Twitch aktiviert Amazon-KI-Training für alle Creator, Abschaltoption schwer auffindbar

  • Twitch nutzt ab sofort standardmäßig Streams, Videos und Chat zur Schulung von Amazons KI.
  • Der Opt-out-Schalter befindet sich unten in den Einstellungen für Sicherheit und Datenschutz.
  • Amazon-Aktie schließt bei 267,28 USD, trotz Gegenwind auf der Plattform
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Twitch nutzt jetzt standardmäßig Livestreams, Videoarchive und Chatverläufe für das Training generativer KI von Amazon. Jeder Creator ist automatisch eingeschlossen.

Twitch stellte seine Ankündigung vom 12. August als neues Privatsphäre-Tool dar. Die meisten Streamer sehen darin jedoch einen Hinweis darauf, dass die Datensammlung bereits begonnen hat.

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Warum Streamer die KI-Training-Voreinstellung von Twitch ablehnen

Der Schalter für diese Einstellung befindet sich ganz unten im Bereich „Sicherheit und Privatsphäre”. Daher findet ihn ohne Anleitung fast niemand.

Nach Angaben von Twitch kann das gesammelte Material die automatische Untertitelung und andere generative Systeme innerhalb von Amazon verbessern. Streams, gespeicherte Videos und Kommentare werden dafür genutzt.

Ein Community-Kommentar zur Ankündigung wies zudem auf eine zweite Besonderheit hin. Wenn Sie sich abmelden, schützt das nicht jemanden, der in einem anderen Chat schreibt, denn hier zählt die Einstellung des jeweiligen Kanals.

Normale Zuschauer verfügen also über keinen eigenen Schalter. Diese Lücke sorgte dafür, dass sich der Ärger auch über die Creator-Community hinaus auf zahlreiche Twitch-Nutzer ausbreitete.

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Auch Twitch Support hat Nutzern erklärt, dass das Unternehmen selbst keine generativen Modelle auf Basis von Creator-Inhalten trainiert. Dennoch führt die eigene Hilfeseite weiterhin Verbesserungen von KI-Modellen als Verwendungszweck an, was auf Amazon verweist.

Mary Kish, Leiterin der Community bei Twitch, sagte, die neue Einstellung sei eine Antwort auf Rückmeldungen der Community. Sie betonte zudem, dass schon andere Plattformen auf ähnlich Weise Nutzer-Uploads auswerten.

Chief Product Officer Mike Minton verteidigte die Voreinstellung am Mittwoch in einem Livestream.

„Wenn es eine Opt-in-Lösung wäre, würde sich niemand anmelden”, sagte Mike Minton, Chief Product Officer, Twitch, .

Diese Offenheit verschärfte die Stimmung auf Twitch. Viele Creator befürchten, dass ihre Stimme und ihr Gesicht zum Training digitaler Klone genutzt werden, die sie später benachteiligen könnten.

Solche Konflikte werden bereits vor Gericht und in Unternehmen ausgetragen. Autoren, die Anthropic verklagen, werfen dem Unternehmen vor, Bücher genutzt zu haben, um Claude zu entwickeln. Gleichzeitig überlegte Reddit im Sommer, ob Google weiterhin Zugriff auf KI-Daten erhält.

Auch Twitch-Creator fordern einen Herkunftsnachweis. Anthropic begann kürzlich, unsichtbare KI-Wasserzeichen in generierten Texten zu platzieren. Das zeigt, wohin sich Tools zur Nachweisbarkeit entwickeln.

Amazon-Aktie bleibt vom Nutzerprotest unbeeindruckt

Amazon schloss am Mittwoch bei 267,28 USD, das entspricht einem Rückgang von 1,83%, und hat einen Marktwert von fast 2,88 Bio. USD. Analysten sehen die Kursbewegung eher im Zusammenhang mit Investitionssorgen als mit dem Streaming-Geschäft.

Amazon.com, Inc. Aktien-Chart
Amazon.com, Inc. Aktien-Chart. Quelle: TradingView

Investoren bewerten Amazon vor allem wegen seines Cloud-Geschäfts, der Werbung und dem Retail-Bereich. Twitch spielt dabei kaum eine Rolle, daher war keine spürbare Marktreaktion auf den Protest zu erkennen.

Die Amazon-Aktie notierte den ganzen Monat nahe ihrem Rekordniveau, unterstützt durch die starke KI-Nachfrage im Cloud-Bereich.

Für Twitch könnten Behörden jedoch problematischer werden. Das Weiße Haus schlug im März einen landesweiten KI-Rahmen vor, um auf Bundesebene einheitliche Regeln für solche Streitfälle zu schaffen.

Twitch hat bisher nicht offengelegt, wie viele Accounts seit Mittwoch die Einstellung deaktiviert haben. Diese Zahl, sobald veröffentlicht, wird zeigen, ob der Protest das Nutzungsverhalten tatsächlich beeinflusst hat.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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