Krypto bewegt sich im Vereinigten Königreich von den Rändern der Finanzwelt in das Zentrum der politischen Debatte. Da nun Millionen Menschen digitale Assets halten, beginnt die Kryptowährung, politische Gespräche und Wahlkampfnarrative zu prägen.
Erkenntnisse des Legal and Regulatory Expert Council von BeInCrypto zeigen, dass eine wachsende Gruppe von Krypto-Wählern entsteht, die politische Parteien nicht länger ignorieren können.
Wunsch nach finanzieller Freiheit stärkt den politischen Aufstieg von Krypto
Die Haltung von Politikern zu Krypto entwickelt sich zu einem entscheidenden Faktor. Die Zahl der Halter von Kryptowährungen steigt, ebenso wie ihr politischer Einfluss.
Adriana Ennab, UK-Direktorin von Stand With Crypto, wies darauf hin, dass der „Krypto-Wähler immer, immer größer wird“. Es gehe dabei nicht nur darum, digitale Assets besitzen zu wollen.
„Wir sprechen von einem Krypto-Wähler, und wir sind der Zuversicht, dass dies ein größeres Thema wird“, sagte sie.
Stattdessen geht es um Wahlfreiheit und Selbstbestimmung. Sie argumentierte, dass Menschen die Möglichkeit haben möchten, legal und transparent mit ihrem Geld zu tun, was sie möchten. Werden diese Märkte in einer entwickelten Wirtschaft eingeschränkt, werden Personen ins Ausland abwandern.
„Und wenn wir etwas aussenden, geht das an alle Parteien. Sollte eine Partei dies aufnehmen, erneut aufgreifen oder mehr daraus machen, liegt das an ihnen. Wir würden dies dann nutzen, um den anderen Parteien zu zeigen: Sie müssen verstehen, was in den Wahlkreisen passiert, was die Menschen, die wählen, bewegt“, erklärte Ennab.
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Krypto-Wähler werden zur politischen Kraft im Vereinigten Königreich
Dion Seymour, Crypto Tax Technical Director bei Andersen und früherer Policy Lead bei HMRC, betonte ebenfalls, dass Umfragen immer wieder zeigen, dass die Zahl der Krypto-Halter in Großbritannien wächst. Daher sei dies kein kleines Thema mehr, sondern eine Angelegenheit, der politische Parteien deutlich mehr Beachtung schenken sollten.
„Das ist ein wichtiger Punkt, oder? Es muss den Ministern klargemacht werden, dass das keine Nische mehr ist“, sagte er.
Freddy New, Chief Policy Officer bei Bitcoin Policy UK, führte an, dass es hierbei nicht darum gehe, die Regierung um Erlaubnis für Investitionen zu bitten. Die Menschen würden es ohnehin tun, denn Krypto sei keine Branche, die „eine Regierung grundsätzlich kontrollieren kann“. Er zog zudem einen Vergleich zu den USA.
„Ich denke, im Hinblick darauf, dass es ein politisches Thema ist… In mehreren Swing-Districts und Swing-States der Vereinigten Staaten haben die Bitcoin- und Krypto-Wähler die Wahl zugunsten des aktuellen Präsidenten entschieden“, merkte New an.
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Während der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2024 präsentierte sich Donald Trump als „pro-Krypto-Kandidat“ und sprach die Branche der digitalen Assets aktiv an. Seine Haltung fand Zuspruch bei einem Teil der Wähler sowie bei Vetrtretern der Krypto-Branche und Investoren, die zusammen mehr als 130 Millionen USD zum Wahlkampf beitrugen.
Sogar vor den Midterms investierten große Krypto-Unternehmen Millionen in GOP-nahe Super-PACs. Eine Umfrage unter 800 Investoren digitaler Assets ergab, dass 64% die Haltung eines Kandidaten zu Kryptowährungen als „sehr wichtig“ für ihre Wahlentscheidung betrachten.
In Großbritannien stellte New fest, dass die politischen Verhältnisse klar sind. Während die Mehrheit dem Thema neutral begegnet, vertreten die Krypto-Befürworter ihre Anliegen meist mit großer Zuversicht und bilden oft eine sehr engagierte, gut finanzierte Gruppe.
„Es erscheint logisch, dass Politiker die Branche unterstützen sollten“, teilte er mit.
Dies unterstreicht, dass Krypto längst nicht mehr nur ein Finanzthema ist. Es entwickelt sich zu einem wahlentscheidenden Aspekt. Großbritannien steuert angesichts von Millionen Haltern und einer wachsenden Lobbystruktur offenbar ebenfalls in diese Richtung.