Nur wenige Kryptowährungen spalten die Community so stark wie XRP. Kritiker innerhalb von Krypto und DeFi sagen oft, der Coin habe keinen echten Nutzen. Ihrer Meinung diene er vor allem als Spekulationsobjekt mit wenig direktem Anwendungsbereich.
Gleichzeitig steht eine der größten und lautstärksten Communitys im Space hinter der Kryptowährung – die „XRP Army“. Diese glaubt, der Coin werde eines Tages das weltweite Finanzsystem unterstützen. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. XRP hat einen echten Nutzen, doch wird es gezielter und seltener eingesetzt, als viele vermuten.
XRP: Diese Coin hebt sich von allen anderen Krypto-Projekten ab
XRP ist der native Token des XRP Ledgers (XRPL), das 2012 mit einem klaren Ziel gestartet ist: schnelle und effiziente grenzüberschreitende Zahlungen zu ermöglichen.
Im Gegensatz zu Bitcoin, das den Fokus auf dezentrale Wertaufbewahrung legt, oder Ethereum, das programmierbare Smart Contracts ermöglicht, wurde XRP vor allem dafür entwickelt, Geld schnell und günstig zwischen Finanzsystemen zu bewegen.
Transaktionen im XRPL werden in etwa drei bis fünf Sekunden abgewickelt und kosten nur einen winzigen Bruchteil eines Cents. Daher eignet sich der Coin besonders gut als Brückenwährung, um verschiedene Fiatwährungen sofort zu tauschen. So müssen Banken und Zahlungsdienste keine großen Beträge auf ausländischen Konten vorhalten.
Millionen halten XRP – doch Trader und Infrastruktur sorgen für die meiste Nutzung
Privatanlegerinnen und -anleger sind heute die größte Nutzergruppe von XRP. Anfang 2025 gab es im XRPL rund sechs bis sieben Millionen Wallets mit Guthaben.
Wenn man Konten von Börsen und Nutzerinnen sowie Nutzern mit mehreren Wallets herausrechnet, schätzen Analystinnen und Analysten, dass weltweit etwa zwei bis drei Millionen Menschen wirklich XRP besitzen.
Krypto-Börsen sind ebenfalls wichtige Nutzer. Plattformen wie Binance, Bitstamp, Kraken und Uphold verwenden XRP zur Liquiditätsverwaltung und für Transaktionen.
Die Kryptowährung ist wegen ihrer Schnelligkeit und niedrigen Kosten ein gutes Werkzeug, um Geld zwischen Börsen zu verschieben und die Liquidität beim Handel zu steuern.
Zahlungsdienstleister zählen ebenfalls zu den wichtigsten realen Anwendungsfällen. Firmen wie SBI Remit in Japan und Tranglo in Südostasien nutzen den Coin über Ripples On-Demand-Liquidity-System, um internationale Überweisungen durchzuführen.
In solchen Fällen dient XRP als temporäre Brückenwährung. Geld kann so direkt ins Ausland geschickt werden, ohne dass dort vorher Konten mit Liquidität gefüllt werden müssen.
Viele Banken setzen auf Ripple-Technologie – doch nur wenige Partner nutzen auch den Coin
Bei Banken ist die Lage dagegen komplexer. Große Finanzhäuser wie Santander, Standard Chartered und die Bank of America nutzen die Zahlungssoftware von Ripple.
Die meisten Banken verwenden allerdings nur die Software von Ripple für Nachrichtenübertragung und Abwicklung, ohne XRP direkt einzusetzen. Es sind eher einzelne Zahlungsdienste und nicht die großen, globalen Banken, die den Coin direkt zur Liquiditätsbereitstellung nutzen.
Außerhalb des Geldtransfers hat die Kryptowährung noch eine technische Funktion im eigenen Netzwerk. Jedes XRPL-Konto benötigt den Coin und jede Transaktion nutzt ihn als Zahlungsmittel für die Netzwerkgebühr.
Er ermöglicht außerdem dezentralen Handel, die Ausgabe neuer Token und weitere Übertragungen von Vermögenswerten auf dem Ledger.
XRP ist also weder nutzlos noch weltweit im Einsatz. Es wird vor allem für bestimmte Aufgaben in der Finanzinfrastruktur verwendet, besonders bei der Bereitstellung von Liquidität und der Abwicklung von Zahlungen.
Wer den Coin wirklich nutzt, zeigt ein klareres Bild – und das ist auf tatsächliche Anwendungen statt auf reine Spekulation gestützt.