Der CEO von Blockstream, Adam Back, widerspricht der Behauptung von Mark Cuban, Bitcoin (BTC) habe „den Faden verloren”. Seiner Ansicht nach passt die Kritik des Milliardärs nicht zu aktuellen Marktdaten.
Cuban hatte vor Kurzem mitgeteilt, dass er einen Großteil seiner BTC-Bestände verkauft hat. Als Grund nannte er, dass Bitcoin sich nicht als Absicherung gegen Inflation und geopolitische Krisen erwiesen habe, während Gold stark gestiegen und der Token gefallen sei.
Bitcoins Kursentwicklung seit Beginn des Konflikts
Back betont jedoch, dass die Zahlen ein anderes Bild zeichnen. Seit die Spannungen im Nahen Osten zugenommen haben, stieg der Bitcoin-Kurs um 25 bis 30% von einem Tief bei etwa 60.000 USD. Im gleichen Zeitraum legte der S&P 500 um 11% zu, der Dow Jones Industrial Average gewann 5%, während Gold um 14% fiel.
„Bitcoin ist 25 bis 30% vom Tief bei etwa 60.000 USD gestiegen, S&P 500 um 11%, der Dow Jones um 5% und Gold fiel um 14%. Ich weiß daher nicht, was @mcuban damit sagen will, das passt nicht zu den Daten, es sei denn, er hat beim Tiefpunkt verkauft”, sagt Adam Back.
Cubans Unzufriedenheit bezieht sich vor allem auf einen früheren Zeitraum, als Bitcoin mehr als 40% fiel und Gold auf 5.000 USD kletterte. Er argumentierte, dass Bitcoin jedes Mal hätte steigen müssen, wenn der Dollar schwächelt, dies aber nicht passiert sei.
Es ist nicht das erste Mal, dass Cuban das Investment-Narrativ rund um Bitcoin kritisiert. Er erklärte auch, dass er Ethereum gegenüber weiterhin positiver eingestellt ist.
Einige Vertreter langfristiger Modelle sind der Ansicht, dass Cubans Enttäuschung auf einem grundlegenden Missverständnis des Vermögenswerts beruht.
Sie sagen, der Bitcoin-Kurs habe seit Beginn ein gleichmäßiges Muster gezeigt, das sich in unterschiedlichen Zyklen und Größenordnungen wiederholt. Die strukturelle Entwicklung des Vermögenswerts habe sich demnach nicht verändert.
Volatilität als Preis für Überrenditen
Back führt den vorherigen Kursrückgang auf das von ihm bezeichnete „10/10-Ereignis” und die zyklische Entwicklung in Halving-Phasen zurück. Beide Faktoren hätten keinen Bezug zu geopolitischen Gewinnen von Gold.
Die Diskussion, ob Bitcoin als sicherer Hafen dient, läuft seit Jahren weiter. Backs Darstellung betont dabei vor allem den längeren Betrachtungszeitraum und nicht einzelne Datumswerte.
„Man erhält langfristig kein außergewöhnliches Sharpe-Verhältnis ohne Volatilität, das gehört einfach dazu”, so Adam Back.
Die risikoadjustierten Renditen von Bitcoin in mehreren Jahren liegen weiter deutlich über jenen von Aktien, Gold und Immobilien. Ob Cuban seinen Ausstieg schlecht getimt hat oder tatsächlich eine Veränderung in Bitcoins Rolle erfasst, wird sich erst im nächsten Marktzyklus zeigen.









