Der XRP-Kurs liegt aktuell nahe bei 1,42 USD und ist in dieser Woche um etwa 8% gefallen. Was zuvor nach einer Ausbruchsstruktur aussah, ist jetzt zu einem typischen Kopf-Schulter-Umkehrmuster auf dem 12-Stunden-Chart geworden, mit einem Risiko von 16% nach unten. Dies geschah nach einem plötzlichen Anstieg von einem lokalen Tiefpunkt und als XRP wichtige Unterstützungszonen verlor.
Der Spotmarkt, institutionelle Kapitalflüsse und Daten auf der Blockchain deuten alle in die gleiche bärische Richtung.
Kopf-Schulter-Muster trifft bärisches EMA-Crossover
Auf dem 12-Stunden-Chart bei Binance ist seit Ende Februar ein Kopf-Schulter-Muster zu erkennen. Die rechte Schulter hat sich gebildet, nachdem XRP vom Bereich um 1,36 USD nach oben abgeprallt ist. Das Muster hat eine potenzielle Bewegung von rund 16%, was ein Ziel von 1,15 USD ergibt, sofern die Nackenlinie mit einem 12-Stunden-Schlusskurs nach unten durchbrochen wird.
Zusätzlich zu diesem Risiko ist ein bärischer Crossover der exponentiellen gleitenden Durchschnitte (EMAs) für 20 und 50 Perioden entstanden. Diese Indikatoren legen dabei mehr Gewicht auf aktuelle Kursbewegungen. Der XRP-Kurs hat beide EMAs verloren und notiert nun darunter.
Das letzte Mal, als beide EMAs verloren gingen, um den 21. März, sank der XRP-Kurs um rund 4,2%. Ein vergleichbarer Rückgang von aktuell etwa 4% würde XRP direkt zur Nackenlinie führen. Sollte diese anschließend durchbrochen werden, würde sich die 16%-Bewegung nach unten entfalten.
Der EMA-Crossover ist nicht der Grund für das Kopf-Schulter-Muster, er beschleunigt jedoch den Weg dorthin. Ob die Daten auf der Blockchain diesen bärischen Trend unterstützen oder dem widersprechen, zeigt, wie stark der Verkaufsdruck tatsächlich ist.
März 2026 ist bereits der erste Monat mit Nettoabflüssen bei XRP, seitdem die ETFs Ende 2025 gestartet sind. Laut Daten von SoSoValue verzeichnen XRP-Spot-ETFs in diesem Monat Nettoabflüsse von -30,12 Millionen USD.
Die Entwicklung zeigt es deutlich: Im November 2025, als die ETFs starteten, gab es Zuflüsse von 666 Millionen USD. Im Dezember folgten 499 Millionen USD. Im Januar fiel der Wert auf 15 Millionen USD. Im Februar gab es einen leichten Anstieg auf 58 Millionen USD. Der März ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nun komplett negativ – mit noch wenigen Tagen, um die Entwicklung vielleicht umzukehren.
Anfangs gab es bei den Fonds 35 Handelstage in Folge ohne einen einzigen Nettoabfluss. Weder Bitcoin- noch Ethereum-ETFs konnten das erreichen. Doch dieses institutionelle Vertrauen scheint jetzt gebrochen.
Auch die Blockchain-Daten bestätigen den Rückzug der Institutionen. Die Exchange Supply Ratio auf Binance (einer der größten Börsen), welche die Börsenbestände im Verhältnis zum gesamten Umlaufangebot misst, steigt seit Anfang Februar stetig an.
Am 9. Februar lag sie bei 0,0255. Mittlerweile ist sie auf rund 0,0279 gestiegen und erreicht damit ein Jahreshoch. Ein Anstieg dieser Kennzahl bedeutet, dass mehr XRP auf der Börse liegen. Das deutet darauf hin, dass Halter verkaufen wollen. Institutionelle Investoren ziehen ihr Kapital durch die ETFs ab. Spot-Halter transferieren ihre Token auf die Börsen.
Beide Daten weisen in die gleiche Richtung. Die Schwäche baute sich bereits auf, bevor das bärische Chartmuster entstanden ist.
XRP-Kurs: Diese Marken sind laut Heatmap technisch wichtig
Die Cost-Basis-Heatmap zeigt, warum der Bereich zwischen 1,37 USD und 1,40 USD strukturell entscheidend ist. In dieser Spanne befinden sich zwei große Cluster. Der erste dieser Bereiche (von unten) liegt zwischen 1,38 USD und 1,39 USD und umfasst rund 442 Millionen XRP.
Der zweite Bereich liegt zwischen 1,39 USD und 1,40 USD und umfasst rund 475 Millionen XRP. Zusammen wurden knapp 917 Millionen XRP in diesem engen Preisbereich gekauft.
Diese Cluster stimmen mit den technischen Unterstützungszonen des aktuellen XRP-Kursschwungs überein. Die erste Unterstützung liegt bei 1,40 USD, gefolgt von einer weiteren bei 1,37 USD. Fällt der XRP-Kurs unter 1,37 USD, würden beide Cost-Basis-Cluster ins Minus rutschen, was womöglich Panikverkäufe von Haltern auslösen könnte, die Verluste begrenzen wollen.
Ein solcher Durchbruch würde die Nackenlinie aktivieren. Schließt der Kurs für 12 Stunden darunter, wird die Head-and-Shoulders-Bewegung aktiviert. Das erste Ziel liegt dann bei 1,22 USD, die komplette Projektion bei 1,15 USD.
Um das bärische Szenario aufzuheben, müsste der XRP-Kurs für 12 Stunden über 1,46 USD schließen. Damit würde das Hoch der rechten Schulter zurückerobert. Ein Schlusskurs über 1,60 USD, dem Kopf der Formation, würde das Head-and-Shoulders-Muster vollständig ungültig machen.
Aktuell trennt nur ein 3%iger Rückgang XRP von der Nackenlinie, die eine 16%ige Korrektur auslösen könnte. Darauf deuten der Chart, die Börsendaten und die ETF-Flüsse hin.