Der US-Dollar-Index (DXY) liegt am Dienstag bei etwa 100,02, nachdem er in der Vorwoche bei 101,50 deutlich abgewiesen wurde. Der „Greenback“ kämpft laut Daten von Trading Economics darum, die psychologisch wichtige Marke von 100 zurückzugewinnen.
Die Märkte schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im September auf rund 55%. Gleichzeitig wirken koordinierte Währungseingriffe und fallende Ölpreise dem Index entgegen.
Fed-Zinserhöhungserwartungen treffen auf Yen-Intervention
Die Fundamentaldaten sind aktuell aus Sicht der Geldpolitik vorteilhaft für den Dollar. Der ISM Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in den USA stieg im Juli auf 55,6 und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2022.
Drei Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) forderten zudem im Juli eine Zinserhöhung, obwohl der Leitzins bei 3,50% bis 3,75% blieb. Laut Prognosemarkt Kalshi liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September bei 53%, wobei CME FedWatch zu ähnlichen Ergebnissen kommt.
Allerdings wirkt offizieller Druck gegen den Dollar. Die USA und Japan bestätigten eine koordinierte Yen-Intervention, nachdem USD/JPY auf fast 40-Jahres-Tiefstände bei 164 gefallen war.
Sinkende Energiepreise verstärken außerdem den bärischen Trend. Der Ölpreis fiel am Montag um etwa 5%, nachdem Washington und Teheran sich auf neue Gespräche geeinigt hatten, was den Inflationsdruck mindert.
Die Richtung des Dollars ist zudem nicht nur am Devisenmarkt relevant. Ein stärkerer „Greenback“ hat wiederholt den Goldkurs und den Bitcoin-Kurs im Jahr 2026 unter Druck gesetzt.
US-Dollar-Index: Wochenchart zeigt Stagnation der Rallye unter 102
Im Wochenchart bewegt sich der Index in einer weiten Makrospanne. DXY erreichte im Januar 2025 ein Hoch bei 110,176 und fand am 27. Januar 2026 ein Tief bei 95,551.
Die Erholung von diesem Tief stoppte im Juli in der Nähe von 101,50. In diesem Bereich liegt das 0,382er-Fibonacci-Retracement bei 101,14, knapp unterhalb des Mai-Hochs 2025 bei 101,977.
In der letzten Woche drückten Verkäufer den Index wieder unter die Widerstandszone von 100,30 bis 100,60. Der Rückgang endete an einer aufsteigenden Trendlinie, die mit dem Januar-Tief verbunden ist.
Der Relative Strength Index (RSI) im Wochenchart notiert unterdessen bei etwa 50. Dieser Wert liefert weder Bullen noch Bären einen klaren Momentum-Vorteil.
| Level | Bedeutung |
|---|---|
| 101,98 | Mai 2025 Hochpunkt, zentrales Aufwärtsziel |
| 101,14 | 0,382 Fibonacci-Retracement |
| 100,30 bis 100,60 | Widerstandsbereich, der zu Unterstützung werden muss |
| 99,49 | Trendlinie und Juni-Tief zusammenlaufend |
| 99,00 | 0,236 Fibonacci-Retracement |
DXY-Kursprognose hängt am Support-Konvergenzpunkt bei 99,49
Der Tageschart stärkt das bullische Argument zum Aufbau. Eine aufsteigende Trendlinie vom Februartief hat sich nun zweimal gehalten, am 6. Mai und erneut am 3. August.
Die jüngste Erholung fiel zudem mit dem Tiefpunkt vom 17. Juni bei 99,491 zusammen. Diese Konvergenz macht 99,49 zum wichtigsten Support im Chart.
Das Momentum zeichnet ein anderes Bild: Der tägliche RSI liegt bei 38 und damit unterhalb der neutralen Zone, aber noch nicht im überverkauften Bereich. Diese Entwicklung spricht dafür, dass Verkäufer kurzfristig weiterhin das Momentum bestimmen, auch wenn der Trend intakt bleibt.
Ein Tagesschluss über 100,60 könnte den Weg zu 101,14 und dann 101,977 öffnen, was etwa 2% über dem aktuellen Kurs liegt. Im Gegensatz dazu würde ein Verlust von 99,49 das 0,236-Fibonacci-Niveau bei 99,008 ins Spiel bringen, also etwa 1% tiefer.
Der Wirtschaftskalender könnte die Entscheidung bringen. Der ISM Services PMI wird am Mittwoch veröffentlicht, der Arbeitsmarktbericht für Juli folgt am Freitag, 7. August. Die datenabhängige Ausrichtung der Fed verleiht jeder Veröffentlichung besonderes Gewicht, insbesondere nach den Daten zum BIP und zur PCE-Inflation in der letzten Woche.
Solange keine Seite den Kampf um die Marke von 100 für sich entscheidet, bleibt der DXY gefangen zwischen den hawkishen Erwartungen an die Fed und dem offiziellen Verkaufsdruck.









