Chipflation ist der unterschätzte Inflationstreiber: Binance Research warnt

  • Binance Research: „Chipflation" ist eine unterschätzte Inflationsentwicklung, da DRAM-Kurse sich versechsfachen
  • Die Nachfrage nach AI-Infrastruktur sorgt bis 2027 für 15% weniger Speicher in PCs
  • Direkter Einfluss auf den Verbraucherpreisindex bleibt bei etwa 0,10 Prozentpunkten, jedoch beobachtet Binance verdeckte Kostendruckfaktoren.
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Binance Research hat darauf hingewiesen, dass „Chipflation” ein unterschätzter Inflationstreiber ist. Die Experten warnen, dass die Preise für DRAM-Speicher in den letzten zwölf Monaten etwa sechsmal so hoch geworden sind, da künstliche Intelligenz (KI)-Rechenzentren die Bestände aufnehmen, die zuvor für Geräte wie Smartphones und Computer bestimmt waren.

Das Unternehmen erklärt, dass die Märkte derzeit sinkende Energiekosten eingepreist haben. Allerdings unterschätzen sie die strukturelle Knappheit bei Speicherchips. Sollten die Preise für Chips weiter steigen, könnte die Inflation auf hohem Niveau bleiben. Das hätte Auswirkungen auf Zinssätze und Finanzmärkte, darunter auch Krypto.

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Warum steigen die Chip-Preise?

Diese Warnung erscheint, während eine andere Inflationsgefahr nachlässt. Die Vereinigten Staaten und Iran haben eine Vereinbarung getroffen, die den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder eröffnet. Dieses Abkommen dürfte den Druck auf den Ölpreis reduzieren, was sich bereits bemerkbar macht. Die Ölpreise sanken heute um etwa 4%.

Laut Binance Research bleiben Speicherchips jedoch ein eigenständiges und weniger sichtbares Problem. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur hat den Markt verändert. High Bandwidth Memory (HBM), Server-DRAM und Laufwerke für Unternehmen beanspruchen inzwischen einen immer größeren Anteil der Produktion.

Daher schrumpft das Angebot für Smartphones und PCs schnell. Selbst mit etwa 30% Kapazitätserweiterung bis 2027 prognostiziert Binance, dass das Angebot an PC-Speicher etwa 15% unter dem Bedarf liegt. Beim Smartphone-Angebot wird die Nachfrage voraussichtlich um etwa 12% übersteigen.

Chipflation als Inflationstreiber.
Chipflation als Inflationstreiber. Quelle: X/Binance Research

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Der versteckte Kostendruck

Der direkte Einfluss auf die offizielle Inflationsrate ist gering. Binance erklärt, dass Chipflation nur etwa 0,10 Prozentpunkte zum Verbraucherpreisindex (CPI) beiträgt, da Unterhaltungselektronik im Warenkorb nur einen kleinen Anteil hat.

Das Unternehmen ist jedoch der Meinung, dass der eigentliche Druck verborgen bleibt. Steigende Speicherpreise wirken sich auf betriebliche Kosten, Cloud-Rechnungen und seltenere Produktaktualisierungen aus. Gerätehersteller könnten zudem technische Merkmale einschränken.

Eine Entspannung bleibt währenddessen fern. Neue Speicherfabriken benötigen mehr als zwei Jahre für Bau und Produktionshochlauf. Binance rechnet bis 2026 mit einer DRAM-Unterversorgung von rund 17%, während der Mangel an NAND noch bis 2028 bestehen könnte.

Drei Unternehmen, Samsung, SK Hynix und Micron, kontrollieren etwa 90% der DRAM-Produktion und die gesamte HBM-Herstellung. Hyperscaler sichern sich die Versorgung zunehmend durch mehrjährige Verträge.

„Es gibt kurzfristig keine politische Lösung”, erklärte Binance Research.

Was Chipflation für Bitcoin bedeutet

Binance Research sieht unterschiedliche Auswirkungen auf Bitcoin (BTC). Anhaltende, angebotsgetriebene Inflation könnte Zinssenkungen weiter verzögern und möglicherweise sogar neue Zinserhöhungen ins Gespräch bringen. Weniger Liquidität belastet Risikoanlagen kurzfristig.

„Chipflation” ist erst im Jahr 2025 ins Bewusstsein der Märkte gerückt und beeinflusst bereits die geldpolitischen Erwartungen. Da Energie, Lebensmittel und Chips gleichzeitig knapp sind, verzögern sich Zinssenkungen weiter. Eine Rückkehr zu Erhöhungen ist nicht mehr ausgeschlossen“, erläuterte das Team.

Bitcoin wurde am Montag bei etwa 65.700 USD gehandelt, rund 17% niedriger als vor einem Monat. Das Unternehmen sieht den längerfristigen Zusammenhang jedoch umgekehrt. Laut Binance Research gilt:

„Bitcoin und ähnliche Vermögenswerte werden in einer Welt mit andauernder, angebotsgetriebener Inflation nicht günstiger. Sie werden wichtiger.“

Ob die Märkte dieses Risiko neu bewerten, hängt davon ab, wie schnell das Angebot an Speicherchips mit der Nachfrage Schritt hält.

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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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