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Krypto-Mixer: US-Finanzministerium erkennt legitime Nutzung an – Strengere Regeln könnten folgen

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Geschrieben von
Lockridge Okoth

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Redigiert von
Phil Haunhorst

09 März 2026 07:14 CET
  • US-Finanzministerium bestätigt: Krypto-Mixer schützen die Privatsphäre legaler Nutzer
  • Nordkorea-nahe Gruppen erbeuteten mindestens 2,8 Milliarden USD in Krypto zwischen 2024 und 2025
  • Finanzministerium will künftig verdächtige digitale Vermögenswerte auch ohne Anklage vorübergehend einfrieren
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Ein Bericht des US-Finanzministeriums an den Kongress aus März 2026 erkennt offiziell an, dass Krypto-Mixer auch für rechtmäßige Zwecke beim Schutz der Privatsphäre genutzt werden können.

Dies ist eine bemerkenswerte Veränderung nach Jahren, in denen diese Technologien hauptsächlich als kriminelle Infrastruktur dargestellt wurden.

Krypto-Mixer erhalten vorübergehende Erleichterung — zumindest offiziell

Der Bericht, der nach den Vorgaben des GENIUS Acts erstellt wurde, ist die erste offizielle Vorlage, in der das Ministerium datenschutzorientierte Anwendungsfälle von Mixing-Diensten ausdrücklich anerkennt.

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Die Anerkennung des Finanzministeriums beruht auf der Tatsache, dass öffentliche Blockchains standardmäßig Transaktionsdaten offenlegen.

Nutzer mit legitimen Gründen, zum Beispiel zum Schutz ihres Vermögens oder um Geschäftszahlungen und Spenden an wohltätige Organisationen privat zu halten, suchen daher nach Möglichkeiten, diese Daten zu verbergen.

Im Bericht steht zudem, dass mit dem Wachstum von Zahlungen mit digitalen Assets auch die Nachfrage der Verbraucher nach mehr Privatsphäre wahrscheinlich steigen wird.

Dies unterscheidet sich deutlich von der bisherigen Einstellung der Regierung gegenüber Mixing-Diensten. So hat das US-amerikanische Amt für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) Tornado Cash im August 2022 sanktioniert.

Als Begründung wurde genannt, dass angeblich die Lazarus-Gruppe aus Nordkorea den Dienst genutzt habe, um gestohlene Gelder zu waschen. Damals wurde das Thema vor allem auf die kriminelle Nutzung ausgerichtet.

Die neuen Formulierungen heben diese Sanktionen jedoch nicht auf und bedeuten auch keinen Rückschritt bei früheren Durchsetzungsmaßnahmen. Sie stellen aber einen spürbaren Wechsel in der Sprache der Behörden dar.

Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat Tornado Cash-Entwickler Roman Storm, der Anfang 2026 vor Gericht stand, öffentlich unterstützt und ähnliche Argumente vorgebracht.

Buterin erklärte, dass Datenschutz-Tools grundlegende Schutzmechanismen und keine kriminellen Werkzeuge seien. Er erwähnte, dass er selbst Tornado Cash genutzt hat, um anonym Software zu kaufen und an Menschenrechtsorganisationen zu spenden.

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Roman Storm wurde im August 2025 in einem Punkt verurteilt: wegen Verschwörung zum Betrieb eines nicht lizenzierten Geldübermittlungsdienstes.

Eine Jury konnte sich bei den schwerwiegenderen Anklagepunkten Geldwäsche und Sanktionsverstöße nicht einigen. Storm drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Das Problem illegaler Finanzströme besteht weiterhin

Die vorsichtigere Wortwahl des Finanzministeriums bedeutet jedoch nicht, dass die Sorge um den Missbrauch von Mixern nachgelassen hat.

Im Bericht wird betont, dass mit Nordkorea verbundene Akteure zwischen 2024 und 2025 mindestens 2,8 Milliarden USD in digitalen Assets gestohlen haben und häufig Mixing-Dienste nutzen, um ihre Spuren zu verschleiern.

Von über 37,4 Milliarden USD, die seit 2020 über Stablecoins von Blockchain-Bridges abgehoben wurden, flossen 1,6 Milliarden durch Mixer. Mehr als 900 Millionen USD sind in einer Bridge gebunden, die mit nordkoreanischen Aktivitäten verbunden ist.

Diese Zahlen zeigen das regulatorische Problem: Die gleichen Werkzeuge, die die Privatsphäre von Spendern schützen, werden auch von staatlich unterstützten Hackern genutzt, um Hunderte Millionen USD zu waschen.

Neue „Hold Law“ erlaubt Krypto-Börsen, Guthaben einzufrieren

Der wichtigste neue Vorschlag ist das sogenannte „Hold-Gesetz”. Es soll Krypto-Plattformen erlauben, verdächtige digitale Assets während einer Untersuchung vorübergehend einzufrieren. Dafür ist kein Gerichtsbeschluss oder eine Anklage notwendig.

Krypto-Analyst Kyle Chasse wies auf die Folgen hin: Unter den aktuellen Suspicious Activity Report (SAR)-Regeln dürfen Plattformen Kunden nicht erklären, warum ihr Guthaben eingefroren wurde.

„Sie sind eingefroren. Keine Erklärung. Kein Zeitrahmen. Kein Widerspruchsrecht”, schrieb Chasse.

Das Finanzministerium beschreibt die Befugnis zwar als „eng begrenzt”, doch Kritiker sagen, dass dies in der Praxis selten zutrifft.

Der Vorschlag würde privaten Unternehmen (wie Krypto-Börsen) Befugnisse geben, die bislang vor allem mit willkürlicher finanzieller Zensur verbunden werden.

Nach Angaben der TFTC müssten Mixer, die unter dem vorgeschlagenen Rahmenwerk arbeiten, weiterhin Berichte an das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) liefern.

Das zeigt: Jede Anerkennung von Mixern ist mit hohem Aufwand zur Einhaltung von Vorschriften verbunden.

Wie geht es jetzt weiter?

Das Finanzministerium hat zudem vorgeschlagen, klarer zu definieren, welche dezentralen Finanzdienstleister (DeFi) künftig Anti-Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsregeln (AML/CFT) erfüllen müssen.

Dies ist ein Bereich, den Regulierungsbehörden bisher schwer abdecken konnten, da dezentrale Protokolle ohne zentrale Vermittler funktionieren.

Der Fall Roman Storm könnte kurzfristig ein Hinweis darauf sein, wie Gerichte die Verantwortung von Entwicklern im Verhältnis zur neuen Position des Finanzministeriums werten.

Storms Anwälte und Unterstützer aus der Ethereum-Community argumentieren weiterhin, dass das Schreiben von Open-Source-Code für mehr Privatsphäre kein Verbrechen darstellen dürfe.

Das Finanzministerium stellt mit seinem Bericht nun teilweise eine ähnliche Sichtweise dar, auch wenn es vorsichtig formuliert bleibt.

Der Kongress könnte über die vorgeschlagene Einfrierbefugnis entscheiden, aber Gerichte werden vermutlich den Rahmen festlegen, was darüber bestimmen wird, wie bedeutsam die Anerkennung der Mixer-Legitimität tatsächlich ist.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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