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Was ist ein Marktzyklus und wie kannst du davon profitieren?

5 min
Aktualisiert von Alexandra Kons
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IN KÜRZE

  • Die Natur folgt gewissen Gesetzmäßigkeiten. Diese sind auch im Marktgeschehen wahrnehmbar. So bewegt sich der Markt in einem wiederkehrenden, zyklischen Muster.
  • Dieses Muster nennt man Marktzyklus oder Marktkreislauf und es kommt auf jeder Zeitspanne vor. Schlaue Investoren sind sich diesen bewusst und handeln dementsprechend.
  • So ergibt sich eine Dynamik im Markt, die reine natürliche Gesetzmäßigkeiten übersteigt und die wir in diesem Artikel genauer unter die Lupe nehmen.
  • promo

Jeder Trader und Investor sollte danach streben, die verschiedenen Phasen des Marktes voneinander unterscheiden zu können. Wenn du dir dem Marktzyklus bewusst bist, kannst du das Marktgeschehen optimal auszunutzen und die besten Gewinne erzielen. Aus diesem Grund beleuchten wir den Marktkreislauf in diesem Artikel aus der technischen, psychologischen und naturgesetzlichen Perspektive.

Preis-Grafen verdeutlichen eine Balance zwischen Angebot und Nachfrage. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich in diesen Graphen, dass der Markt sich nicht chaotisch verhält, sondern zyklischen Mustern folgt. Diese Muster nennen sich Marktzyklus.

In einem solchen Marktzyklus spiegelt sich das volle Spektrum der Emotionen wider. So sind die tiefsten Punkte dieser Graphen durch Angst und Panik definiert, die höchsten durch Euphorie und Gier. Aus diesem Grund nehmen viele Neulinge an, dass sich das Marktgeschehen organisch verhält. Diese Annahme ist allerdings weit von der Realität entfernt. Sie übersehen dabei, dass Smart Money und Whales das Marktgeschehen antreiben.

Als Smart Money bezeichnet man Geld, das von erfahrenen Investoren kommt. Whales sind Investoren, die viel Kapital haben und den Markt dadurch bewegen können.

So ist Smart Money sich dem Marktzyklus bewusst und hat gelernt, Emotionen zu kontrollieren und nicht emotionsbasiert zu handeln. Weiter lernen die besten Investoren sogar genau entgegen ihrer Emotionen zu handeln. Dadurch entsteht eine interessante Dynamik im Markt. 

Denn auf der einen Seite wiederholt sich eine organische Bewegung, die natürlichen Gesetzmäßigkeiten folgt. Auf der anderen Seite versuchen erfahrene Marktteilnehmer genau diese Gegebenheiten bestmöglich auszunutzen. Zusammen entsteht ein Spiel, das seinen eigenen Regeln folgt. Der schlaue Investor hält sich diese vor Augen und handelt dementsprechend. 

Was genau ist ein Marktzyklus? Die technische Perspektive

Im Vakuum betrachtet besteht der Marktzyklus aus vier Phasen, die in jeder Zeitspanne vorzufinden sind und sich wiederholen. Diese Phasen heißen Akkumulation, Bullenmarkt (Mark-Up), Distribution und Bärenmarkt (Mark-Down).

Der technische Blick auf den Marktzyklus. Ein Bild von Investopedia.

Akkumulation

Diese Phase des Marktes ist von negativem Sentiment geprägt. In den Medien wird der Untergang gepredigt, die meisten Käufer haben jedoch aufgrund des starken Preisabfalls bereits verkauft. 

Der Preis findet dadurch einen Tiefpunkt und flacht ab. Smart Money geht davon aus, dass das Schlimmste bereits überstanden ist und beginnt zu kaufen, da das Preisniveau sehr attraktiv ist. So ergeben sich die besten Kaufmöglichkeiten in dieser Phase, während die Stimmung des Marktes langsam von negativ auf neutral schwingt.

Bullenmarkt (Mark-Up)

Der Markt ist seit einiger Zeit stabil und beginnt einen Aufwärtstrend, während die frühe Allgemeinheit auf den Zug aufspringt. Zu dieser gehören Krypto-Einheimische, Entwickler und Trader, die anhand der Marktstruktur erkennen, dass der Markt in einen Bullenmarkt übergeht. Mehr und mehr Anleger kaufen, da Angst vor Versäumnissen und Gier der negativen Stimmung überwiegt.

Gegen Ende dieser Phase steigt die späte Mehrheit ein. Das Marktvolumen steigt erheblich und irrationales Verhalten (Gier, Euphorie) treibt die Preise in die Höhe. Schlaue Investoren steigen hier aus dem Marktgeschehen aus. Der Höhepunkt der Phase wird durch eine parabolische Bewegung gesetzt. Es werden die größten Gewinne innerhalb kürzester Zeit erzielt.

Distribution

Hier handelt es sich um das Gegenteil der Akkumulation. Verkäufer dominieren das Marktgeschehen und die positive Stimmung beginnt auf neutral umzuschwenken. Der Höhepunkt ist gesetzt und es bildet sich eine Handelsspanne, nach welcher der Markt die Richtung umkehrt. Angst, Hoffnung und Gier sind die vorwiegenden Emotionen unerfahrener Teilnehmer. Schlaue Investoren sitzen an der Seitenlinie.

Bärenmarkt (Mark-Down)

Der Bärenmarkt ist die schmerzhafteste Phase des Marktzyklus. Während diesem Abwärtstrend halten erfahrene Investoren an ihren Positionen fest, um nicht für einen Verlust zu verkaufen. Der Tiefpunkt dieser Phase erfolgt, indem ein Großteil dieser Anleger aus Angst und Panik verkauft, weil der Markt zu drastisch gesunken ist. Dieses Ereignis nennt man Kapitulation. Die Kapitulation ist ein starkes Kaufsignal für Smart Money und der Zyklus beginnt von vorn.

Die Psychologie des Marktzyklus: Emotionen und Verhaltensmuster

Während dies eine eher technische, preis-orientierte Perspektive darstellt, lässt sich ein Marktzyklus auch anhand eines Musters von Emotionen beschreiben. So ist, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, in jedem Zyklus das volle Spektrum an Emotionen vorzufinden.

Die Emotionen und der Marktzyklus. Ein Bild von fifthperson.

Dieses Spektrum reicht von

  • Hoffnung, Optimismus, Nervenkitzel und Euphorie im Bullenmarkt
  • über Selbstgefälligkeit und Zufriedenheit während der Distribution
  • und Angst, Leugnung, Panik und Kapitulation im Bärenmarkt
  • bis hin zu Wut, Panik und Depression, Unglaube und Zweifel in der Akkumulation

Alle Emotionen haben gemeinsam, dass sie reaktive Verhaltensmuster hervorrufen. So fällt es sichtlich schwer, während einer Euphorie-Phase nicht einzukaufen. Ähnlich ist das während Wut, Panik und Depression: die natürliche, menschliche Reaktion ist, hier zu verkaufen.

Anhand dieses Grafen ist allerdings klar ersichtlich, dass die größten Gewinne zu erzielen sind, wenn man entgegen seiner Emotionen handelt und so einen Vorteil gegenüber der Masse erhält. Das ist gleichzeitig die wohl größte Herausforderung für viele Marktteilnehmer.

Das ist mitunter der Grund, weil Emotionen und die entsprechenden Verhaltensmuster dem Einzelnen oft nicht vollständig bewusst sind, sondern im Unbewussten liegen. Hier helfen Erfahrung, aber auch Übungen wie Meditation, Visualisierungen und alles, was zu emotionaler und psychologischer Ausgeglichenheit führt.

Der Marktzyklus als Naturgesetz: Fraktale

Ein weiteres interessantes Merkmal von Marktzyklen ist, dass sich diese ständig wiederholen und in ähnlicher Form auf jeder Zeitspanne vorkommen. Man sagt deshalb, dass es sich bei Marktzyklus um ein Fraktal handelt.

Ein Fraktal ist ein komplexes Muster, das sich selbst ähnelt und auf jeder Skala ähnliche Muster aufweist. Das Muster besteht so aus mehreren Kopien seiner selbst.

Der Begriff wurde von Mathematiker Benoît Mandelbrot geprägt und bedeutet soviel wie „gebrochen“. Auf ihn geht eines der wohl berühmtesten Fraktale zurück, die Mandelbrot-Menge.

Die Mandelbrot-Menge. Ein Bild von Wikipedia.

Fraktale kommen jedoch nicht nur in der Mathematik, sondern vielmehr überall in der Natur vor. So handelt es sich beispielsweise bei Küstenlinien, Wolken, dem Blutkreislauf und Nervensystem, Flüsse, Kristalle, Schnee und sogar dem Sternensystem um fraktal-ähnliche Strukturen.

Genauso ist diese universelle Gesetzmäßigkeit im zyklischen Marktgeschehen wahrnehmbar. So besteht ein monatlicher Aufwärtstrend aus vielen kleinen täglichen Marktzyklen, die aus vielen kleinen stündlichen Marktzyklen bestehen, die wiederum aus vielen kleinen minütlichen Marktzyklen bestehen, und so weiter.

Wie kommt es allerdings, dass gewisse Märkte wie Forex oder der NASDAQ weniger zyklische Strukturen aufweisen, die sich darüber hinaus von den Zyklen des Krypto-Marktes unterscheiden?

Mensch gegen Maschine: Effiziente Märkte, Algorithmen und Institutionen

Im jungen Kryptomarkt sind Marktzyklen roh und unverfälscht wahrnehmbar. Dies ist unter anderem der Grund, da der Markt wenig Liquidität aufweist und noch nicht so effizient wie ein Markt mit mehr Teilnehmern, Handels-Historie und Liquidität ist. 

Je schneller die Marktteilnehmer neue Informationen erhalten und diese sich in der Preisbildung widerspiegeln, desto effizienter ist ein Markt.

Unter anderem ist ein Markt effizienter, wenn dessen Teilnehmer mehr Erfahrung vorweisen. Erfahrene Investoren zeigen in der Regel wenig Interesse an Märkten, die nicht ausreichend liquide sind. Mit steigender Liquidität fließt jedoch mehr und mehr Smart Money in das Marktgeschehen ein. Zu den erfahrenen Investoren zählen Zentralbanken, Institutionen, erfahrene Individuen und Trading-Firmen. So weicht ein Markt mehr und mehr von seiner „ursprünglichen“ Form ab, weil diese Teilnehmer ein anderes Investitionsverhalten aufweisen als der Retail-Investor bzw. Anfänger.

Im Gegensatz zum Endverbraucher sind diese oft in der Lage, natürliche Gesetzmäßigkeiten und Emotionen auszunutzen. Darüber hinaus bringen einige dieser Teilnehmer Strategien zu Tisch, die auf rein mathematischen Modellen basieren und in Millisekunden durch Trading-Bots ausgeführt werden.

Andere dieser Teilnehmer (wie z. B. Zentralbanken) sind sehr resistent gegenüber Marktschwankungen und wenden Strategien an, die dem Dollar-Cost-Averaging ähneln. Sie bringen dabei jedoch so viel Kapital mit, dass sie das Verhalten des Preises deutlich verändern. So sind die Eigenschaften jedes Marktteilnehmers im Grafen sichtbar, der nach und nach von seiner natürlichen Form abzuweichen beginnt.

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Robin arbeitet seit 2017 im Bereich Kryptowährungen. Nach Beendigung seines Psychologie-Studiums begann er, seine Leidenschaft für Schreiben und Kryptowährungen sowie Marktpsychologie zu vereinen. Heute sind seine bevorzugten Themengebiete NFTs, DeFi und Play to Earn.
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