Der US-Arbeitsmarkt hat am Freitag für eine große Überraschung gesorgt, nachdem neue Zahlen zeigten, dass die Wirtschaft 92.000 Arbeitsplätze verloren hat. Dies ist einer der seltenen monatlichen Beschäftigungsrückgänge seit der Pandemie. Der schwache Bericht sorgt für neue Sorgen über die Stärke der wirtschaftlichen Konjunkturerholung. Zudem fiel der Bitcoin-Kurs unter 70.000 USD, da die Finanzmärkte weiterhin skeptisch sind, ob die Notenbanker sofort mit Zinssenkungen reagieren werden.
So überraschend reagiert der Bitcoin-Kurs auf US-Arbeitsmarktdaten
Daten, die das US-Arbeitsministerium veröffentlicht hat, zeigen, dass die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls) im Februar um 92.000 gesunken ist.
Dies lag deutlich unter den Prognosen, die 54.000 bis 55.000 neue Stellen erwartet hatten. Zudem wurde damit der revidierte Beschäftigungszuwachs im Januar von 126.000 umgekehrt, was auf eine plötzliche Veränderung bei Neueinstellungen hinweist.
Die Abkühlung des Arbeitsmarktes zeigt sich auch daran, dass die Arbeitslosenquote gestiegen ist. Sie lag nun bei 4,4 Prozent, während 4,3 Prozent erwartet worden waren.
Trotz der negativen Gesamtsituation blieb das Lohnwachstum relativ stabil. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im Monatsvergleich um 0,4 Prozent und im Jahresvergleich um 3,8 Prozent. Damit lag er leicht über den Schätzungen der Analysten.
Das anhaltende Lohnwachstum zeigt, dass der inflationäre Druck durch Arbeitskosten noch nicht ganz verschwunden ist. Dies macht die künftige Geldpolitik der US-Notenbank komplizierter.
Der Bitcoin-Kurs fiel unter die wichtige Marke von 70.000 USD und lag zum Zeitpunkt dieses Artikels bei 68.082 USD.
Warum rechnet der Markt aktuell nicht mit einer Zinssenkung der Fed?
Trotz des schwachen Arbeitsmarktberichts rechnen die Märkte noch nicht mit einer sofortigen geldpolitischen Wende.
Nach Angaben des CME Group FedWatch Tool gehen Händler aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,6 Prozent davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen beim März-Treffen unverändert lässt. Der jetzige Zielbereich von 3,50 bis 3,75 Prozent soll beibehalten werden.
Die Unterschiede zwischen den enttäuschenden Arbeitsmarktdaten und den stabilen Zinserwartungen zeigen ein grundlegendes Dilemma für die Entscheidungsträger auf.
Während Arbeitsplatzverluste auf eine schwächere Wirtschaft hindeuten, sorgen das anhaltende Lohnwachstum und erhöhte Energiepreise weiterhin dafür, dass die Fortschritte der Fed bei der Inflationsbekämpfung gefährdet sind.
Zuletzt haben geopolitische Spannungen im Nahen Osten ebenfalls die Ölpreise steigen lassen, was die Aussichten auf eine sinkende Inflation weiter verkompliziert.
Steigende Energiekosten könnten die allgemeinen Preiserhöhungen auf einem hohen Niveau halten. Somit wird es für die Zentralbank schwieriger, die Geldpolitik rasch zu lockern.
Märkte reagieren mit starker Volatilität
Die Finanzmärkte reagierten schnell auf die Veröffentlichung der Daten. US-Aktien-Futures gingen stark zurück, als Investoren ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum neu bewerteten.
Wichtige Indizes wie der Dow Jones Industrial Average, der S&P 500 und der Nasdaq Composite fielen nach dem Bericht allesamt.
Dies deutet darauf hin, dass eine seit Langem erwartete „sanfte Landung” der US-Wirtschaft an Wahrscheinlichkeit verliert.
Falls sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten weiter verschlechtern, könnte der Druck auf die US-Notenbank steigen, ab dem Jahr 2026 über Zinssenkungen nachzudenken.
Bis dahin erhöht der schwache Bericht die Unsicherheit an den globalen Märkten weiter. Für Investoren ergibt sich dadurch eine komplexe Mischung aus langsamerem Wachstum, anhaltendem Inflationsdruck und steigenden geopolitischen Risiken.