Visa erweitert Stablecoin-Abwicklung um Polygon: Kartenzahlungen jetzt rund um die Uhr möglich

  • Visa nimmt Polygon als Settlement-Blockchain in das Stablecoin-Programm auf
  • Das Update ermöglicht Fintech-Emittenten, Kartenumsätze auch an Wochenenden und Feiertagen abzuwickeln.
  • <em>Der Open Money Stack von Polygon unterstützt Fiat-Umwandlung, Verwahrung, Abwicklung und Abstimmung.</em>

Visa hat Polygon als Blockchain für die Stablecoin-Abwicklung in sein Programm aufgenommen. Damit bekommen Fintech-Emittenten eine neue Möglichkeit, Kartenzahlungen auch außerhalb der üblichen Bankzeiten abzurechnen.

Für die Nutzer wirken Kartenzahlungen zwar sofort, aber für die Emittenten hängt die Abwicklung weiterhin von Bankkalendern, Annahmeschlusszeiten, Wochenenden und Feiertagen ab. Dies verursacht für Fintechs zusätzliche Kosten für Betriebskapital, besonders für Programm-Manager und Emittenten mit Bankenunterstützung sowie bei hohen Kartenumsätzen.

Durch die Integration von Polygon können diese Unternehmen Stablecoin-Abwicklungen über eine Blockchain abwickeln, die bereits für Zahlungen in USD mit hohem Volumen genutzt wird.

Abrechnungen am Wochenende verursachen zusätzliche Kosten

Kartennetzwerke arbeiten mit einer Echtzeit-Autorisierung und einer verzögerten Abwicklung. Ein Kunde bezahlt sofort mit der Karte, während die Gelder zwischen Emittenten, Acquirern und Zahlungsnetzwerken später über Fiat-Systeme wie ACH, Fedwire, SEPA oder lokale Zahlungsanbieter transferiert werden.

Fintech-Emittenten gleichen diesen Zeitunterschied meist durch Vorfinanzierung oder Sicherheiten aus.

Bei der Vorfinanzierung hinterlegt der Emittent das erwartete Volumen für das Wochenende bereits vorher auf einem von Visa geführten Konto, bevor die Banken schließen. Visa kann während der Offlinezeiten auf diese Guthaben zugreifen.

Bei der Sicherheitenlösung hält der Emittent einen festen Kontostand für Visa bereit. Dieser Kapitalbetrag dient zur Abdeckung von Risiken, anstatt das tägliche Geschäft oder Wachstum zu unterstützen.

Große Banken können diese Anforderungen oft vermeiden, weil sie eine stärkere Bonität haben. Fintech-Emittenten tragen die Kosten meist selbst.

Stablecoin-Abwicklung bietet Emittenten einen schnelleren Weg

Mit Polygon bekommen Visa-Partner die Möglichkeit, Kartenzahlungen auch am Wochenende und an Feiertagen mit Stablecoins abzurechnen.

Statt auf die Öffnung von Fiat-Systemen zu warten, kann ein Emittent die Kartenumsätze direkt in Stablecoins über Polygon abwickeln, während Zahlungen weiterhin stattfinden. Die Abwicklung kann in wenigen Sekunden abgeschlossen sein, sobald die Blöcke bestätigt sind.

Damit können Unternehmen voraussichtlich geringere Vorfinanzierungsbeträge fürs Wochenende vorhalten. Auch Sicherheiten können näher an den aktuellen Risiken gehalten werden, statt für das gesamte Wochenende kalkuliert zu sein.

Für Fintechs, die Stablecoins nativ nutzen, ist der Ablauf besonders einfach. Unternehmen, die bereits zum Beispiel USDC oder andere unterstützte Stablecoins halten, können diese Guthaben direkt zur Visa-Abwicklung nutzen.

Für Fintechs mit Fiat-Basis sind jedoch Schritte wie Umwandlung, Verwahrung, Abwicklung und Reporting notwendig. Polygon entwickelt seine Open Money Stack, um diesen kompletten Ablauf zu unterstützen.

Open Money Stack verbindet Fiat- und Stablecoin-Abwicklung

Polygons Open Money Stack wurde für Fintechs entwickelt, die Stablecoin-Zahlungen anbieten möchten, ohne ihre gesamte Infrastruktur umzubauen.

Polygon übernimmt die Abwicklung auf der Blockchain. Die Polygon-Wallets bieten Verwahrung auf Emittentenseite und unterstützen mehr als 50 Blockchains. Coinme ist ein zugelassener Fiat-On/Off-Ramp-Dienstleister mit Lizenzen für den Geldtransfer in 48 US-Bundesstaaten und ermöglicht die Umwandlung von Fiat zu Stablecoins.

Polygons Übernahme von Coinme muss noch von den Behörden genehmigt werden.

Das Ziel ist ein einheitlicher Ablauf: US-Dollar werden zu Stablecoins umgewandelt, für Visa abgerechnet und anschließend mit den bestehenden Treasury-Systemen nach dem Wochenende abgestimmt.

Für Emittenten wird dadurch die Einführung von Stablecoin-Abrechnungen einfacher. Gleichzeitig rückt Polygon näher an die Abwicklungsprozesse im Hintergrund, wo Fintechs besonders von verzögerter Abrechnung betroffen sind.

Polygon untermauert seine Position mit Stablecoin-Volumen

Polygons Argumentation basiert auf Abwicklungsvolumen, Kosten und Leistungsfähigkeit.

Laut Daten von Polygon Labs, Allium und Dune hat Polygon zuletzt einen großen Anteil der Transfers von Stablecoins in USD, darunter USDC, abgewickelt. Die Quelle nennt zudem eine Verarbeitung von über 2.600 Transaktionen pro Sekunde, eine Finalität nach etwa fünf Sekunden sowie niedrigere Gebührenvolatilität für institutionelle Zahlungsabwicklungen.

Diese Faktoren sind auch für die Kartenabrechnung relevant. Zahlungsunternehmen benötigen verlässliche Ausführung in Hochphasen, an Wochenenden und Feiertagen. Nur niedrige Gebühren reichen nicht aus, da für Abrechnungen Zuverlässigkeit und saubere Abstimmung im Vordergrund stehen.

Die bisherigen Kooperationen von Polygon mit Unternehmen wie Stripe, Revolut, Mastercard, BlackRock und Flutterwave stärken Polygons Position als Zahlungsanbieter statt als reine Blockchain.

Fazit

Dass Visa Polygon in sein Stablecoin-Abwicklungsprogramm aufgenommen hat, ist für Fintech-Emittenten ein richtiger Schritt.

Der wichtigste Vorteil liegt im Treasury-Bereich. Kartenzahlungen sind ohnehin rund um die Uhr möglich, während die Abrechnung in vielen Ländern weiter an Bankkalender gebunden bleibt. Stablecoins ermöglichen den Emittenten, dieses Zeitproblem zumindest teilweise zu lösen.

Für Polygon ist die Integration weiterer Nachweis für die Nutzbarkeit von Stablecoin-Zahlungen. Fintech-Emittenten bekommen eine Chance, gebundenes Kapital, Vorfinanzierungsdruck am Wochenende sowie Abwicklungsverzögerungen zu reduzieren.


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