US-Finanzminister Scott Bessent wurde am Mittwoch im US-Kongress mit einer ungewöhnlichen Frage konfrontiert. Abgeordneter Brad Sherman (D-CA) wollte wissen, ob die Bundesregierung einspringen könnte, um „Bitcoin zu retten“, falls der Kurs stark fällt.
Diese Frage kommt, während Bitcoin und der gesamte Markt für digitale Vermögenswerte deutlich im Minus sind. Die Pionier-Kryptowährung liegt über 40 Prozent unter ihrem Allzeithoch.
SponsoredUS-Finanzministerium stellt klar: Kein staatlicher Schutz für Bitcoin – du trägst das volle Risiko
Das Gespräch, Teil einer Anhörung vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen im Repräsentantenhaus, zeigte die dezentrale Natur von Bitcoin und die Grenzen der US-Behörden bei der Stabilisierung digitaler Werte.
„Hat das Finanzministerium … die Befugnis, Bitcoin zu retten?”, fragte Sherman und verwies auf die staatlichen Rettungsaktionen im Jahr 2008, als große Banken unterstützt wurden.
Bessent wartete kurz und fragte dann, was genau „Bitcoin retten“ bedeute. Sherman erklärte, ob das Finanzministerium US-Banken anweisen könnte, Bitcoin zu kaufen oder mit Steuergeld den Bitcoin-Kurs zu stützen.
Momentan sieht es so aus, als bräuchte die Pionier-Krypto tatsächlich Hilfe. Der Kurs ist fast 45 Prozent vom Allzeithoch von 126.199 USD auf der Binance-DEX entfernt und rund 30 Prozent unter dem Höchststand von 97.924 USD im Jahr 2026.
„Ich bin Finanzminister. Ich habe dafür keine Befugnis und auch als Vorsitzender des FSOC [Financial Stability Oversight Council] habe ich diese Befugnis nicht”, sagte Bessent deutlich.
Mit dieser Antwort schließt der Minister praktisch jede Möglichkeit eines staatlichen Schutzes für Bitcoin-Anleger aus. Zugleich bestätigt er damit den vollständig dezentralen Status von Bitcoin, fern von staatlichen Eingriffen.
Dieser Hinweis könnte auch zum 3-Prozent-Tagesverlust von Bitcoin am Mittwoch beigetragen haben, wobei aber auch die allgemeine Marktschwäche eine Rolle spielte.
Sponsored SponsoredBeschlagnahmte Bitcoin bringen Regierung hohe Gewinne
Trotz fehlender Rettung erwähnte Bessent eine andere Verbindung der Regierung mit Krypto: beschlagnahmte Bestände.
Das Finanzministerium behält Teile von Bitcoin, die durch Strafverfolgung beschlagnahmt wurden. Einige davon haben mit der Zeit stark an Wert gewonnen.
„Eine Milliarde USD in Bitcoin wurde beschlagnahmt, 500 Millionen wurden behalten, und daraus wurden über 15 Milliarden”, sagte Bessent und wies darauf hin, dass diese Gewinne ohne zusätzliches Steuergeld erzielt wurden.
Politik-Streit in den USA zeigt Krypto-Regulierungslücke
Die Anhörung wurde später hitziger und zeigte die ungewöhnliche Verbindung von Krypto, Politik und Regulierung.
Kurz darauf fragte der demokratische Abgeordnete Gregory Meeks (D-NY) Bessent, ob die Finanzaufsicht OCC einer Trump-nahen Krypto-Firma die Banklizenz verweigern würde, während Ermittlungen laufen.
Die Diskussion wurde daraufhin zu einer persönlichen Auseinandersetzung. Meeks warf Bessent politische Voreingenommenheit vor und der Vorsitzende des Ausschusses griff ein, um für Ordnung zu sorgen.
Der kuriose Schlagabtausch zeigt, wie schwierig der Umgang mit Krypto im klassischen Regulierungsumfeld für Politiker ist.
Während normale Finanzinstitute in Krisenzeiten staatliche Hilfen erhalten können, funktioniert Bitcoin unabhängig vom Staat. Das bedeutet für Anleger, dass sie das volle Risiko der Kursschwankungen tragen.
Sponsored SponsoredIn der Anhörung ging es außerdem um Strategien zur Stärkung der Wirtschaft. Bessent lobte die „Parallel-Prosperität“-Pläne von Präsident Donald Trump. Diese setzen auf Wachstum für Börse und Privatpersonen gleichzeitig.
Bessent verteidigte zudem die Tarifpolitik der Regierung und betonte die Unterstützung für einen starken US-Dollar, auch wegen andauernder Bedenken zur Währungsbewertung.
Bessents Aussage sendet eine klare Botschaft an den Krypto-Markt. BTC bleibt trotz größerer Verbreitung bei Institutionen vor staatlichem Schutz verschont.
Der Markt kann deshalb weiterhin starke Schwankungen erleben, ohne dass US-Behörden eingreifen. Das zeigt den grundlegenden Unterschied zwischen dezentralen digitalen Werten und traditionellen Finanzinstrumenten (TradFi).