Die strategische Reserve-Wallet von World Liberty Financial verursacht derzeit Besorgnis in DeFi, nachdem sie mehr als 50 Millionen USD1 von Dolomite geliehen hat, also von der Kreditplattform, die die eigenen World Liberty Markets betreibt.
On-Chain-Daten bestätigen, dass die Treasury von WLFI innerhalb von fünf Tagen ungefähr drei Milliarden WLFI-Governance-Token als Sicherheit hinterlegt und daraufhin 50,44 Millionen USD1 geliehen hat. Dadurch ist die Auslastung des Pools auf über 100 % gestiegen. Die Liquidität ist nun mit minus 232.000 Token negativ, das heißt, das Angebot an USD1 ist praktisch ausgeschöpft.
Was steckt hinter diesem Schritt?
Dies hat dazu geführt, dass die Einzahlungszinsen für USD1-Gläubiger auf 35,81 % APR gestiegen sind, während die Kosten für Kreditaufnahmen auf 30 % klettern.
In DeFi-Kreditmärkten treten solche Anstiege auf, wenn die Nachfrage nach Krediten das verfügbare Angebot übersteigt, was in diesem Fall durch die eigene Treasury des Projekts ausgelöst wurde.
Das Projekt mit Verbindung zur Trump-Familie startete World Liberty Markets im Januar 2026 zusammen mit der Dolomite-Partnerschaft.
USD1, der eigene an den US-Dollar gekoppelte Stablecoin mit Sicherung durch US-Staatsanleihen und Bargeldäquivalente, erreichte Anfang 2026 eine Marktkapitalisierung von etwa 3,5 Milliarden USD.
Mögliche Gründe für den aggressiven Kredit der Treasury reichen von internen Liquiditätsbedarfen bis hin zum künstlichen Steigern der On-Chain-Aktivität und des Total Value Locked.
Das WLFI-Kapital stellt mittlerweile mehr als die Hälfte des TVL von Dolomite in diesem Markt.
Weshalb ist das relevant?
On-Chain-Analysten weisen darauf hin, dass Gläubiger, die den Ertrag von 35 % suchen, möglicherweise Schwierigkeiten haben werden, Auszahlungen vorzunehmen, bis die massiven Kreditpositionen wieder aufgelöst sind.
„Aktuell liegt der Kreditzins bei Dolomite bei 30 %, und der Bestand ist komplett ausgeliehen, die Liquidität zeigt minus 232.000 Token. Wer diese Zinsen verdienen möchte, sollte allerdings überlegen, wann er seine USD1 tatsächlich abheben kann”, schrieb ein Analyst.
Die Reaktionen aus der Community ziehen Vergleiche zu renditeorientierten Strategien, die auch früheren Zusammenbrüchen in DeFi vorausgingen.
Fällt der WLFI-Kurs deutlich, besteht für die überbesicherte Position ein Liquidationsrisiko, das sich auf den gesamten Pool auswirken könnte.
Die hohen Zinsen sind real, spiegeln jedoch keine organische Nachfrage wider, sondern einen künstlichen Mangel, der von einer einzelnen inneren Partei erzeugt wurde. Teilnehmer sollten daher die Live-Pool-Daten bei Dolomite genau beobachten und vorsichtig agieren.