Der südkoreanische Won fiel am Montag auf 1.511 Won pro USD. Das ist der schwächste Stand seit März 2009. Grund dafür ist der Krieg im Iran, der Investoren dazu bringt, in sichere Vermögenswerte zu wechseln.
Der Anstieg des USD ist deutlich, allerdings ist der Kimchi-Aufschlag auf Tether in den Kryptomärkten in Korea leise zusammengebrochen.
Won-Absturz treibt Nachfrage nach USD
Der Devisenmarkt in Seoul öffnete bei 1.504,9 Won, bevor der Kurs im Tagesverlauf auf 1.511,8 Won anstieg. Der Dollar-Index kletterte seit Beginn des Iran-Konflikts am 1. März von einem Wert um 97 bis fast 100.
Die Blockade der Straße von Hormus durch Iran lässt die Ölpreise steigen. Das bringt zusätzliche Inflationsrisiken für den Won. Ausländische Investoren verkauften frühzeitig KOSPI-Aktien im Wert von netto 335,7 Milliarden Won und lösten damit die sechste Handelsunterbrechung des Jahres aus.
Traditionell behandeln koreanische Retail-Investoren USDT als einen praktischen Ersatz für den USD. Sie kaufen USDT über dem tatsächlichen Wert, wenn der Won schwächelt oder es starke Volatilität bei Kryptowährungen gibt. Der Kimchi-Aufschlag, der im Oktober während einer Marktpanik auf Bithumb auf bis zu 7,47 % stieg, galt als zuverlässiger Indikator für Euphorie bei Privatkunden. In solchen Zeiten kauften Trader USDT, um dann auf Bitcoin und Altcoins zu wechseln.
Warum USDT nicht nach Plan läuft
Auf Upbit, Südkoreas größter Börse, wird USDT für etwa 1.503 KRW gehandelt, also rund 0,5 % unter dem aktuellen USD-Kurs. Normalerweise zahlen koreanische Retail-Investoren einen Aufschlag für Tether während starker USD-Phasen, weil sie ihn als Stellvertreter für den USD nutzen.
Dieses Mal ist die Situation anders. Durch die steigenden geopolitischen Risiken ist die Bereitschaft zu Spekulationen bei Kryptowährungen gesunken. Die Nachfrage nach USDT als Handelsmöglichkeit geht zurück. Stattdessen wechseln Investoren in echte USD und in auf USD lautende Vermögenswerte, nicht in Stablecoin-Positionen.
So entsteht ein seltener „USDT-Abschlag”: Der Stablecoin liegt in koreanischem Won gemessen unterhalb der Bindung an den USD. Das zeigt, dass Kryptomärkte nicht an der Flucht in sichere Vermögenswerte teilnehmen, die derzeit den Handel mit traditionellen Währungen prägt.
Das 48-Stunden-Ultimatum von US-Präsident Trump an Iran bezüglich der Straße von Hormus und die drohende dauerhafte Schließung durch Teheran deuten darauf hin, dass der Druck auf den Won nicht nachlässt.