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USA beschlagnahmen Bitcoin im Wert von 15 Mrd. USD: Chinas Betrugskönig im Fokus – so lief es ab

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Geschrieben von
Oihyun Kim

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Redigiert von
Phil Haunhorst

12 Januar 2026 10:30 CET
  • China wirft USA vor: Regierung soll 127.271 Bitcoin von Betrüger Chen Zhi gestohlen und Tat als Behördenaktion getarnt haben
  • Krypto blieb vier Jahre lang unberührt, bevor sie plötzlich in US-Regierungswallets auftauchte – ein Verhalten, das nicht zu typischen kriminellen Hackern passt.
  • Washington hat bisher nicht erklärt, wie es an Chens Private Keys gelangt ist, und auch keinen Plan vorgestellt, um die Tausenden Opfer zu entschädigen.
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Am 7. Januar zeigte das chinesische Staatsfernsehen dramatische Bilder: Ein Mann mit Kapuze und Handschellen wird in Peking aus einem Flugzeug geführt. Der Gefangene war Chen Zhi, der 38 Jahre alte Gründer der Prince Holding Group aus Kambodscha. Er wird beschuldigt, eines der größten Bitcoin Betrugsnetzwerke Asiens betrieben zu haben.

Chen war von Kambodscha am Tag zuvor festgenommen und an China ausgeliefert worden. So endeten jahrelange Spekulationen darüber, ob der einflussreiche Unternehmer je vor Gericht kommen würde. Während überall über Chens Fall berichtet wird, gibt es noch eine andere Frage: Was ist wirklich mit seinen 15 Mrd. USD in Bitcoin geschehen?

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Rekord-Bitcoin Beschlagnahmung schockt die Krypto-Szene

Als US-Staatsanwälte im Oktober 2025 die Beschlagnahmung von 127.271 Bitcoin bei Chen verkündeten, nannten sie es eine „Rekord“-Beschlagnahme von Kryptowerten. Die USA und Großbritannien verhängten gemeinsam Sanktionen gegen 146 Personen und Firmen, die mit der Prince Group zu tun hatten – das war die bisher größte Aktion gegen krypto-gestützten Betrug. Die Botschaft war klar: Die amerikanische Justiz hatte einen Krypto-Betrüger erwischt.

Nach Meinung aus Peking begann die wahre Geschichte aber schon fünf Jahre früher.

Das chinesische Staatsfernsehen zeigte, wie Chen Zhi in Peking aus einem Flugzeug geführt wurde. Quelle: Screenshot aus CCTV-Aufnahmen

Der Bitcoin Hack von 2020

Ende Dezember 2020 wurde Chens Bitcoin-Mining-Pool Opfer eines schweren Cyberangriffs. Über 127.000 Bitcoin – damals etwa 4 Mrd. USD wert – verschwanden.

Chen war verzweifelt. Laut chinesischen Staatsmedien schrieb er mehr als 1.500 Nachrichten, in denen er hohe Belohnungen für die Rückgabe seines Geldes anbot. Es kam aber nichts zurück.

Im Oktober 2025 passierte Folgendes: Das US-Justizministerium erhob Anklage gegen Chen und gab die Beschlagnahmung von 127.271 Bitcoin bekannt. Die Zahl war fast genau so groß wie die Summe, die Chen 2020 verloren hatte.

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„So handeln Hacker sonst nie“

Im November 2025 veröffentlichte Chinas Nationales Computer-Viren-Notfallzentrum (CVERC) einen technischen Bericht zum Fall. Die wichtigste Erkenntnis: Die gestohlenen Bitcoin blieben rund vier Jahre lang völlig unberührt, bis sie Mitte 2024 an neue Adressen verschoben wurden.

„Dieses Verhalten passt nicht zu typischen Hackern, die schnell ihr Geld auszahlen wollen”, hieß es im Bericht. „Das Vorgehen erinnert vielmehr an eine staatliche Hackergruppe.”

Die Blockchain-Analyseplattform Arkham Intelligence hatte die Ziel-Wallets als Eigentum der US-Regierung markiert.

Du Guodong, Partner bei der Kanzlei Beijing Haotian, sagte gegenüber chinesischen Medien, die US-Anklageschrift verrate nicht, wie die Behörden an Chens private Schlüssel gekommen seien. „Das deutet darauf hin, dass die US-Regierung Chens Bitcoin womöglich schon 2020 per Hack gestohlen hat“, so Du.

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Washington schweigt: Was steckt dahinter?

Das US-Justizministerium hat auf Chinas Vorwürfe nicht reagiert. Die Anklageschrift des DOJ für den Eastern District of New York beschreibt Chens angebliche Vergehen ausführlich – darunter Betrugszentren, Zwangsarbeit, Geldwäsche. Allerdings steht dort nichts dazu, wie die Ermittler auf seine Kryptowährungen zugreifen konnten.

Um Bitcoin zu bewegen, braucht man private Schlüssel. Entweder hat Chen sie freiwillig herausgegeben, jemand in seinem Umfeld tat das oder sie wurden auf andere Weise besorgt. Chen hat die Kanzlei Boies Schiller Flexner beauftragt, um die Beschlagnahmung anzufechten.

„Black Eating Black“: Was steckt hinter dem Phänomen?

Die chinesischen Staatsmedien schildern den Fall sehr eindeutig. Die Beijing Daily bezeichnete die Beschlagnahmung als „黑吃黑 (schwarz frisst schwarz)” – Verbrecher, die andere Verbrecher bestehlen.

„Die USA beschlagnahmten Chen Zhis Bitcoin, ohne davon zu sprechen, Geld an die weltweiten Opfer zurückzugeben”, schrieb die Zeitung. „Hinter der Maske des ‚Weltpolizisten‘ wollen sie einfach selbst mitverdienen.”

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Die vergessenen Opfer

Im Streit zwischen den USA und China gerät eine Gruppe aus dem Blick: die vielen Betrugsopfer. Die Prince Group von Chen soll mindestens zehn Zwangsarbeitslager in Kambodscha betrieben haben. Dort wurden verschleppte Menschen zu sogenannten „pig-butchering”-Romance-Betrugsmaschen gezwungen. Das US-Finanzministerium schätzt, dass allein im letzten Jahr südostasiatische Scam-Gruppen mindestens 10 Mrd. USD von amerikanischen Opfern gestohlen haben.

Die beschlagnahmten 15 Mrd. USD könnten viele Betroffene entschädigen. Washington hat bislang jedoch keinen Plan für eine Rückzahlung bekanntgegeben.

Kambodscha entzog Chen im Dezember 2025 die Staatsbürgerschaft. Die Prince Bank wurde zur Abwicklung gezwungen. Das Imperium zerbrach innerhalb weniger Monate.

Ob Chinas Vorwürfe wirklich stimmen, wird womöglich nie abschließend geklärt. Dennoch bleiben Fragen: über staatlich gefördertes Hacking, Krypto-Sicherheit und darüber, wer die Regeln im digitalen Finanzsystem macht.

Fünfzehn Milliarden USD sind auf der Blockchain nachvollziehbar. Der angebliche Scam-Boss sitzt im Gefängnis. Das Geld aber liegt bei einer Regierung, von der der Rivale behauptet, sie könnte es ebenfalls gestohlen haben.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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