Zentralbanken rufen Kooperative für digitale Währungen ins Leben

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Am 21. Januar 2020 vermeldete die Englische Zentralbank, dass sie einer Kooperative beigetreten ist, um mögliche Anwendungsfälle von digitalen Währungen zu untersuchen. Bei dieser Form des digitalen Geldes (Engl.: Central Bank Digital Currency) geben Zentralbanken die Währung heraus und überwachen den Zahlungsverkehr. Bereits jetzt haben schon einige Nationalbanken eine digitale Währung herausgegeben, oder befinden sich gerade in der Planungsphase. Diese sind unter Anderem die Zentralbanken von China, Tunesien, Venezuela, Kambodscha und der Türkei.



Neben der Englischen Zentralbank nehmen die Zentralbanken von Kanada, Japan, Schweden, der Schweiz und der EU, sowie die Bank für Internationalen Zahlungsaustausch (BIZ) an der Kooperative teil. Der Hauptzweck der Kooperative besteht darin, Zentralbanken den Austausch von Erfahrung zu ermöglichen. Dadurch sollen die einzelnen Zentralbanken einen Überblick darüber bekommen, ob es Anwendungsfälle für digitale Währungen in ihren jeweiligen Jurisdiktionen gibt. Insbesondere erforscht die Gruppe ökonomische und funktionelle Aspekte, sowie die technischen Möglichkeiten für das Design von Digitalwährungen.

Dabei arbeitet die Gruppe eng mit den wichtigsten Institutionen innerhalb ihrer Mitglieder zusammen, insbesondere dem internationalen Financial Stability Board und dem BIZ-geführten Committee on Payments and Market Infrastructures (CPMI). Die Gruppe wird durch Abgeordnete ihrer Mitglieder geleitet. Der Vorsitz geht an Benoît Cœuré, Leiter des BIZ Innovation Hubs und Jon Cunliffe, stellvertretender Präsident der Englischen Zentralbank und Vorsitzender des CPMI.



Bereits in der Vergangenheit zeigte sich die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, aufgeschlossen gegenüber der Idee eines digitalen Euros. Weiterhin passt diese Nachricht zu der Strategie der Deutschen Bundesregierung, Deutschland zu einem attraktiven Standort für Blockchain-Technologie zu machen. Nachdem die Bundesregierung im letzten Jahr bereits eine umfassende Blockchain-Strategie verabschiedete, ist es Banken seit dem Jahreswechsel auf 2020 erlaubt, mit Kryptowährungen zu handeln und diese als Finanzinstrumente an ihre Kunden anzubieten. Eine von der Europäischen Zentralbank herausgegebene digitale Währung könnte weiterhin zum Aufbau von Blockchain-Infrastruktur innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union beitragen.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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