 100 Blockchains ab. Dazu gehören Integrationen mit Web3-Anbietern wie Ethereum, Solana, Cosmos und Bitcoin, Verwaltung von Token-Metadaten, die Smart Contract Wallet von Trust Wallet (Barz) und Entwickler-Tools wie Deep Links und WalletConnect-Integrationen.

Zusätzlich stellte Trust Wallet einen MCP-Server vor, der die gesamte Entwicklerdokumentation direkt mit KI-Codetools wie Claude, Cursor und VS Code verbindet. Damit soll der Aufbau von KI-gestützten Anwendungen rund um die Wallet schneller und einfacher werden.

Dieses Engagement geht nun über Dokumentation und Codier-Hilfestellungen hinaus. Mit dem neuen Trust Wallet Agent Kit erhalten Entwickler ein KI-gestütztes Werkzeugpaket für Wallet-verbundene Aktionen, inklusive DeFi-Funktionen wie Swaps, Automatisierungen und Benachrichtigungen.

Trust Wallet KI
Trust Wallet KI: X

KI-Agenten erhalten eigene Wallets: Neuer Trend auf der Blockchain

Das Trust Wallet Agent Kit bietet Entwicklern zwei Möglichkeiten, KI mit Krypto-Aktivitäten zu verbinden.

Ein Modell nutzt eine eigene Wallet, die speziell für KI-Agenten-Aktivitäten vorgesehen ist. Nutzer können hier im Voraus Berechtigungen und Grenzen für Automatisierungen wie den Durchschnittskauf von Token, Benachrichtigungen und Strategieoptionen mit Limits festlegen.

Der Agent kann dann programmatisch Transaktionen senden, Token handeln oder mit DeFi-Protokollen interagieren, immer innerhalb der vom Nutzer definierten Regeln. Die Einrichtung ist vergleichbar damit, einem Mitarbeiter eine Firmenzahlungskarte mit Ausgabenlimit zu geben. Der KI-Agent kann eigenständig arbeiten, aber der Entwickler oder Nutzer behält Kontrolle über Berechtigungen und Guthaben.

Das Kit unterstützt mehrere Blockchains und deckt große Ökosysteme wie EVM-Netzwerke, Solana, Bitcoin, TON, Cosmos, Tron, NEAR, Aptos und Sui ab.

KI in bestehenden Wallets: Neue Funktionen und Chancen

Das zweite Modell richtet sich an Nutzer, die KI-Unterstützung wünschen, ohne die Kontrolle abzugeben.

Statt einer eigenen Wallet für den Agenten kann der KI-Agent sich mit einer bestehenden Trust Wallet über WalletConnect verbinden, Transaktionen vorschlagen und die endgültige Freigabe dem Nutzer überlassen.

Dieses Vorgehen lässt das Guthaben jederzeit beim Nutzer und ermöglicht dennoch interaktive, KI-gesteuerte Arbeitsabläufe. Damit wird ein zentrales Problem bei KI-gestützten Krypto-Produkten adressiert, wo Nutzer häufig zunächst Guthaben in ein neues System übertragen sollen, bevor Automatisierungen umgesetzt werden können.

DeFi-Automatisierung ohne Mittelverschiebung

Eine mögliche Anwendung ist automatisiertes Portfoliomanagement.

Nutzer könnten Regeln einmal festlegen, beispielsweise das Reinvestieren von Staking-Belohnungen oder ein Rebalancing zwischen Vermögenswerten, und diese Aufgaben dann einem KI-Agenten zur Ausführung überlassen. Statt Dutzende Transaktionen manuell zu signieren, erledigt der KI-Agent die Vorgänge innerhalb vordefinierter Grenzen.

Die Wallet wird damit gewissermaßen zu einem Signierzentrum, in dem Menschen Regeln aufstellen und Agenten diese ausführen.

Dieses Modell lässt sich auf weitere Web3-Anwendungen ausdehnen. KI-Agenten könnten Liquidität verwalten, Handelsentscheidungen nach definierten Signalen treffen oder regelmäßige Transaktionen auf mehreren Blockchains übernehmen.

Die nächste Entwicklungsstufe der Krypto-Wallets

Der KI-Fokus von Trust Wallet ist angesichts der aktuellen Entwicklung in der Krypto-Branche nicht überraschend. Wallets werden zunehmend mehr als reine Schlüssel-Aufbewahrungswerkzeuge. Sie dienen immer öfter auch als Zugang zu DeFi, Blockchain-übergreifenden Anwendungen, Staking-Möglichkeiten und On-Chain-Identität.

Durch die Integration von KI könnten Wallets künftig eher wie ein finanzielles Betriebssystem funktionieren, in dem Nutzer Ziele definieren, während automatisierte Agenten die Ausführung übernehmen.

Trust Wallet verweist außerdem auf einen Agent Marketplace, der in etwa zwei Monaten starten soll. Dort können Entwickler wiederverwendbare Agenten-Strategien und Bots veröffentlichen, die Nutzer direkt in der Wallet entdecken können. Der Marktplatz ist noch Teil einer frühen Roadmap, zeigt aber, in welche Richtung das Unternehmen dieses KI-Wallet-Modell weiterentwickeln möchte.

Mit seiner großen Nutzerbasis und der Multi-Chain-Unterstützung prüft Trust Wallet aktuell, ob die nächste Wallet-Generation einen KI-Assistenten an der Seite des Nutzers bieten wird.

Haftungsausschluss

Gemäß den Richtlinien des Trust Project werden in diesem Artikel Meinungen und Perspektiven von Branchenexperten oder Einzelpersonen vorgestellt. BeInCrypto ist um eine transparente Berichterstattung bemüht, aber die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die von BeInCrypto oder seinen Mitarbeitern wider. Die Leser sollten die Informationen unabhängig überprüfen und einen Fachmann zu Rate ziehen, bevor sie Entscheidungen auf der Grundlage dieses Inhalts treffen.

Gesponsert
Gesponsert