Walmart (WMT) Aktie fiel vor Börseneröffnung am Donnerstag um fast 6%, was einem Wertverlust von rund 50 Milliarden USD entspricht. Ein seltener Umsatzrückgang zeigte das langsamste US-Wachstum des Einzelhändlers seit sechs Jahren.
Die Märkte reagierten darauf wie bei einer Nvidia-Warnung. Walmart bedient jede Woche etwa 280 Millionen Kunden und Mitglieder. Wenn die Käufer von Walmart weniger einkaufen, folgt meist auch die restliche amerikanische Wirtschaft.
Warum der Umsatzrückgang von Walmart die Wall Street erschütterte
Die US-Vergleichsumsätze, also die Umsätze von Geschäften, die seit mindestens einem Jahr geöffnet sind, stiegen um 2,6%. Die Wall Street hatte mehr erwartet. Bloomberg berichtete, dass dies das schwächste Inlandwachstum von Walmart seit 2020 war.
Der Bericht des Unternehmens zeigt, wo die Probleme liegen. Die Kundenbesuche stiegen um 1,5%, jedoch wuchs der Betrag je Einkauf nur um 1,1%. Die Menschen kommen weiterhin, sie kaufen jedoch weniger.
Ein Grund dafür sind die gestiegenen Kraftstoffpreise. AAA meldet einen landesweiten Durchschnittspreis von 4,09 USD pro Gallone, das sind fast 1 USD mehr als vor einem Jahr. Reuters berichtete, dass die Kunden angesichts der steigenden Spritpreise weniger ausgeben.
Nicht alle Bereiche waren betroffen. Sam’s Club, die Mitglieds- und Lagerhauskette von Walmart, erzielte ein Wachstum von 4,4% bei den Vergleichsumsätzen. Kunden, die günstig große Mengen kaufen wollen, investieren weiterhin.
Die wichtigsten Kennzahlen wurden sogar übertroffen. Der Umsatz lag bei 187,9 Milliarden USD und der bereinigte Gewinn bei 0,81 USD je Aktie, wie die offizielle Mitteilung zeigt. Trotzdem verkauften Trader die Aktie. Die direkt von der Nachfrage abhängige Kennzahl hatte enttäuscht.
Die Auswirkungen reichen weit über einen einzelnen Einzelhändler hinaus. Die Konsumausgaben machen etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Walmart gilt dabei als Echtzeit-Indikator für die Geldbeutel der Amerikaner, ähnlich wie Nvidia beim KI-Boom als Barometer dient.
Zollerstattungen verschönern die Gewinne, kaschieren aber den Druck
Das operative Ergebnis stieg um 28,8% auf 9,4 Milliarden USD. Vor allem Zollerleichterungen waren dafür verantwortlich und erhöhten die Bruttomarge um 96 Basispunkte. Das Management plant, das Geld in der zweiten Jahreshälfte durch Preisnachlässe an die Kunden weiterzugeben.
Der Ausblick bleibt dennoch verhalten. Walmart erwartet für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von 0,62 bis 0,64 USD je Aktie und ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 3% bis 3,75%.
Das gesamtwirtschaftliche Umfeld verstärkt die Bedeutung. Die Renditen der Treasury-Anleihen bewegen sich nahe Mehrjahreshochs, während die US-Staatsverschuldung bei 40 Bio. USD liegt. Dadurch bleiben Kreditkarten- und Autokredite teuer. Neue Anzeichen für schwächere Ausgaben könnten die Erwartungen an die Zinspolitik der Federal Reserve vor September beeinflussen.
Auch Krypto-Trader beobachten die Lage. Sinkende Renditen haben die Krypto-Rallye am Donnerstag beflügelt. Schwächere Konsumdaten würden den Trend zu lockereren Geldpolitiken unterstützen.
Dennoch ist der Verbraucher nicht am Ende. Die Besucherzahlen steigen weiterhin, eCommerce legte um 23% zu und Walmart hält am Ausblick für das Gesamtjahr fest.
Weitere Quartalszahlen aus dem Einzelhandel und das Treffen der Fed im September werden zeigen, ob die Käufer am Limit sind oder nur kurz pausieren.









