Der XRP-Kurs befindet sich aktuell in einer gefährlichen Lage. Bei etwa 1,89 USD steht der XRP nur ein Prozent über einer wichtigen Unterstützung. Auf den ersten Blick sieht der Chart ruhig aus. Doch darunter zeigen einige Signale, dass sich das Risiko langsam aufbaut. Besonders ist nicht nur die Nähe zur Unterstützung. Entscheidend ist auch, was vorher nicht passiert ist.
Kürzlich zeigte XRP ein bullisches Signal, das normalerweise zumindest für eine kleine Erholung sorgt. Dieses Mal bewegte sich der Kurs jedoch kaum. Gerade dieses Ausbleiben ist die eigentliche Warnung.
SponsoredVersteckte bullische Divergenz gescheitert – droht jetzt Gefahr?
Zwischen dem 31. Dezember und dem 20. Januar bildete der XRP-Kurs auf dem Tageschart eine versteckte bullische Divergenz. Der Kurs setzte dabei ein höheres Tief, während der Relative Strength Index (RSI) ein tieferes Tief anzeigte.
Eine versteckte bullische Divergenz zeigt oft, dass der Verkaufsdruck nachlässt und die Käufer bald wieder die Kontrolle übernehmen könnten. Zwar führt das nicht immer zu einer Rallye, oft aber zumindest zu einer kleinen Erholung oder einer Phase mit steigenden Kursen.
Das blieb hier jedoch aus.
Nach dem Auftreten der Divergenz stieg der XRP-Kurs kaum an. Der Kurs stagnierte und die Dynamik nahm nicht zu. Das ist eine wichtige Erkenntnis. Verkäufer machten zwar langsamer, doch die Käufer traten nicht an deren Stelle.
Solche Fehlsignale bei einer Divergenz sieht man oft in schwachen Märkten. Sie zeigen Unsicherheit, aber keine Stärke. Wenn ein bullisches Signal fehlschlägt, bedeutet das meist, dass die Nachfrage fehlt – nicht, dass das Signal falsch war.
Die aufsteigende XRP-Keilformation deutet weiterhin auf einen möglichen Rückgang von 25 Prozent, falls die Unterstützung fällt. Da die Käufer fehlen und die Verkäufer langsam wieder Kontrolle gewinnen, steht XRP vor einem Punkt, an dem selbst eine kleine Abwärtsbewegung einen deutlich stärkeren Rückgang auslösen könnte.
Außerdem stellt sich die Frage: Falls nach dem Rückgang des Verkaufsdrucks keine Käufer erscheinen, was passiert dann, wenn wieder mehr Verkäufer auf den Markt kommen?
Sponsored SponsoredETF-Zuflüsse und Holder-Daten zeigen: Nachfrage lässt nach
Die Antwort beginnt bei den Kapitalflüssen.
Erstmals seit Wochen gab es Abflüsse bei XRP-bezogenen ETF-Produkten. In der Woche bis zum 23. Januar wurden insgesamt etwa 40,5 Mio. USD abgezogen. Zuvor gab es über längere Zeit regelmäßige Zuflüsse – ein deutliches Anzeichen für einen Stimmungswechsel.
ETF-Ströme sind wichtig, da sie große, gezielte Kapitalbewegungen zeigen. Sobald die Zuflüsse stoppen und ins Negative drehen, deutet das meist darauf hin, dass institutionelle Nachfrage pausiert oder sich zurückzieht.
Auch On-Chain-Daten zeigen ein ähnliches Bild.
SponsoredDie Kennzahl „XRP Hodler Net Position Change“, welche die monatliche Bilanz der langfristigen Halter misst, hat sich abgeflacht und beginnt leicht zu sinken. Am 20. Januar hielten Langzeitbesitzer rund 232,1 Mio. XRP. Bis zum 24. Januar war diese Zahl auf ungefähr 231,55 Mio. XRP gefallen.
Das ist zwar kein aggressiver Verkauf, aber eben auch keine Akkumulation. Nach der Divergenz-Erkennung haben Langzeitbesitzer nicht spürbar aufgestockt. Das bestätigt das, was die Kursentwicklung schon gezeigt hat. Käufer waren nicht zuversichtlich genug, um nachzukaufen.
Wenn die Nachfrage bei den ETF-Produkten und bei den Langzeitbesitzern gleichzeitig stockt, tun sich Erholungen oft schwer.
Wal-Verkäufe halten XRP-Kurs unter Druck
Während die Käufer zögerten, handelte immerhin eine Gruppe.
Sponsored SponsoredWallets mit einem Guthaben von 10 Mio. bis 100 Mio. XRP haben ihren Bestand verringert. Am 18. Januar lag der Wert bei rund 11,16 Mrd. XRP. Beim letzten Stand war der Bestand auf etwa 11,07 Mrd. XRP gefallen.
Das entspricht einer Verringerung von etwa 90 Mio. XRP. Zum aktuellen XRP-Kurs bedeutet das ungefähr 170 Mio. USD an Umschichtung.
Dieser Verkaufsdruck erklärt außerdem, warum XRP nicht auf die versteckte bullische Divergenz reagiert hat. Zudem sieht man dadurch, warum der Kurs weiter nahe an der Unterstützung bleibt. Aus technischer Sicht ist das Risiko nun deutlich.
Ein Tagesschluss unter 1,85–1,86 USD würde die Unterstützung im Keil brechen und das Abwärtsziel aktivieren. Das öffnet als Erstes den Weg in den Bereich bei 1,70 USD. Danach wäre auch ein stärkerer Rückgang bis 1,42 USD möglich, falls der Schwung zunimmt. Das käme fast an das Ziel vom rund 25 Prozent Einbruch heran.
Auf der Oberseite müsste XRP 1,98 USD zurückerobern, damit der Abwärtsdruck nachlässt. Dies würde zwar kurzfristig etwas Entlastung bringen. Allerdings bleibt es wohl nur bei einer Erholung, solange neue Käufer fehlen. Im Moment ist das Ungleichgewicht klar: Es gibt Verkäufer, aber keine Käufer.