X hat bei seinen Richtlinien eine große Änderung vorgenommen. Krypto und Glücksspiele stehen nicht mehr auf der Liste der verbotenen Branchen für bezahlte Werbung. Influencer und bekannte Meinungsführer dürfen jetzt legal Krypto-Inhalte auf der Plattform bewerben und Geld damit verdienen.
Diese Änderung ist ein deutlicher Schritt zurück, denn das Verbot galt bereits seit Juni 2024.
X hebt Kryptowerbeverbot auf: Bezahlte Promotionen jetzt mit Offenlegung erlaubt
Die gesamte Finanzprodukte-Kategorie, zu der Kredite, Anlagedienstleistungen und Krypto gehören, wurde aus Xs Werberichtlinien entfernt.
„Krypto steht nicht mehr unter den verbotenen Branchen für bezahlte Werbung bei X”, bemerkte Analyst DeFi Ignas. „Die Richtlinienseite wurde vor Kurzem geändert. Am 16. Februar stand es noch dort.”
Auch Glücksspiele wurden von der Liste entfernt. Andere Bereiche wie Arzneimittel, Tabak, Waffen und Abnehmen sind allerdings neu dazugekommen.
Die neuen Regeln für bezahlte Partnerschaften auf der Plattform verlangen, dass Influencer jede bezahlte Werbung klar erkennbar machen müssen. Näheres dazu steht im Rahmen für bezahlte Partnerschaften von X.
„Nicht gekennzeichnete Werbung schadet der Glaubwürdigkeit des Produkts. Die Leute verlieren das Vertrauen in die Inhalte auf X. Diese neue Kennzeichnung hilft dir, dich an die Regeln zu halten und transparenter gegenüber deinen Followern zu sein”, sagte Nikita Bier, Leiter Produkt bei X, in einem Statement.
Beiträge, die Teil einer bezahlten Partnerschaft sind, müssen ab sofort das Label „Bezahlte Partnerschaft“ tragen. Influencer haben die Verantwortung, dass ihre Inhalte alle Gesetze erfüllen, zum Beispiel die Vorschriften der FTC zu Empfehlungen und Erfahrungsberichten.
X unterscheidet in den neuen Richtlinien klar zwischen bezahlten Partnerschaften und normaler Werbung. Das heißt, dass Inhalte, die als bezahlte Partnerschaft verboten sind, manchmal trotzdem als X-Werbeanzeige erlaubt sein können.
Kryptocommunity gespalten: X ändert Regel für bezahlte Werbung
Die Änderung der Richtlinie hat in der Kryptocommunity gemischte Reaktionen ausgelöst. Einige Nutzer freuen sich aber über die Rückkehr von Kryptowerbung.
Allerdings sind nicht alle Meinungen positiv. Analyst Benjamin Cowen hat erklärt, was die Änderung für die Geschäftsmodelle der Krypto-Influencer bedeuten kann.
„90 Prozent der Krypto-Influencer müssen sich jetzt ein neues Geschäftsmodell suchen. Sie können nicht mehr nur so tun, als würden sie ein Projekt mögen, für das sie bezahlt werden. Sonst dumpen sie ihre Token auf die Leute, die ihnen vertraut haben”, warnte Cowen.
In die gleiche Richtung geht Rune. Er macht sich Sorgen, dass die Plattform inzwischen alle Nutzer sperrt, die Krypto bewerben (shillen) – egal ob sie es gekennzeichnet haben oder nicht. Seiner Meinung nach bereiten die neuen Regeln künftige Einschränkungen für Krypto-Twitter vor.
„Es soll zwar nur für ‚bezahlte Partnerschaften‘ gelten, aber wer sieht schon den Unterschied zwischen jemandem, der einen Token ohne Bezahlung bewirbt, und jemandem, der dafür Geld bekommt? Es wird eine riesige Bann-Welle auf CT geben, und alle werden Angst haben, noch Token zu shillen”, schrieb Rune.
Viele glauben, dass diese Änderung das Krypto-Marketing auf X (Twitter) grundlegend verändern könnte. Krypto-Influencer, die bisher eher inoffiziell geworben haben, müssen jetzt wohl ihre Strategien überdenken.
Für Marken gibt es jetzt außerdem einen klaren und legalen Weg für Kampagnen – solange sie die Offenlegungspflichten genau einhalten.
Die neuen Regeln gelten ab sofort. X will damit offenbar einen guten Mittelweg zwischen gesetzlichen Vorgaben und den Einnahmemöglichkeiten der Creator finden.
Während die Plattform alle Änderungen umsetzt, dürften Transparenz und die klare Kennzeichnung zur wichtigsten Grundlage für Krypto-Marketing auf X werden.