Der Zcash (ZEC)-Kurs steht weiterhin stark unter Druck, weil die negative Stimmung am Markt anhält. Nachdem der Coin seit Ende Januar fast 35 Prozent verloren hat, rutscht der Coin nun immer weiter in einen fallenden Kanal, der die Kurse schon seit Monaten nach unten treibt.
Schwaches Handelsvolumen, geringeres Interesse von großen Zcash-Haltern und weniger Aktivität bei den Derivaten verstärken diesen Abwärtstrend. Da mehrere Indikatoren Warnungen ausgeben, zeigen die Charts nun, dass Zcash in eine nächste Abwärtsphase starten könnte.
SponsoredAbwärtstrend und OBV-Einbruch: Anhaltender Verkaufsdruck beim Kurs
Zcash bewegt sich seit November klar in einem fallenden Kanal mit immer niedrigeren Hoch- und Tiefpunkten.
Nachdem der Kurs über 740 USD erreicht hatte, ist ZEC in diese Abwärtsbewegung eingetreten und hat dort schon einen starken Einbruch von über 56 Prozent erlebt, was auch das Ziel des Kanalbruchs war. Jede Erholung wurde schwächer, sodass Käufer das Momentum nicht drehen können.
Die schwächer werdende Struktur zeigt sich auch beim On-Balance Volume (OBV). Dieses misst Kauf- und Verkaufsdruck, indem es an Tagen mit steigenden Kursen das Volumen addiert und an Tagen mit fallenden Kursen abzieht. Ein steigendes OBV spricht für Ansammlungen, ein sinkendes für Abgaben.
Von Anfang November bis Ende Januar hat das OBV von Zcash einen Aufwärtstrend gezeigt. Das bedeutete, dass manche Käufer trotz fallender Kurse im Kanal noch Coins aufgesammelt haben.
Diese Unterstützung ist am 29. Januar endgültig gebrochen. Seitdem hat Zcash schon fast 36 Prozent verloren. Damit bestätigt sich das Signal vom OBV, denn weniger Unterstützung durch das Volumen hat sich direkt in fallenden Preisen gezeigt.
Auch das Verhalten auf der Chain bestätigt diesen Trend. In den letzten sieben Tagen sind die Bestände der großen Zcash-Halter um etwa 36 Prozent gesunken, während die Zahl der großen Wallets Richtung 8.000 fällt. Das deutet darauf hin, dass größere Anleger weniger Coins halten und nicht mehr aufstocken.
Gleichzeitig sind die Kontostände an den Krypto-Börsen um fast 160 Prozent gestiegen. Mehr Coins auf Börsen bedeutet oft, dass noch mehr ZEC zum Verkauf bereitliegen und so der Verkaufsdruck kurzfristig steigt.
Sponsored SponsoredInsgesamt zeigen der fallende Kanal, das gebrochene OBV, weniger Zcash bei den großen Haltern und steigende Bestände auf Börsen, dass weiterhin vor allem verkauft wird. Immer weniger Kleinanleger machen mit, Langzeit-Halter bauen Positionen ab, und mehr Angebot wandert auf Plattformen zum Verkauf. Wegen all dieser Faktoren bleibt für ZEC die Unterstützung brüchig.
Derivatemarkt schwächelt: Steigende Risiken durch verbleibende Long-Positionen
Da der Spot-Handel nachlässt, stellt sich als Nächstes die Frage, ob Derivate wie früher die Kurse antreiben können. Bisher zeigen die Daten dafür wenig Hoffnung.
Das offene Interesse an Zcash-Derivaten war im Dezember mit fast 1,13 Milliarden USD am höchsten. Nun sind es nur noch etwa 395 Millionen USD, ein Rückgang um fast 65 Prozent. Das bedeutet, dass das spekulative Interesse stark nachgelassen hat und viele Trader ihre Positionen schließen.
SponsoredWenn das offene Interesse so deutlich sinkt, fehlt oft die Überzeugung im Markt. Es gibt dann weniger Hebelwirkung, um eine starke Erholung zu starten, und weniger aktive Trader, die wichtige Unterstützungen verteidigen.
Auch die Finanzierungsraten sind zwar seit Oktober gesunken, bleiben aber leicht positiv. Das bedeutet, dass es noch immer mehr Long-Positionen als Shorts gibt, obwohl insgesamt weniger Trader aktiv sind. Kurz gesagt: Es gibt weniger Akteure am Markt, doch viele spekulieren noch auf steigende Kurse.
Das ist jedoch eine riskante Lage. Wenn der Kurs weiter fällt, drohen den übrig gebliebenen Longs Zwangsliquidationen. Solche Liquidationen treffen auf einen ohnehin wenig liquiden Markt und können so schnelle Kursrutsche auslösen.
Deshalb fehlt den Derivaten zwar inzwischen das „Benzin“ für eine neue Rally, aber die noch offenen Long-Positionen erhöhen trotzdem das Risiko für weitere Verluste. Anstatt den Kurs zu stützen, verstärkt der Einsatz von Hebel nun eher den Druck nach unten.
Sponsored SponsoredWichtige Zcash-Kursmarken: Darum bleibt die 100-USD-Zone im Fokus
ZEC bleibt weiterhin in seinem fallenden Kanal gefangen. Die untere Trendlinie sorgt zudem dafür, dass der Kurs weiter sinkt. Die erste wichtige Unterstützungszone liegt bei 230 USD.
Ein täglicher Schlusskurs unter 230 USD würde die nächste Unterstützung in der Nähe von 212 USD erreichen lassen, allerdings nur, wenn dabei die Trendlinie durchbrochen wird.
Falls 212 USD nicht hält, zeigen sowohl die Kanalprojektion als auch die Fibonacci-Levels auf den Bereich um 103 USD. Diese Zone steht für das gesamte mögliche Abwärtspotenzial, das mit der aktuellen Struktur verbunden ist.
Aufwärtsbewegungen bleiben schwierig. ZEC muss zuerst den Bereich um 286 USD zurückgewinnen, um kurzfristig wieder stabiler zu werden. Erst ein Anstieg über 389 USD verbessert zudem die mittelfristige Situation. Ein Anstieg in Richtung 557 USD würde viel mehr Handelsvolumen, große Einkäufe von Walen und eine aktive Beteiligung an Derivaten benötigen. Das ist unter den derzeitigen Bedingungen eher unwahrscheinlich.
Solange Zcash unter 230 USD bleibt und auch 212 USD nicht hält, überwiegen die Abwärtsrisiken. Ohne neue Teilnehmer und zusätzliches Kapital spricht das Chartbild weiterhin für einen Fall in Richtung der 100-USD-Zone.