Die World Foundation, die Organisation hinter dem digitalen Identitätsprojekt Worldcoin (WLD), hat einen OTC-Token-Verkauf im Wert von 65 Millionen USD abgeschlossen.
Laut einer Mitteilung vom 28. März hat World Assets Ltd, eine Tochtergesellschaft der Foundation, die Blockgeschäfte in der vergangenen Woche mit vier privaten Gegenparteien abgewickelt. Die ersten Abwicklungen begannen am 20. März, der Durchschnittspreis lag dabei bei 0,2719 USD pro Token.
World Foundation verkauft WLD-Token, Orbs-Produktion gesichert
Laut Angabe der Foundation wird das eingenommene Kapital für die zentralen Betriebskosten eingesetzt. Dazu zählen intensive Forschung und Entwicklung, der Ausbau des Ökosystems sowie die fortlaufende Produktion der eigenen Iris-Scan-Hardware mit dem Namen „Orbs“.
Um unmittelbare Auswirkungen auf den Sekundärmarkt abzumildern, unterliegen 25 Millionen der verkauften WLD einer sechsmonatigen Sperrfrist. Diese Token dürfen somit erst ab Ende September in Umlauf gelangen.
Allerdings zeigen Blockchain-Analysen, dass diese Kapitalbeschaffung kein Einzelfall ist.
Daten der Plattform Lookonchain belegen ein anhaltendes Muster des strukturellen Verkaufs durch die mit World verbundenen Unternehmen. In den vergangenen zwei Jahren hat das Projekt systematisch WLD-Token über bekannte Market Maker wie Flow Traders und Wintermute verkauft, wodurch fortlaufend ein Verkaufsüberhang auf dem Markt entstanden ist.
Diese stetige Ausweitung des Angebots erfolgt in einer unsicheren Phase für das Asset. Der jüngste OTC-Verkauf fällt mit dem Absturz von WLD auf ein Allzeittief zusammen, ehe der Kurs sich leicht erholte und aktuell bei rund 0,27 USD liegt.
Trotz dieser kleinen Erholung bleibt der Token stark unter Druck. Er wird aktuell mehr als 97% unter seinem Höchststand von 11,72 USD gehandelt, der im März 2024 erreicht wurde.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich das regulatorische Umfeld für das Projekt rasch verschlechtert.
Das zentrale Narrativ von Worldcoin dreht sich um den Aufbau eines Netzwerks als „Nachweis der Menschlichkeit“, um die zunehmende Verbreitung fortschrittlicher KI-Bots im Internet einzudämmen.
Dieses Konzept konnte die vorsichtigen Regulatoren allerdings kaum überzeugen. Aus diesem Grund warnen Behörden auf globaler Ebene weiterhin regelmäßig vor der massenhaften Sammlung und Speicherung biometrischer Daten.
Das Projekt steht daher weiterhin vor erheblichen rechtlichen Herausforderungen sowie laufenden Datenschutzuntersuchungen in mehreren internationalen Rechtsräumen.