Die AMD-Aktie ist am Mittwoch um etwa 12% gestiegen, nachdem Anthropic zugestimmt hat, bis zu 2 Gigawatt AMD Instinct MI450 GPUs einzusetzen. Zudem wird AMD bis zu 5 Milliarden USD in den Claude-Entwickler investieren.
Anthropic ist nach OpenAI und Meta bereits der dritte KI-Kunde von AMD mit dieser Größenordnung innerhalb von neun Monaten. Allerdings ist dieses Geschäft für AMD deutlich günstiger. Daher zeigte sich die Wall Street positiv.
Der AMD-Anthropic-Deal im Überblick
AMD hat das Geschäft am Mittwoch in einer Mitteilung bestätigt. Anthropic wird AMDs Helios-Racksysteme einsetzen. Diese Systeme verbinden Instinct MI455X GPUs, EPYC „Venedig” CPUs, Pensando-Netzwerke und ROCm-Software. Das erste Gigawatt wird in der ersten Jahreshälfte 2027 bereitgestellt.
Anthropic nutzt bereits AMDs ältere MI355X-Chips, daher ist die Partnerschaft nicht ganz neu. Beide Unternehmen arbeiten zudem bei der Software zusammen. Claude wird seine Arbeitslasten für AMD-Chips optimieren und ROCm beschleunigen. Das ist wichtig, da ROCm bisher noch hinter Nvidias CUDA liegt – der Software, die viele KI-Labore an Nvidia bindet.
Das 5-Milliarden-USD-Versprechen ist AMDs erste direkte Beteiligung an Anthropic. Die Zahlung erfolgt, sobald Meilensteine erreicht werden. Das Wall Street Journal berichtete, dass die Server einen Wert von mehreren zehn Milliarden USD haben.
Das passt zur Rekordnachfrage nach KI-Chips in diesem Jahr. AMD-Chair und CEO Lisa Su erklärte, dass beide Ingenieurteams bereits seit einiger Zeit zusammenarbeiten.
AMD-Aktien-Rallye: Konkurrenz mit Nvidia wird enger
Innerhalb von zwei Tagen legte AMD um etwa 85 Milliarden USD an Börsenwert zu. Die Marktkapitalisierung erreicht jetzt über 908 Milliarden USD. Auch Nvidia stieg um etwa 6%, obwohl das Unternehmen in diesem Monat kurz den Titel als wertvollstes Unternehmen der Welt verlor.
Warum ist die Struktur wichtig? AMD hat OpenAI und Meta Kaufoptionen für jeweils bis zu 160 Millionen Aktien gewährt, insgesamt etwa ein Fünftel des Unternehmens. Anthropic erhält hingegen keine Optionen, sondern nur eine begrenzte Bargeldbeteiligung. Blayne Curtis von Jefferies, der ein Kursziel von 615 USD für AMD hat, sagt, die Bedingungen seien wichtiger als der reine Vertragsabschluss.
Anthropic wiederum bezieht Rechenleistung von vielen Anbietern. Im April verpflichtete sich Anthropic zu Ausgaben von über 100 Milliarden USD für AWS in den kommenden zehn Jahren, um bis zu 5 Gigawatt von Amazons Trainium-Chips zu nutzen. Anthropic trainiert ebenso auf Googles Tensor-Prozessoren (TPUs) und Nvidia-GPUs. Diese Investitionen stärken das bullische Narrativ für Halbleiteraktien.
„Der Zugang zu Rechenleistung ist entscheidend, damit Claude weiterhin an der Spitze bleibt und wir die Nachfrage unserer Kunden erfüllen. … Dank verschiedener Hardware können wir die passenden Arbeitslasten der passenden Hardware zuweisen”, sagte Tom Brown, Anthropic-Mitgründer und Chief Compute Officer, in der offiziellen Mitteilung.
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AMD erklärt, dass die Auslieferung der Helios-Systeme weiterhin planmäßig für Ende 2026 vorgesehen ist. Die nächste große Frage ist einfach: Kann AMD große KI-Labore gewinnen, ohne Unternehmensanteile abzugeben? Die Antwort darauf könnte entscheiden, wie lange diese Rallye andauert, besonders da US-Chip-Aktien angesichts der China-Sorgen unter Druck stehen.









