USA verbietet Krypto-Mixer Tornado Cash: Ein Angriff auf die Privatsphäre?

9. August 2022, 13:35 GMT+0100
Aktualisiert von Alexandra Kons
9. August 2022, 13:35 GMT+0100
IN KÜRZE
  • Der Krypto-Mixer Tornado Cash ist der zweite Krypto-Mixer, der in den USA verboten wurde.
  • Das US-Finanzministerium begründete die Maßnahmen gegen den Software-Dienst mit der Gefährdung der nationalen Sicherheit.
  • Der Gnosis-Gründer kritisierte die Aktionen der Behörde.
  • promo

Das US-Finanzministerium erklärte den Krypto-Mixer Tornado Cash am 8. August 2022 für illegal.

Personen in den USA ist es nun untersagt, den Tornado Cash Mixer zu nutzen. Andernfalls drohen strafrechtliche Konsequenzen. Die US-Behörde begründete die Maßnahme mit dem massiven Anstieg der mit dem Mixer verbundenen Geldwäscheaktivitäten. Tornado Cash ist nach Blender.io der zweite Krypto-Mixer, der in den Vereinigten Staaten verboten ist.

Was ist ein Krypto-Mixer?

Ein Krypto-Mixer ist ein Tool, mit dem du die Herkunft deiner Coins verschleiern und deine Privatsphäre schützen kannst. Dazu kannst du Kryptowährungen (wie beispielsweise Bitcoin) an einen Mixer senden. Der Mixer unterbricht dann die Verbindung zwischen Transaktionen, in dem deine Kryptowährungen zuerst gestückelt und dann mit anderen Krypto-Transaktionen gemischt werden. Danach erhältst du Coins, deren Herkunft nur schwer oder gar nicht zurückverfolgt werden kann.

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Tornado Cash basiert auf der Ethereum-Blockchain und führt das Mixing über ERC-20-Token und Smart-Contracts aus. Tornado Cash entstand im Jahr 2019 und ist einer der beliebtesten Krypto-Mixer auf dem Markt. Doch Vorsicht: Auch wenn Krypto-Mixer deine Privatsphäre schützen können, können diese unter Umständen rechtliche Risiken mit sich bringen.

Krypto-Mixer
Krypto-Mixer: Ein Bild von BeInCrypto.com

Tornado Cash ist “Gefahr für nationale Sicherheit”

Laut dem US-Finanzministerium wurden mit Tornado Cash bisher insgesamt Gelder im Wert von über 7 Milliarden US-Dollar gewaschen.

So nutzten beispielsweise die nordkoreanische Lazarus Group Tornado Cash, um die Gelder aus Hack der Ronin-Bridge zu waschen. Dabei handelt es sich um den bisher größten Krypto-Hack, bei dem die Hacker Krypto im Wert von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar stahlen.

Darüber hinaus wurde Tornado Cash zur Geldwäsche von mehr als 96 Millionen US-Dollar aus dem Harmony Bridge Heist vom 24. Juni 2022 und von mindestens 7,8 Millionen US-Dollar aus dem Nomad Heist Hack vom 2. August 2022 verwendet.

Krypto-Mixer bleiben vorerst in den USA legal, da es sich nur um eine Software handelt. Da Geldwäsche jedoch nach wie vor illegal ist, will das US-Finanzministerium weitere Maßnahmen ergreifen. Das US-Finanzministerium schrieb in der Pressemitteilung:

“Das Finanzministerium wird weiterhin aggressiv gegen Mixer vorgehen, die virtuelle Währungen für Kriminelle waschen, und gegen diejenigen, die sie dabei unterstützen.”

Außerdem verhängte das Finanzministerium Sanktionen gegen die Besitzer der mit dem Dienst verbundenen Adressen. Personen in den USA, die eine mit Tornado Cash verbundene Krypto-Wallet besitzen, sollen sich bei der US-Behörde melden. Die Maßnahmen sollen die “US-Bürger” und die “nationale Sicherheit” schützen.

GitHub und Circle kooperieren mit US-Behörden

Als Reaktion auf die Sanktionen fror der Stablecoin-Anbieter USDC alle mit Tornado Cash und dessen verbundenen Smart-Contract Gelder ein. Die Software-Plattform GitHub reagierte ebenfalls auf die News und löschte den Account von Roman Semenov, dem Entwickler von Tornado Cash. Semenov schrieb:

“Mein @GitHub-Konto wurde gerade gesperrt. Ist es jetzt illegal, einen Open-Source-Code zu schreiben?”

Ist es jetzt illegal, einen Open-Source-Code zu schreiben?

Zudem ging die Webseite von Tornado Cash nach der Meldung des US-Finanzministerium offline.

Mehrere Mitglieder der Krypto-Community kritisierte die Aktionen des US-Finanzministeriums. Auch wenn die Maßnahmen der Behörde gegen illegale Aktivitäten helfen mögen, sehen viele die Freiheit und die Privatsphäre in Gefahr. So kritisierte beispielsweise der Gründer und CEO der Kryptowährung Gnosis, Martin Köppelmann, das Vorgehen des US-Finanzministeriums.

Der Meinung des Krypto-Enthusiasten zufolge gibt es genügend Gründe dafür, den Hintergrund von Krypto-Transfers verschleiern zu wollen. Dazu zählen nicht nur der Schutz von Gehaltsdaten. Regierungen könnten mit den richtigen Gesetzen in der Zukunft sämtliche Wallet-Transaktionen überwachen. Deshalb argumentierte Köppelmann, dass es sich bei den Maßnahmen nicht um einen “Krieg gegen Geldwäsche” handle, sondern um einen “Krieg gegen die Privatsphäre”.

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