Das US Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlicht am Dienstag um 13:30 Uhr GMT den Verbraucherpreisindex (CPI) für Dezember. Laut Erwartungen sollen die Preise im letzten Monat in 2025 weitgehend stabil geblieben sein. Wie immer ist dieser Bericht ein wichtiger Hinweis auf die Inflation und kann kurzfristige Bewegungen beim US-Dollar (USD) auslösen.
Trotzdem wird sich das große Bild für die Federal Reserve (Fed) wohl noch nicht ändern. Die Entscheidungsträger schauen vor allem auf die Lage am heimischen Arbeitsmarkt. Die Daten müssten also schon eine echte Überraschung bringen, damit sich die Geldpolitik ändert.
Was bringt der nächste CPI-Bericht?
Es wird nicht damit gerechnet, dass die Inflation große Überraschungen bringt. Der Gesamt-CPI soll im Dezember um 2,7 Prozent im Jahresvergleich steigen und damit gegenüber dem Vormonat unverändert bleiben. Wenn man die schwankenden Bereiche wie Lebensmittel und Energie herausrechnet, sieht es ähnlich aus: Die Kerninflation wird leicht höher bei 2,7 Prozent statt 2,6 Prozent erwartet, liegt aber weiterhin deutlich über dem Ziel der Fed.
SponsoredAuf Monatsbasis werden sowohl der Gesamt- als auch der Kern-CPI mit stabilen 0,3 Prozent erwartet. Das zeigt, dass die Inflation nur langsam nachlässt und nicht einfach zurückgeht.
Das erklärt auch, warum es im Dezember keine sichere Zinssenkung gab. Die Protokolle vom 30. Dezember zeigen ein gespaltenes Komitee. Einige Mitglieder fanden die Entscheidung sehr knapp und sahen gleichwertig, die Zinsen zu halten.
Im Voraus meinten Analysten bei TD Securities:
„Nach den Auswirkungen durch den Regierungsshutdown erwarten wir jetzt, dass der Kernbereich im zweiten Quartal bei 3 Prozent seinen Höchststand erreicht. Wir bleiben bei der Ansicht, dass eine langsame Entspannung der Inflation die Geschichte in der zweiten Hälfte in 2026 sein wird. Wir erwarten, dass die Kern-CPI-Inflation das Jahr bei 2,6 Prozent beendet.”
US-Inflationsdaten: So beeinflusst der Verbraucherpreisindex den EUR/USD-Kurs
Anleger sprechen noch über unterschiedliche Signale aus den Nonfarm Payrolls (NFP) vom Dezember, doch diese Diskussion wird weniger wichtig. Es gibt neue Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed. Diese könnten wichtiger werden als die Inflationszahlen am Dienstag selbst.
Da die Fed weiterhin genau auf den Arbeitsmarkt schaut, werden die Inflationszahlen im Dezember wohl keine große Änderung für die Politik bringen, außer es kommt zu einer echten Überraschung bei der Inflation.
Pablo Piovano, Senior Analyst bei FXStreet, hat seinen technischen Ausblick für EUR/USD geteilt.
„Fällt EUR/USD klar unter den kurzfristigen 55-Tage-Durchschnitt bei 1,1639, könnte es zu einem stärkeren Rückgang kommen, wobei der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,1561 bald wichtig wird”, sagte er. „Darunter rücken das November-Tief bei 1,1468 (5. November) und das August-Tief bei 1,1391 (1. August) in den Fokus.” „Andererseits würde ein klarer Ausbruch über das Dezemberhoch bei 1,1807 (24. Dezember) die Richtung wieder nach oben wenden. Dann würde das Jahreshoch 2025 bei 1,1918 (17. September) ins Blickfeld rücken. Die psychologisch wichtige Marke von 1,2000 liegt dann nicht mehr weit entfernt”, fügte Piovano hinzu.