In dieser Woche haben mehrere große US-Unternehmen aus verschiedenen Branchen, wie Amazon und Pinterest, massive Entlassungen angekündigt. Die Angst vor einer Rezession wächst und könnte auch den Krypto-Markt ins Wanken bringen.
Diese Entscheidungen folgen auf ein Jahr mit vielen Stellenstreichungen. In dieser Zeit haben US-Arbeitgeber ungefähr 1,2 Millionen Jobs gestrichen. Besonders auffällig ist, dass die aktuellen Signale am Arbeitsmarkt die Sorge vor einer möglichen Rezession verstärken.
SponsoredKrypto & die Angst vor Rezession: Große US-Unternehmen kündigen Stellenabbau an
Am Mittwoch hat der E-Commerce-Riese Amazon etwa 16.000 Stellen im Bürobereich gestrichen. Schon im Oktober waren ungefähr 14.000 Jobs abgebaut worden.
In einem Blog-Beitrag schrieb Beth Galetti, Amazons Senior Vice President für Employee Experience und Technologie, dass die Entlassungen Teil der laufenden Bemühungen seien, „unsere Organisation zu stärken, indem wir Hierarchien abbauen, mehr Verantwortung geben und Bürokratie reduzieren“. Zudem investiert Amazon weiterhin stark in Projekte rund um künstliche Intelligenz.
Auch Pinterest hat am 27. Januar angekündigt, weniger als 15 Prozent der Mitarbeitenden zu entlassen und den Büroraum zu verkleinern. Das Unternehmen erklärt, dass die Umstrukturierung die KI-Schwerpunkte unterstützen soll. Laut einem offiziellen Dokument soll der Prozess bis spätestens zum 30. September abgeschlossen sein.
Währenddessen teilte United Parcel Service mit, dass dieses Jahr bis zu 30.000 Arbeitsplätze im Unternehmen wegfallen könnten. Zudem baut Nike ebenfalls Stellen ab.
Laut CNBC wird Nike 775 Mitarbeitende entlassen, um profitabler zu werden und verstärkt auf Automatisierung zu setzen. Diese Unternehmen gehören zu vielen, die im Jahr 2026 Stellen abbauen.
Mehr Entlassungen und schlechte Jobchancen: US-Rezessionsängste wachsen
Solche Ankündigungen sind im ersten Quartal relativ üblich, weil Firmen nach dem Jahresabschluss Budgets und Personalbedarf neu bewerten. Dennoch ist der Trend im Vergleich zu den Vorjahren auffällig und macht mehr Sorgen.
Sponsored SponsoredWie Global Markets Investor berichtet, gab es 2025 in den USA 58 Prozent mehr Entlassungen als im Vorjahr. Insgesamt wurden damit so viele Jobs gestrichen, wie zuletzt während der Pandemie im Jahr 2020.
Ohne die besonderen Umstände von 2020 ist 2025 das Jahr mit den meisten Entlassungen seit der Finanzkrise im Jahr 2008.
„So viele Entlassungen gab es historisch nur in Rezessionsjahren: 2001, 2008, 2009, 2020 sowie in den Jahren nach der Rezession 2002 und 2003“, schrieb Global Markets Investor in einem Post.
Die lange Dauer bei der Jobsuche verstärkt zudem die Sorgen. Im Durchschnitt brauchen Arbeitslose in den USA gerade etwa elf Wochen, um eine neue Stelle zu finden. Das ist der längste Wert seit 2021.
SponsoredAußerdem lag die gefühlte Chance, eine neue Stelle zu finden, im Dezember 2025 nur noch bei 43,1 Prozent. Das waren 4,2 Prozent weniger als im Jahr davor. All diese Signale vom Arbeitsmarkt sorgen unter Expertinnen und Experten für noch mehr Rezessionsängste.
„In den letzten drei Monaten hat die USA durchschnittlich 22.000 Jobs pro Monat verloren, das war jetzt der dritte Monat mit negativem Drei-Monats-Durchschnitt in Folge. So etwas gab es seit 1950 erst zum zwölften Mal. Bei den elf Malen davor gab es stets eine Rezession“, sagte Charlie Bilello, Chief Market Strategist bei Creative Planning, in einem Post.
Auch Henrik Zeberg, Chef-Makroökonom bei Swissblock, warnte: Die Wirtschaft steuere „direkt in eine Rezession“. Dabei sieht er Arbeitsmarktdaten als eindeutiges Signal.
„Wir sind in einer Art Zwischenwelt. Verwirrung! Genau wie im dritten Quartal 2007. Aber – wer auf den Arbeitsmarkt schaut, sieht klarer!“, schrieb er.
Was mehr Entlassungen und Rezessionsangst jetzt für Krypto bedeuten
Die wichtige Frage ist jetzt, wie sich diese Situation am Arbeitsmarkt auf digitale Vermögenswerte auswirkt. Wenn weniger Menschen eine Arbeit haben, leidet oft auch der Kurs von riskanten Anlagen wie Krypto. Steigen die Rezessionssorgen, schalten viele Investoren in den Verteidigungs-Modus und meiden vor allem Wertpapiere mit hohen Schwankungen.
Sponsored SponsoredDieser Trend ist schon im aktuellen Markt zu sehen. Edelmetalle haben sich zuletzt stark entwickelt, weil viele Anleger auf sichere Häfen setzen. Dagegen hat es der Bitcoin-Kurs schwer, weil große Unsicherheit in der Gesamtwirtschaft und geopolitische Spannungen den Markt belasten.
Gleichzeitig können schwächere Arbeitsbedingungen langsameres Einkommenswachstum bedeuten, was das Ausgabenverhalten der Verbraucher dämpfen kann. Wenn die Menschen weniger ausgeben, geraten spekulative Vermögenswerte noch mehr unter Druck, wodurch die Anleger vorsichtiger werden.
Manche am Markt glauben jedoch, dass anhaltender wirtschaftlicher Stress langfristig digitale Werte unterstützen könnte. Wenn von einer lockeren Geldpolitik ausgegangen wird, wie niedrigeren Zinsen oder mehr Geld im Umlauf während einer Krise, könnten sich die Bedingungen für Krypto auf längere Sicht verbessern. Die Coins könnten profitieren, sobald die Lust auf Risiko bei den Anlegern zurückkehrt.