Eine neue Diskussion über das 21-Millionen-Limit von Bitcoin sorgt dafür, dass Adam Back und Peter Todd auf unterschiedlichen Seiten stehen. Hintergrund ist, dass Todds Argument für eine dauerhafte Blockbelohnung diese Woche wieder aufgegriffen wurde.
Todd möchte, dass es eine kleine, unendliche Ausgabe gibt, um Miner weiter zu bezahlen, sobald der letzte neue Bitcoin etwa 2140 entsteht. Back sieht dieses Argument als eine Falle, die als technisches Problem dargestellt wird.
Warum Peter Todd sagt: Bitcoin braucht eine dauerhafte Blockbelohnung
Bitcoin bezahlt Miner auf zwei Arten. Blocksubventionen erzeugen neue Coins und Transaktionsgebühren kommen mit jedem Block dazu. Allerdings wird die Subvention etwa alle vier Jahre halbiert und sie erreicht um 2140 den Wert Null. Danach müssen die Gebühren allein für die Sicherheit sorgen.
Todd argumentiert, die Einnahmen durch Gebühren schwanken zu stark, um die Blockchain stabil zu halten. Miner hätten dann einen Anreiz, die Blockchain umzustrukturieren und ertragreiche Blöcke neu zu minen, anstatt weiter neue Blöcke zu bauen. Eine feste Belohnung, sagt er, beseitigt diesen Anreiz.
Sein Argument stützt sich auf verlorene Coins. Er berechnet das Angebot im Verhältnis zur Verlustrate und sieht, dass es sich bei einer Obergrenze einpendelt, weil Coins so schnell verloren gehen, wie neue entstehen. Daher sieht er eine fortlaufende Ausgabe nicht als Inflation, sondern als Stabilisator.
Er verweist auf Monero, das heute schon eine kleine dauerhafte Belohnung nutzt. Die scheinbare Inflationsrate bewegt sich dort immer weiter Richtung Null. Der Bitcoin++-Konferenz-Account brachte seine Vortrag zu diesem Thema diese Woche erneut zur Sprache und entfachte die Diskussion neu.
Der Zeitpunkt ist weniger entscheidend als der Mechanismus. Heute verdienen Miner 3,125 Bitcoin pro Block und noch fast 30 weitere Halbierungen stehen bevor. Jede davon reduziert die Subvention weiter, während die Gebühren ungleichmäßig und unvorhersehbar bleiben.
Adam Back warnt vor falschen Narrativen
Back lehnt diese Darstellung komplett ab. Er verweist dabei auf BIP-110, den umstrittenen Soft Fork für 2026, der versucht hat, nicht-zahlungsbezogene Daten aus den Blöcken zu filtern. Für ihn ist das ein Beispiel dafür, wie solche Kampagnen verkauft werden.
Dieses Muster war auch zuletzt zu sehen. Der gescheiterte BIP-110-Fork wurde diesen Monat nach zwei Blöcken gestoppt, da die Unterstützung der Miner nur bei rund 2,53 % lag, weit unter der 55%-Marke. Back hatte dies bereits Wochen zuvor prognostiziert, jetzt setzen die Befürworter auf einen Abspaltungs-Coin.
Bitcoin-Kommentator Trey Sellers zog den Vergleich direkt. Er meinte, ein Fork des Angebotsplans würde ebenso scheitern wie BIP-110, wenn nicht noch stärker. Michael Saylor äußerte eine verwandte Sorge und warnte vor einem Verlust der Protokollneutralität, sobald Konsensregeln einer Seite nachgegeben werden.
Dennoch überdauert die Sicherheitsfrage die politische Debatte. Entwickler von Bitcoin Knots betonten im August, dass das Netzwerk Angriffen ausgesetzt sei. Außerdem zogen Streitigkeiten zur Miner-Entlohnung auch den früheren Ripple CTO David Schwartz an. Im Gegensatz zu anderen Diskussionen gibt es hier jedoch keine Frist.
Ein Punkt spricht gegen Todd. Bei BIP-110 war nur ein Soft Fork nötig, worüber allein die Miner entscheiden. Eine Erhöhung des Limits verlangt einen Hard Fork, dem alle Halter zustimmen müssten.
Gebühren könnten die Blockchain künftig vielleicht doch allein finanzieren. Niemand, der heute lebt, wird das noch selbst sehen.









