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Vitalik Buterin gibt zu: Ethereum hat sich in den letzten zehn Jahren zurückentwickelt

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Geschrieben von
Oluwapelumi Adejumo

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Redigiert von
Phil Haunhorst

19 Januar 2026 08:00 CET
  • Vitalik Buterin: Ethereums Fokus auf Skalierung schwächte Dezentralisierung und Selbstbestimmung
  • Neue Roadmap 2026: Mehr Datenschutz und Unabhängigkeit dank lokaler Verifizierung
  • Der Plan stellt eine langfristige Neugestaltung vor, die Vertrauen weg von zentralen Mittelsmännern zurück zu einzelnen Nutzern bringen soll.
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Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat das Jahr 2026 als das Jahr benannt, in dem die Blockchain zu ihren „Cypherpunk“-Wurzeln zurückkehrt.

Am 16. Januar stellte Buterin eine technische Roadmap vor. Sie soll laut ihm ein Jahrzehnt der „Rückschritte“ bei der Dezentralisierung rückgängig machen.

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So will Ethereum seine Kompromisse lösen

Der Ethereum-Mitgründer gab zu, dass die Suche nach mehr Skalierbarkeit im Netzwerk das frühere Versprechen der Selbstbestimmung geschwächt hat.

Seiner Meinung nach sind Nutzer jetzt viel zu sehr auf zentrale Strukturen angewiesen, um mit der Blockchain zu arbeiten. Gemeint sind dabei vor allem vertrauenswürdige Server und Remote Procedure Calls, kurz RPCs.

Diese Architektur zwingt Nutzer dazu, Drittanbieter bei den Daten zu vertrauen, statt die Chain selbst zu überprüfen.

Um diese Abhängigkeit abzubauen, setzt die Roadmap für 2026 vor allem auf den Einsatz von Helios und Zero-Knowledge Ethereum Virtual Machines (ZK-EVMs).

Diese Technologien sollen das „Full-Node“-Erlebnis für alle öffnen. Mit normaler Hardware kannst du dann dank Bridges und Local Verification (BAL) eingehende Daten selbst prüfen.

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Durch diese neue Art der Verifizierung will Ethereum, dass Nutzer nicht mehr zentralen Anbietern wie Infura oder Alchemy vertrauen müssen.

Auf der Roadmap stehen zudem neue Privacy-UX-Funktionen. Diese könnten zu Konflikten mit Analysefirmen führen, die viele Nutzerdaten sammeln.

Dafür schlägt Buterin die Einbindung von Oblivious RAM (ORAM) und Private Information Retrieval (PIR) vor. Diese kryptografischen Verfahren ermöglichen es Wallets, Daten aus dem Netzwerk abzurufen, ohne Muster zu verraten. Damit sehen RPC-Anbieter nicht mehr, was Nutzer tun.

Damit soll verhindert werden, dass Verhaltensdaten von Nutzern einfach an Dritte verkauft werden.

Beim Thema Sicherheit will das Netzwerk Social-Recovery-Wallets und Zeitverzögerungen einführen. Auf diese Weise kann man verlorene Gelder leichter zurückholen, ohne zentrale Verwahrer oder Cloud-Backups zu brauchen, die von Tech-Konzernen wie Google missbraucht werden könnten.

Außerdem soll Ethereum seine Benutzeroberflächen stärken, indem dezentrale Speicherlösungen wie IPFS eingesetzt werden. Das mindert das Risiko, dass manipulierte Oberflächen Nutzer von ihren Vermögenswerten aussperren.

Buterin warnte, dass viele Verbesserungen nicht schon beim nächsten Update erscheinen werden. Trotzdem zeigt der Plan für 2026 einen tiefen Umbau darin, wie die zweitgrößte Blockchain der Welt Vertrauen organisiert.

„Es wird ein langer Weg. Wir bekommen nicht alles, was wir wollen, schon mit dem nächsten Kohaku-Release, dem nächsten Hard Fork oder dem Hard Fork danach. Aber das macht aus Ethereum ein Ökosystem, das nicht nur seinen Platz im Universum verdient, sondern einen viel größeren Platz”, sagte er.

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In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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