Die UBS Real Estate GmbH hat alle Rückgaben aus ihrem 469-Millionen-USD-Euroinvest-Fonds für bis zu 36 Monate ausgesetzt, nachdem eine Welle von Rückgabewünschen die verfügbare Liquidität erschöpft hat.
Die deutsche Tochtergesellschaft kündigte die Aussetzung am 26. März 2026 in einer Mitteilung an die Investoren an. Rückgaben, die nach dem 25. März eingereicht wurden, werden blockiert. Zudem gibt es keine neuen Fondsanteile mehr.
TradFi scheitert wie Kryptolender an denselben Hürden
Der UBS (D) Euroinvest Immobilien ist ein offener Fonds, der in gewerbliche Immobilien in großen europäischen Städten investiert. Der Fonds existiert seit 1999 und hat die Rückgaben bereits während der Finanzkrise 2008 sowie um 2014 ausgesetzt.
Die liquiden Mittel des Fonds reichten laut interner Mitteilungen an Investoren nicht mehr aus, um die Rückgabewünsche zu bedienen und gleichzeitig eine ordnungsgemäße Verwaltung zu gewährleisten.
Im Jahr 2024 war die Wertentwicklung negativ. Insgesamt verlor der Fonds etwa 9% in den zwölf Monaten bis Februar 2026, da steigende Zinsen die Bewertungen europäischer Immobilien massiv unter Druck gesetzt haben.
Dieses Prinzip ähnelt den Mechanismen, die Krypto-Lending-Plattformen 2022 zerstörten. Celsius Network und Genesis Global nahmen rückzahlbare Einlagen an, hielten jedoch illiquide Vermögenswerte. Beide Unternehmen kollabierten, als die Rückgabewünsche die verfügbare Liquidität überstiegen.
UBS steht nun vor derselben strukturellen Falle: Statt Token dienen hier Gebäude als illiquide Basis.
Liquiditätsstress nimmt deutlich zu
UBS ist damit nicht allein. Auch Ares Management, Apollo Global Management und BlackRock haben kürzlich Rückgaben aus Private-Credit-Fonds begrenzt, die unter ähnlichem Druck standen, wie Nightingale Associates berichtet.
Der Konflikt im Nahen Osten mit US- und israelischen Militäreinsätzen gegen Iran hat den Stress verstärkt. Inflationsängste und Erwartungen an eine EZB-Zinserhöhung bereits im April führen dazu, dass Investoren Kapital aus illiquiden Vehikeln abziehen.
Die eingefrorenen Rückgaben beim Euroinvest-Fonds sind offenbar die erste größere Maßnahme dieser Art bei einem europäischen Immobilienfonds, seit die aktuelle Eskalation begonnen hat.
Wenn traditionelle Finanzmärkte Ausstiege blockieren, bleibt institutionelles Kapital, das sonst in riskante Vermögenswerte wie Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH) fließen könnte, gebunden. Eine insgesamt geringere Liquidität verschärft die Bedingungen für alle Marktteilnehmer.
Genau das Liquiditätsproblem, für das Krypto 2022 bestraft wurde, zeigt sich nun in der traditionellen Finanzwelt – vier Jahre später und in größerem Maßstab.